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Sylter Unternehmer warnen vor Fehlinvestition

Multipark ja, aber bitte woanders

Foto: hwi Das Sylt-Stadion von der Himmelsleiter aus gesehen (Foto). Die Sylter Unternehmer haben die Verlegung des Skateparks ins Sportzentrum Sylt-Ost angeregt.

Westerland.(pas) Der Druck auf das Sylt-Stadion als Standort für den geplanten Multipark wächst: Nachdem sich die Anwohner bereits in einer Interessengemeinschaft formiert hatten, weil sie um ihre Ruhe und den Dünenblick fürchten (wir berichteten), meldete sich nun noch einmal der Verein Sylter Unternehmer (SU) zu Wort – mit der Bitte, zumindest den geplanten Rollsportpark an das Sportzentrum Sylt-Ost an der Keitumer Landstraße zu verlegen. „Wir sind ausdrücklich für einen Multipark“, betonte der Vereinsvorsitzende Karl Max Hellner am vergangenen Freitag in einem Pressegespräch. „Wir glauben aber, dass zahlreiche Gründe dafür sprechen, den Standort noch einmal zu überdenken.“

Schon im September vergangenen Jahres hatte der Verein in einem öffentlichen Brief zu dem umstrittenen Projekt Stellung genommen.

Dem Vorstand sei danach vielfach unterstellt worden, gegen die Multipark-Pläne zu sein, berichtete Hellner. „Das Gegenteil ist der Fall; wir sind von den Plänen begeistert. In Tinnum gibt es ein Sportzentrum, das von dem Angebot enorm profitieren würde: Schon jetzt gibt es dort eine Sporthalle, einen Fußballplatz und eine Rennstrecke für Motocrossfahrer.“

Der Lärm, der von einem Skatepark ausgehe, würde dort nicht stören, glaubt der Vorsitzende. „Skaten geht immer auch mit weiteren Geräuschquellen einher, wie lauter Musik und Anreiseverkehr. Ich glaube nicht, dass Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto 600 Meter weit zur Schule fahren, sie dann am Nachmittag zu Fuß oder mit dem Fahrrad zum Skatepark schicken.“ Zudem gelte das Argument der einfachen Anreise ohnehin nur für Westerländer. „Wir bauen aber für alle Sylter. Viele von ihnen hätten in Tinnum eine deutlich einfachere Anreise.“

Der Unternehmerverein befürchtet, dass am Ende hunderttausende Euros am Sylt-Stadion versenkt werden könnten, würden die Anlieger klagen und Recht bekommen: „Im schlimmsten Fall dürfte der Skatepark dann nur noch von 10 bis 12 Uhr und von 15 bis 18 Uhr genutzt werden. Und werden dadurch die weiteren Bauabschnitte verhindert, hätten wir dort ein unfertiges, abgeschnittenes Ding stehen. Das kann doch keiner wollen.“

Den Vorwurf, wirtschaftliche Eigeninteressen für den Standort Sylt-Stadion am Fischerweg zu verfolgen, wies der Vereinsvorsitzende von sich: „Das Grundstück gehört der Gemeinde. Wir hätten also nicht mal die Möglichkeit, dort Wohnungsbau zu betreiben, selbst wenn wir es wollten – wie uns mehrfach unterstellt wurde.“ Dennoch betrachtet der Unternehmerverein die Situation naturgemäß auch von der wirtschaftlichen Seite: „Immer wieder kam das Argument auf den Tisch, öffentliche Fördergelder für das Projekt seien an den Standort Sylt-Stadion gebunden. Nun hat sich herausgestellt: Es wird offensichtlich gar keine Fördergelder geben.“ Die Vollfinanzierung des gesamten Multipark-Projekts wird also nach Angaben der Sylter Unternehmer aus der Gemeindekasse finanziert werden müssen. „Es wäre schmerzhaft, wenn mit Haushaltsmitteln in Millionenhöhe eine Betonfläche errichtet würde, die am Ende nicht oder nur zeitlich begrenzt genutzt werden dürfte.“

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