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Sylter Westküstenradweg – Kritik der SPD

Kollisionen mit Fußgängern?

Foto: hwi Links ab für Fußgänger, rechts ab für Fußgänger und Radler – das ist der aktuelle Stand der Dinge. Links ab für Radler (dann auf breiterem Weg) und rechts ab nur noch für Fußgänger – so ist es für die Zukunft gewollt. Dagegen argumentieren allerdings die Sozialdemokraten.

Westerland.(red/hwi) Für Radfahrer ist Westerland fraglos ein schwieriges Pflaster, attestiert die SPD in einer Pressemitteioung. Daher unterstützt die Partei sowohl im Ortsbeirat als auch im Umwelt- und Verkehrsausschuss und in der Gemeindevertretung den geplanten Ausbau des Westküsten-Radwegs, der eine durchgängige Verbindung vom Süden bis zum Norden der Gemeindegrenzen ermöglichen soll.

Nicht nachvollziehbar sind für die Sozialdemokraten allerdings die mehrheitlichen Beschlüsse des Westerländer Ortsbeirats und des Umwelt- und Verkehrsausschusses der Gemeinde Sylt, den etwa ein Kilometer langen Streckenverlauf des Radwegs zwischen Parkplatz Seenot bis zur Höhe der Klima-Messstation zu verändern: Die in den beiden Gremien gefassten Beschlüsse sehen nach Agaben der Sozialdemokraten vor, den jetzigen Radweg entlang der Dünen in einen Gehweg umzuwidmen und den jetzigen, ein Stück weiter östlich verlaufenen Gehweg zu verbreitern und zu einem Radweg zu modifizieren.

Es gibt mehrere Gründe, warum die SPD dieser Empfehlung nicht zustimmt: „Der jetzige Gehweg führt an einigen Hausgrundstücken vorbei, die zum Teil, wie das Altenzentrum Westerland, von älteren Menschen oder – wie im Fall des Gästehauses des Schwalm-Eder-Kreises – von Familien mit Kindern bewohnt werden. Wenn diese von ihren Grundstücken kommend direkt den geplanten Radweg queren müssen, ist die Gefahr von Kollisionen mit Radfahrern groß“, warnt SPD-Ortsbeiratsmitglied Andreas Steinbiß. Unverständlicherweise seien, wie im Fall Elisabethstraße, von den politischen Befürwortern keine Gespräche mit den betroffenen Anwohnern geführt worden.

Doch auch andere Gründe werden von der SPD der Gemeinde Sylt angeführt: „Warum will man in Hinblick auf den Umweltgedanken unnötig Fläche versiegeln, da der jetzige, zwei Meter breite Fußweg zu einem vier Meter breiten Radweg ausgebaut werden soll?“ Außerdem seien damit Kosten in sechsstelliger Höhe verbunden, kritisiert der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Gerd Nielsen. Absehbar sei auch, dass Radfahrer, die die Strandübergänge oder die Strandgastronomie in diesem Bereich aufsuchen wollen, „kurzerhand den künftigen, dann direkt an den Dünen vorbeiführenden Gehweg nutzen würden“, so Nielsen. Der geplante Radweg hingegen wäre mit zwei Gefahrenstellen verbunden, da er die Auto-Zufahrten zu den Großparkplätzen Seenot und Uthlandstraße kreuze.
„Wir begrüßen das Radwegekonzept zwischen der südlichen Grenze Rantums und der nördlichen Grenze Westerlands grundsätzlich – und ebenso auch den Beschluss, Radfahrern in der Andreas-Dirks-Straße, und nicht in der Elisabethstraße, Vorrang einzuräumen, wobei der Rückbau öffentlicher Parkplätze sensibel zu handhaben ist. Gleichwohl dürfen wir das Wohl der Passanten und Spaziergänger nicht vergessen. Deshalb sollten die bewährten Verläufe des Gehwegs und des Radwegs vom Parkplatz Seenot bis zur Höhe der Gabelung nördlich der Klima-Messstation beibehalten werden“, unterstreicht SPD-Fraktionschef Holger Weirup mit Blick auf die noch bevorstehende Abstimmung in der Gemeindevertretung.

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