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Der Sylter Shanty-Chor probt jetzt in der Keitumer Arena - neue Sänger willkommen

Singen in Corona-Zeiten

Foto: Uwe Schmale Erste Probe nach dreieinhalb Monaten „Corona-Pause“ unter neuen Bedingungen – unter freiem Himmel in der Keitumer Arena und mit viel Abstand zwischen den einzelnen Sängern und Musikern.

Insel Sylt.(red/hwi) Der folgende Textbeitrag wurde der Redaktion des Sylter Spiegels freundlicherweise von Uwe Schmale, Pressesprecher des Sylter Shanty-Chors, zur Verfügung gestellt.

„„So allmählich wurde es auch Zeit“, sagt Horst Henningsen. „Unsere Sänger und Musiker hatten schon Entzugserscheinungen!“. Der Leiter des Sylter Shanty-Chors sitzt am heimischen Schreibtisch und überarbeitet am PC Notenblätter. Denn endlich kann sein Chor nach mehr als dreieinhalb Monaten Unterbrechung wieder gemeinsam üben – wenn auch unter gänzlich anderen Bedingungen als zuvor. Geprobt wird jetzt im Freien und mit viel Abstand zwischen den Sängern und Musikern.

Auf Antrag des Chors hat der Keitumer Ortsbeirat in seiner jüngsten Sitzung dafür die Arena am Wattenmeer gegenüber vom Friesensaal zur Verfügung gestellt. Bis in den Oktober hinein dürfen die „Shanties“, wie die Chormitglieder liebevoll auf der Insel genannt werden, nun jeden Donnerstag ab 17 Uhr dort singen. „Natürlich nur bei trockenem Wetter”, wie Henningsen betont, denn Feuchtigkeit sei schädlich für die Instrumente der Musiker. „Wir sind dem Ortsbeirat Keitum wirklich sehr dankbar für die Genehmigung, die Arena nutzen zu dürfen”, so der Chorleiter, denn der eigene Probenraum unter dem Dach der alten Westerländer Realschule sei viel zu klein, um bei 40 aktiven Mitgliedern – 34 Sänger und 6 Musiker – die beim Singen notwendigen Abstände einhalten zu können.

Die nun wieder stattfindenden Übungsabende können allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass 2020 in jeder Hinsicht das bislang schwierigste Jahr in der über 40-jährigen Geschichte des Chors bleiben wird. Alle Konzerte und Auftritte vom 1. Mai bis Ende September mussten abgesagt werden, da sowohl die Musikmuschel als auch die Bühnen der Kursäle wegen der nötigen Mindestabstände zu klein sind. Damit fallen außer den Mitgliedsbeiträgen sämtliche Einnahmen weg, bei gleichzeitig weiter laufenden Kosten wie der Miete für den Probenraum.

Dabei sollte dieser Sommer eigentlich eine ganz besondere Konzertsaison werden. Erich Offierowski, ehemaliges Mitglied des Chores und Texter der inoffiziellen Hymne der Insel „Sonne über Sylt“ und weiterer Lieder, starb im vergangenen Jahr. Sämtliche Chormitglieder nahmen auf Wunsch seiner Witwe an der Seebestattung teil. „Ein sehr bewegender Nachmittag für uns alle“, erzählt Horst Henningsen. „Um ihm zu gedenken, wollten wir dieses Jahr in unseren Konzerten alle zehn Lieder singen, die er in den 1990er Jahren für uns getextet hat.” Erich Offierowski war in der Welt des deutschen Schlagers kein Unbekannter, schrieb er doch unter anderem Songtitel für Gitte, Roberto Blanco und Karel Gott. Und eben für den Sylter Shanty-Chor, in dem er, wenn er auf der Insel weilte, auch selbst mitsang. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben: „Unser geplantes diesjähriges Programm werden wir nun eben im kommenden Jahr singen“, so der Chorleiter.

Dann können hoffentlich wieder Konzerte im gewohnten Rahmen stattfinden. Ob dies auch schon Ende des Jahres für die beliebten Weihnachtskonzerte in den Inselkirchen in Westerland, Keitum und Morsum gilt, steht noch nicht fest. „Wir wissen es noch nicht und können nur die weitere Entwicklung abwarten“, so Henningsen. Erstmal hofft er auf einen möglichst schönen trockenen Sommer und Frühherbst, damit möglichst viele Übungsabende unter freiem Himmel stattfinden können. Zu denen sind auch neue Sänger herzlich willkommen, denn bei einem Altersdurchschnitt von 74 Jahren, der jüngste ist 49, der älteste 84, werden dringend Nachwuchssänger und –musiker Chor gebraucht. „Also einfach vorbeischauen“, fasst der Chorleiter zusammen.

Dies gilt aber auch für die Fans der Sylter Shanties unter den Insulanern und Gästen. Schließlich üben die Aktiven nun im öffentlichen Raum. Es ist keineswegs verboten, zufällig während der Proben in Keitum vorbeizukommen und zuzuhören. Uwe Schmale

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