Kurpark in Morsum: Kulturfreunde üben Kritik

„Es geht sehr schleppend voran“

Foto: © oh / Sylter Spiegel GmbH

Aktuell sieht das Areal des Kurparks wenig einladend für Gäste und Besucher aus.

Do, 16. Aug 2018
Morsum
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Sylt

Fast ein halbes Jahr ist es her, dass der Kurpark um das Muasem Hüs zentrales Thema bei der Jahreshauptversammlung der Morsumer Kulturfreunde war. Das in die Jahre gekommene Areal sollte modernisiert werden, und auch Bürgermeister Nikolas Häckel sicherte den Morsumern seine Unterstützung zu – viele Mitglieder verließen die Versammlung anschließend in der Hoffnung, noch 2018 durch einen neugestalteten Kurpark gehen zu können. Mit dem bisherigen Fortschritt ist Maren Ehmke indes nicht ganz zufrieden: „Es geht sehr schleppend voran“, berichtet die Vorsitzende der Morsumer Kulturfreunde. „Wie es aussieht, bekommen wir in diesem Jahr keine Gelder mehr für die Sanierung. Wir hoffen aber, dass der Bürgermeister sein Versprechen im kommenden Jahr einlösen wird.“

Bereits im November 2017 hatte der Morsumer Kulturverein die Neugestaltung des Parks beantragt: „Der Kurpark befindet sich in einem desolaten Zustand“, hieß es in dem Antrag an den Ortsbeirat. Grill- und Spielplatz seien marode, der Park selbst ungepflegt und ohne Struktur. Eine Neugestaltung sollte Abhilfe schaffen: Neben der Sanierung der vorhandenen Angebote waren in dem vorgelegten Konzept ein Barfußpfad und ein Verkehrsübungsplatz geplant. „Letzterer ist mittlerweile vom Tisch“, berichtet Maren Ehmke. „In einem Gespräch mit der Gemeinde sind wir dazu übergegangen, den Park naturverbundener zu gestalten, anstatt ihn mit Übungsstraßen zu asphaltieren.“ Stattdessen soll man in Zukunft über eine Streuobstwiese spazieren können: „Ein Morsumer hat uns in Aussicht gestellt, dafür 30 Obstbäume zu spenden.“

Dass die Obstbäume noch nicht stehen und auch sonst noch kein vollständig erneuerter Kurpark das direkte Umfeld des Muasem Hüs‘ ziert, liege nicht zuletzt am Zeitpunkt der Antragstellung, erklärt der Bürgermeister: „Als der Antrag im November 2017 gestellt wurde, war die Haushaltsberatung für 2018 schon durch – Finanzmittel für den Kurpark waren darin natürlich noch nicht berücksichtigt.“ Trotzdem sei auf dem Gelände um das Muasem Hüs bereits einiges passiert: „Der Grillplatz beispielsweise ist bereits wiederhergestellt worden: Dort haben wir die maroden Teile entfernt, eine neue Feuerstelle errichtet und den Platz gärtnerisch gepflegt. In Kürze wird er noch um einige Sitzgelegenheiten ergänzt.“

Für Maren Ehmke liegt die Priorität aber besonders auf dem Spielplatz: „Wir wünschen uns einen Mehrgenerationenspielplatz, auf dem nicht nur die Kinder aktiv sein können, sondern auch Trimmgeräte für Erwachsene stehen.“ Ein defektes Spielgerät sei in der Zwischenzeit entfernt worden – „leider, ohne für Ersatz zu sorgen.“ Auch hierbei müsse man die Haushaltsplanung für 2019 abwarten, erläutert Nikolas Häckel: „Der Spielplatz ist zwischenzeitlich in das Spielplatzkonzept der Gemeinde aufgenommen worden und kann – die Zustimmung des zuständigen Ausschusses vorausgesetzt – im kommenden Jahr erneuert werden.“

Für den Bau eines Barfußpfades – ebenfalls ganz weit oben auf der Wunschliste der Morsumer – könne sich die Gemeinde jedoch nicht verantwortlich zeigen: „Wenn sich dort jemand verletzen würde, beispielsweise an einer herumliegenden Glasscherbe, wären wir als Gemeinde in der Verantwortung. Darum müssten wir den Pfad tagtäglich kontrollieren – das ist für uns personell nicht umsetzbar.“ Es stehe den Morsumer Kulturfreunden jedoch frei, selbst einen Barfußpfad anzulegen und zu betreuen. Wird der Bürgermeister also, wie von Maren Ehmke erhofft, sein Versprechen einlösen und im kommenden Jahr für einen neuen Morsumer Kurpark sorgen? „Durch den Wegfall des Verkehrsübungsplatzes ist das alte Konzept hinfällig. Es ist nun an den Kulturfreunden, dem Morsumer Ortsbeirat rechtzeitig ein neues Konzept vorzulegen, damit es im kommenden Haushalt berücksichtigt werden kann.“ Sein Versprechen habe Nikolas Häckel indes bereits eingelöst: „Ich habe schon auf der Jahreshauptversammlung gesagt, dass keine Finanzmittel bereitstehen, wir aber auch ohne Budget etwas machen können. Im April habe ich zu Gesprächen mit den Kulturfreunden eingeladen und Ideen dazu vorgestellt. Wir als Gemeinde haben bereits vieles geleistet – was ich versprochen habe, habe ich auch getan“, sagte er abschließend.