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Ausbildungsprojekt „Festmachen auf Sylt“

Zehn erfolgreiche Absolventen

Foto: Dehoga Sylt Claas-Erik Johannsen mit den Absolventen des Projekts „Festmachen auf Sylt“ bei der Freisprechung am vergangenen Freitag im Friesensaal.

Insel Sylt.(red/hwi) Eine Besonderheit der diesjährigen Sommer-Freisprechung des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Sylt (Dehoga) war die Tatsache, dass nach dreijähriger Ausbildung auch die ersten Teilnehmer des Ausbildungsprojekts „Festmachen auf Sylt“ nach erfolgreicher Prüfung ihre Ausbildung erfolgreich beendeten. Aus diesem besonderen Anlass bat der amtierende Dehoga-Vorsitzende Raphael Ipsen daher Claas-Erik Johannsen, den früheren Dehoga-Vorsitzenden und Mit-Initiator des Projekts, den Teilnehmern der Freisprechung einen Überblick über dieses Projekt zu geben. Im Jahr 2015 hatten erste Geflüchtete an die Türen Sylter Hotels geklopft und gefragt, ob sie helfen, mitarbeiten, etwas verdienen könnten. Die Sylter Hoteliers waren beeindruckt, mussten aber zunächst rechtlich klären, wie eine Beschäftigung der Geflüchteten überhaupt möglich sein konnte. Mit den ersten Ergebnissen der Recherchen wurde durch den Dehoga Sylt und den Verein Sylter Unternehmer ein „Leitfaden für die Beschäftigung von Asylsuchenden und Flüchtlingen“ erarbeitet. Auf diese Aktivität wurde der damalige Hauptgeschäftsführer der IHK Flensburg, Peter Michael Stein, aufmerksam. Er bat die Beteiligten auf Sylt, auch das Thema Berufsausbildung in ihre Bemühungen zu integrieren. Die IHK zu Flensburg richtete in diesem Zusammenhang die Position einer Referentin für Flüchtlingsfragen ein und besetzte sie mit Catharina Nies. Unter ihrer Federführung konnten neben dem Dehoga Sylt und den Sylter Unternehmern weitere Partner für das Ausbildungsprojekt gefunden werden. Dies waren die Agentur für Arbeit in Flensburg, der Kreis Nordfriesland mit seiner Ausländerbehörde und seinem Sozialzentrum, die Gemeinde Sylt, die Berufliche Schule des Kreises Nordfriesland in Niebüll mit seiner Außenstelle Westerland und vor allem der Verein Integrationshilfe Sylt. Mit dabei war auch die Sylt Marketing GmbH mit ihrem Geschäftsführer Moritz Luft, der dem Projekt seinen finalen Namen gab – ‚Festmachen auf Sylt‘. In mehreren Gesprächsrunden wurde das Konzept erarbeitet. Da die sprachlichen Hürden die größten der zu erwartenden Schwierigkeiten darstellte, sollten der eigentlich dreijährigen dualen Berufsausbildung Sprachkurse vorgeschaltet werden, die sich inhaltlich auf die künftigen Aufgaben im Hotel- und Gaststättengewerbe bezogen. Parallel sollten sich die Bewerber und die späteren Ausbilder der Sylter Betriebe gleich zu Anfang des Projekts kennenlernen. Also wurden der eigentlichen Ausbildung sowohl eine mehrmonatige Herbstqualifizierung inklusive dreier einwöchiger Praktika in unterschiedlichen Betrieben sowie eine weitere sechsmonatige Einstiegsqualifizierung vorangestellt, so dass die gesamte Ausbildung in Summe vier Jahre in Anspruch nehmen sollte. Eine erste Anfrage an die Sylter Ausbildungsbetriebe im Jahr 2016 ergab eine sehr große Bereitschaft, das Projekt aktiv zu begleiten; 19 Betriebe stellten 33 Ausbildungsplätze zur Verfügung, jeder der Betriebe benannte Integrationslotsen. Ebenfalls im Sommer 2016 konnte die IHK 54 Bewerber für das Projekt ‚Festmachen auf Sylt‘ zu Vorstellungsgesprächen nach Westerland einladen. Daraus wurden 22 Teilnehmer eingeladen, im Herbst 2016 in die erste Herbstqualifizierung einzusteigen. Viele Monate und Praktika später wurden 22 Ausbildungsverträge unterzeichnet. Auf dem Weg dahin mussten viele Details bearbeitet und organisiert werden, Themen wie Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigungen, drohende Abschiebungen, Unterkünfte finden, – um nur einige Bespiele zu nennen. Eine große Motivation für alle Beteiligten war im März 2017 der Besuch des damaligen Umweltministers von Schleswig-Holstein und Grünen-Politikers Robert Habeck auf der Insel, der sich begeistert zeigte: „Das Projekt ‚Festmachen auf Sylt‘ ist ein exzellentes Beispiel dafür, wie innovativ und flexibel der ländliche Raum auf Herausforderungen reagiert.“ Von den 22 Teilnehmern im Sommer 2017 traten nach drei Jahren Ausbildung und überstandener Zwischenprüfung im August 2020 zehn Teilnehmer zur Abschlussprüfung an, acht absolvierten die Prüfung erfolgreich. Nahezu alle erfolgreichen Prüflinge bleiben als Fachkräfte in ihren Sylter Ausbildungsbetrieben, um dort an ihrer weiteren Entwicklung zu arbeiten. Der Name des Projekts hat sich bewahrheitet, die erfolgreichen Prüflinge sind tatsächlich „Festmacher auf Sylt“ geworden, dafür herzlichen Glückwunsch. Der nächste Jahrgang ‚Festmachen auf Sylt‘, der im Herbst 2017 die Herbstqualifizierung begonnen hat, wird im Sommer 2021 die Prüfung ablegen – es wird weitere ‚Festmacher‘ geben. „Das ist Sylt! Gastfreundschaft von Herzen, so lebt es Claas-Erik Johannsen und Familie vor. Von Beginn an war klar, dass eine Idee und Lösung her muss. Claas-Erik Johannsen war eine Antriebsfeder für das Projekt ,Festmachen auf Sylt‘ und dessen Erfolg. Danke für Dein, für Euer Engagement“, sagte der amtierende Dehoga-Chef Raphael Ipsen abschließend.

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