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EVS investiert 6 Millionen Euro in Fernwärme

Wie lange dauert das denn noch?

Foto: Frank Berno Timm Die Fernwärmegroßbaustelle im Bahnweg.

Westerland.(fbt) Die Straßen in Westerland werden in diesen Tagen naturgemäß voller: In Berlin, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und vor allem in Nordrhein-Westfalen sind wiedermal die Schulen geschlossen – diesmal nicht wegen Corona, sondern wegen ganz regulärer und lange geplanter Sommerferien. Gäste und Insulaner gleichermaßen werden in den kommenden Wochen eine Charakterprobe bestehen müssen: Hinterm Steuer wird eine Menge Geduld erforderlich sein. Die Szenerie ging am Mittwoch vergangener Woche so: Es beginnt, wenn man vom Bahnhof durch die Kjeirstraße in Richtung DRK-Rettungswache fahren will. Noch in Sichtweite des Bahnhofs ist die Spur Richtung Bahnweg dorthin verlegt, wo im Gegenverkehr normalerweise die Linksabbieger auf Grün warten.

Weiter Richtung Post: Der große, gelbe Vorwegweiser gibt keine Auskunft darüber, wohin man fahren kann, sondern eher darüber, wohin es nicht geht. Zum Bahnhof und dann nach Hörnum jedenfalls nicht. Genausowenig geradeaus ins nächste Wohngebiet, an der DRK-Wache vorbei; nur Umleitungen. Auch Fußgänger dürfen nicht jede Passage benutzen – Autofahrer tasten sich vorsichtig über die Kreuzung, ein Grüppchen Fahrradurlauber sucht seinen Weg.

Der Bahnweg ist halbseitig gesperrt. Auf der Seite, die stadtauswärts führt (von der Kreuzung Johann-Möller-Straße aus gesehen), ist das große Loch schon wieder geschlossen, nur die Straße noch nicht wieder hergestellt.

Bauleute? Nicht zu sehen. Auf der Seite der Rettungswache ist die Straße offen: Zwei Arbeiter arbeiten an einem großen, schwarzen Zwillingsrohr, das hier in die Erde gestopft wird. Mit großen Schirmen schützen sich die Bauleute vor der Hitze, ein Brenner zischt. Wie es scheint, wird es noch dauern, bis Autos, Zweiräder und Fußgänger hier wieder normal ihren Weg finden können.
Manche der Gäste kennen aus eigener Festlanderfahrung, wie Bauarbeiten die Wege verlängern. Anderswo nutzt man die Ferien, um die Straßen aufzureißen, weil dann weniger Leute unterwegs sind. Aber genau das passiert auf Sylt andersherum.

Aber was wird hier, mitten in der Westerländer Innenstadt, eigentlich gebaut? Und wie lange dauert das noch? Auf der Website der Energieversorgung Sylt (EVS) können Interessierte nachlesen, dass im Bahnweg eine Fernwärmeleitung gelegt wird (der Sylter Spiegel berichtete). Die Sperrung der Kreuzung Johann-Möller-Straße soll noch bis zum 17. Juli bestehen bleiben. „Im Verlauf des weiteren Fernwärmenetz-Ausbaus werden Sperrungen für die weiteren Bauabschnitte notwendig werden, über die die EVS rechtzeitig informieren wird“.

Das Unternehmen wollte – so die ursprünglichen Planungen – den Leitungsbau bis zur Maybachstraße bis zum Sommer und den Bau des entsprechenden Heizkraftwerks bis Ende des Jahres fertigstellen. Insgesamt handelt es sich um ein Sechs-Millionen-Euro-Projekt, das für rund 2.800 Haushalte Strom und für 1.200 Haushalte Wärme erzeugen soll.

René Petersen, Sachbearbeiter in der Verkehrsabteilung der Gemeinde Sylt, macht klar, dass sich die Arbeiten im Bahnweg – etwa wegen der beginnenden Hauptsaison – nicht unterbrechen lassen. Das Projekt Fernwärme umfasse insgesamt eineinhalb Jahre. „Wir versuchen, verkehrsmäßig das Günstigste rauszuholen“, so Petersen, die Arbeiten seien in Abschnitte eingeteilt und es gibt seinen Angaben nach enge Kontakte sowohl mit der EVS als auch mit der Baufirma. Der an der Baustelle liegenden DRK-Rettungswache wurde sogar eine extra Auffahrt gebaut, die wird jetzt während des nächsten Bauabschnitts wieder entfernt.

Petersen betont abschließend, er habe großes Verständnis dafür, wenn sich Leute an Bauarbeiten stören. „Es ist kein schnellerer Fortschritt zu erzielen“, erläutert er die schwache Besetzung im Bahnweg, mehr Leute würden sich nur gegenseitig im Weg stehen.

Der Bau eines Heizkraftwerks ist Teil des Gesamtprojekts Fernwärme, für das es Fördermittel gibt. Die allerdings fließen erst, wenn es angeschlossen ist.
Im Fall der Ecke Kjeirstraße/Kirchenweg ist nach seinen Worten vom zuständigen Experten ein sogenannter A1-Schaden an der Gasleitung festgestellt worden, den auch die EVS bestätigt. Der muss zwingend in fünf Tagen behoben werden. Die aktuelle Baustelle in der Norderstraße betrifft nach Petersens Worten einen Schaden, der innerhalb von 14 Tagen beseitigt werden muss.

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