Wenningstedt diskutiert über Parkraumpolitik
Gemeinde hebt 4-Stunden-Regelung auf

Wenningstedt-Braderup. Die Gemeindevertretung Wenningstedt-Braderup hat am vergangenen Montagabend eine weitreichende Entscheidung getroffen: Mit großer Mehrheit wurde die 2024 eingeführte Höchstparkdauer von vier Stunden westlich der Westerlandstraße wieder aufgehoben. Zugleich einigte sich das Gremium auf einen Kompromiss: Künftig soll im Ortsgebiet eine kostenpflichtige Parkregelung eingeführt werden. Damit reagiert die Politik auf Kritik aus der Wirtschaft ebenso wie auf verkehrsplanerisch Anforderungen.
Der Antrag zur Abschaffung der 4-Stunden-Regelung war zuvor im Wege-, Umwelt- und Sonderausschuss (WASU) bereits ausführlich diskutiert worden. In der zweistündigen Sitzung eine Woche zuvor zeigte sich, dass die Parkplatzthematik weit über die bloße Frage nach der Parkdauer hinausgeht. Neben den wirtschaftlichen Argumenten der CDU wurden von weiteren politischen Akteuren, insbesondere von den Grünen und der Wählergemeinschaft Aktive Bürger, zahlreiche weiterführende Vorschläge eingebracht. Sie forderten eine differenzierte und nachhaltige Neuordnung des ruhenden Verkehrs.
Einigkeit herrschte dabei vor allem in der Erkenntnis, dass das 2022 beschlossene und 2024 umgesetzte Parkraumkonzept wichtige Ziele wie die Reduzierung von Dauerparkern und eine stärkere Fluktuation auf den Nebenstraßen durchaus erreicht hatte. Gleichzeitig wurden aber auch negative Nebenwirkungen offensichtlich: Verlagerung des Parkdrucks in andere Straßenzüge, unsichere Verkehrssituationen für Radfahrer und Fußgänger sowie eine mangelnde Lenkung hin zu den vorhandenen Großparkplätzen.
In der nun beschlossenen Fassung von letzter Woche wird nicht nur die vierstündige Begrenzung aufgehoben. Zugleich erhielt die Verwaltung den Auftrag, die bestehenden Regelungen grundlegend zu überarbeiten. So sollen unter anderem die Einführung eines Parkleitsystems, kostenpflichtiges Parken und die Prüfung eines Parkverbots auf der Westerlandstraße sowie Geschwindigkeitsmessungen in bislang vom ruhenden Verkehr befreiten Straßen vorbereitet werden.
Ziel laut Beschlusslage, ist es bis Herbst 2025 eine neue Gesamtkonzeption vorzulegen, die rechtzeitig zur Saison 2026 greifen kann. Diese soll nicht nur den ruhenden Verkehr effizient lenken, sondern auch den wirtschaftlichen Anforderungen im Ort gerecht werden – ein große Aufgabe für eine kleine Gemeinde, die von den Gästen ebenso lebt wie von Akzeptanz in der Bevölkerung.
Wie gut dieser Spagat gelingen kann, wird sich spätestens im kommenden Jahr zeigen. Die Politik hat sich nun die Zeit erkauft, es anders zu machen.
Geschrieben von: Redaktion / veröffentlicht am: 22.07.2025