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Sonderausstellung im Sylt Museum

Zerwürfnis Mensch – Natur

Foto: Sylt Museum Der menschliche Körper und die Formensprache der Natur sind charakteristisch für die Kompositionen des Künstlers Dieter Röttger.

Insel Sylt.(red) Das Sylt Museum zeigt in der Ausstellung „Zerwürfnis. Mensch – Natur“ mehr als 50 Arbeiten des Malers und Grafikers Dieter Röttger, der 1930 in Hamburg geboren wurde und 2003 in Keitum starb.
Die menschliche Anatomie ist in Röttgers Werk ein zentrales Thema. Gleichzeitig schöpft der Künstler auch aus der Naturwelt Inspiration für seine Formensprache. In Studien sucht er die Baupläne der Natur auf, interpretiert sie spannungsreich neu und verwandelt sie in Strukturbilder. So gehört zum Beispiel das Schneckengehäuse zu den wiederkehrenden Motiven in seinen Studien. Seine Formenwelt zeigt eine Mechanik von Auf- und Abwickeln, die Röttger in weitere Formenstudien überträgt. Experimentierfreudig entschlüsselt der Künstler das Zusammenspiel von Objekt und Formensprache.

Auf die Struktur reduziert

Die aus der Natur vertrauten Bilder sind nur noch schemenhaft zu erkennen oder verschwinden ganz. Röttger zerlegt nicht nur die Formen einzelner Pflanzen, Tierarten, Körper und Körperteile, sondern auch die Landschaft. Seine Motive reduziert er auf ihre Struktur, deren linearen Verlauf er ausarbeitet und mit einem unterstützenden Farbklang verbindet. Zum Verwechseln ähneln sich Körpertorso und Pflanzenstruktur, fortwährend spielt der Künstler mit der Transformierung des Lesbaren. Das florale Gebilde scheint den menschlichen Körper zu ersetzen – und andersherum. Dabei schafft Röttger ein Spannungsfeld zwischen der Linie und dem Körperlichen. Energisch verdichtet er die einzelnen Elemente und verkettet die Gitterstrukturen, so dass der Betrachter die entstehenden Bilder frei und immer wieder neu interpretieren kann.
Der Kampf mit
dem Unsichtbaren

Mit seiner Komposition kennzeichnet der Künstler bewusst die Antipoden von Harmonie, Symmetrie und Ruhe. Denn nicht immer scheint der Strukturverlauf die Dynamik und Kraft im harmonischen Sinne zu demonstrieren. Der Kampf mit dem Gegenüber oder dem Unsichtbaren wird deutlich. Die Zeichen einer Gefährdung sind unübersehbar.

Je tiefer Röttger in die Materie eindringt, umso stärker verschwimmen die Zuordnungen, umso spannungsreicher und unruhiger werden die Lesarten. Röttgers Strukturbilder lassen Mensch und Natur nicht nur eins werden, sondern separieren sie gleichzeitig voneinander.
„Zerwürfnis. Mensch – Natur“ ist bis einschließlich Sonntag, 1. November, im Sylt Museum während der Öffnungszeiten, Montag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr sowie Samstag und Sonntag von 11 bis 17 Uhr geöffnet, teilt das Museum mit.

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