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Geplante Skateranlage: Nachbarschaft will ernst genommen werden

Lauter als ein Flugzeug

Foto: IG Die Nachbarn des zukünftigen Skaterparks wehren sich gegen die von ihnen befürchtete Lärmbelästigung in ihrer Umgebung.

Westerland.(fbt) In der Nachbarschaft des geplanten Sylter Multiparks regt sich deutlicher Widerstand gegen die geplante Skateranlage im Multipark. An die 40 Nachbarn haben sich in der Interessengemeinschaft (IG) Anlieger Sylt-Stadion zusammengeschlossen und melden sich mit Kritik zu Wort.

„Wir können es nicht akzeptieren, dass in unserer Nachbarschaft eine Skateranlage als Teil des Multiparks entstehen soll“, sagt Andreas Dobrzinski. Nach seinen Informationen soll sie 800 Quadratmeter groß und mit einer Lärmschutzwand versehen werden, die 5,50 Meter hoch wird. Die Nachbarn zweifeln am Lärmschutzgutachten der Gemeinde; die Geräuschkulisse der dort Ankommenden sei schlicht nicht berücksichtigt worden und der nächtliche Betrieb werde zu Konflikten mit der Nachbarschaft führen.

Nachbar Jan Hyunga ergänzt, die in Aussicht gestellten 116 Dezibel (A) müsse man mit anderen Werten vergleichen: „Eine Kreissäge erzeugt 100 dB, eine startendes Flugzeug 110 bis 114 dB“. Erich Spintig, der als Vorsitzender eine Eigentümergemeinschaft mit 36 Wohneinheiten in der direkten Nachbarschaft vertritt, ist zwar nicht gegen die anderen, ebenfalls geplanten Sportarten (etwa Leichtathletik), sieht aber durch den Rollsport die Eigennutz- und Vermietbarkeit der Wohnungen, für die er spricht, gestört. Und Spintig weiß, wovon er redet: Im Urlaub hat er einmal neben einer Skateranlage gewohnt: „Nach drei Tagen bin ich ausgezogen.“

„Wir sind nicht gegen den Multipark, aber eine Skateranlage gehört nicht in ein Wohngebiet“, ergänzt IG-Mitglied Ralf Schultz. Die Festlegungen des Bebauungsplans, der eine Pufferzone zu der Nachbarschaft vorsehe, „werden alle übergangen.“

Bislang, sagen die Männer übereinstimmend, seien die Bedenken der IG von der Gemeinde nicht gehört worden. Nun sei ein Bauantrag für die Lärmschutzmauer, die sie darüber hinaus als Verschandelung ansehen, gestellt. „Wir müssen gucken, was passiert“, sagt Dobrzinski, dann werde man weitersehen.

„Die Sylter kennen die Dimension der geplanten Anlage nicht“, bekräftigt Schultz. Die IG ist der Auffassung, dass hier für die Minderheit der Skater gebaut und eine Betonwüste geschaffen werde: Damit habe man auf der Insel schon einmal schlechte Erfahrungen gemacht. Nicht nur der geplante Umfang der Lärmschutzmauer, die nicht einmal alle schützen werde, stört sie, die IG hat auch die Befürchtung, dass das Bauwerk schnell von Graffitis verunstaltet wird. Und Erich Spintig ergänzt, eine Internet-Recherche zu anderen Skateranlagen in Schleswig-Holstein habe ergeben, dass diese sich immer weitab befinden. „Wenn die Anlage auf diesem Gebiet entsteht, dann muss es eine Halle sein“, bekräftigt Spintig.

Auf der Website der Gemeinde Sylt heißt es: „Der Multipark soll am Standort Sylt-Stadion im Süden Westerlands direkt hinter den Dünen entstehen“. Der geplante Rollsportpark für BMX-Radfahren, Skaten, Inlineskaten und Kickboarden werde ein Element des Parks sein.

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