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Leser sagen ihre Meinung

„Noch viel Klärungsbedarf“

Foto: Lars Schmidt

Zum Thema „Amtsverwaltung“ für alle Sylter Gemeinden erhielten wir einen Leserbrief von Lars Schmidt, Fraktionschef der Partei „Zukunft.“

„In der Einwohnerversammlung der Gemeinde Sylt am Mittwoch, 21. Oktober, geht es um den Beitritt der Gemeinde Sylt zum Amt Landschaft Sylt. Dieser Beitritt soll auf Antrag der CDU schon einen Tag später in der Gemeindevertretung beschlossen werden. Ich sehe zwar den grundlegenden Vorstoß der CDU in Richtung mehr insularer Zusammenarbeit positiv, mache aber in meiner Ausarbeitung, die ich an die politischen Vertreter der Insel und an die Verwaltung verschickt habe, auch klar, dass der Prozess eben nicht durch einen einfachen Beitritt der Gemeinde Sylt zum Amt zu lösen ist. Des Weiteren bestehen auch im formalen Bereich noch viele Punkte mit Klärungsbedarf. So sehen Amts- und Gemeindeordnung vor, dass die Gemeinde Sylt ihren hauptamtlichen Bürgermeister aufgeben müsste, wenn sie dem Amt beitritt, aber nicht mehr dessen Geschäfte führen möchte. Würde man sich in einem solchen Fall doch für den Fortbestand der Hauptamtlichkeit entscheiden, würde der Bürgermeister genau wie vorher auch zum Beispiel für die Erstellung von Vorlagen zuständig bleiben.
Auch grundsätzliche Dinge sind noch zu diskutieren, denn es ergäbe sich im Falle einer Amtslösung gemeinsam mit der Gemeinde Sylt ein starkes Ungleichgewicht im neuen Amtsausschuss zu Gunsten der Gemeinde Sylt. Gleichzeitig würden die Vorteile der bisherigen Amtsgemeinden durch den alten Geschäftsführungsvertrag wegfallen, was bei einer aktualisierten Verteilung der Kosten nach Einwohnern für die bisherigen Amtsgemeinden deutliche Mehrkosten bedeuten könnte. Ich sehe wenig Chancen auf eine schnelle Realisierung eines insularen Amtes und plädiere eher dafür, in Ruhe mit dem Land zu verhandeln, um gegebenenfalls über Sonderregeln, die durchaus möglich sind, ein Modell für die Insel zu entwickeln, das unter Aufhebung der Teilfusion eine insulare Verwaltung mit direkt gewähltem Amtsausschuss ermöglicht. So könnte Westerland seine Stadtrechte zurückbekommen, wäre aber nicht mehr der dominierende Part im Amt. Denn alle anderen Gemeinden hätten zusammen dann mehr Stimmen.“

Lars Schmidt
Morsum

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