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Wenn der Postmann gar nicht klingelt

Es klappt nicht, oder nur schlecht

Foto: Frank Berno Timm Über die Postbankfiliale in der Kjeirstraße gibt es Beschwerden (großes Foto). Briefkästen werden sonntags nicht mehr geleert.

Insel Sylt.(fbt) Torsten Hinz ist sauer. Seit sechs Jahrzehnten macht der Rentner Urlaub auf Sylt, aktuell in Wenningstedt. Von Zuhause lässt er sich seine Zeitung nachschicken – theoretisch. Dass sie einen Tag später kommt, kennt er schon lange, aktuell ist es anders: Sie wird häufig „gar nicht zugestellt“. Das ist kein Einzelfall, wenn es um die Post geht. Briefkästen werden sonntags nicht mehr geleert. Kritik gibt es auch an langen Wartezeiten und unerwarteten Schließungen der Postbank-/Postfiliale in der Westerländer Kjeirstraße.
Postsprecherin Maike Wintjen betont, es werde „grundsätzlich an sechs Tagen in der Woche“ zugestellt. Das Aufkommen an Briefen ist nach ihren Angaben seit Jahren rückläufig, so dass nicht jeder Kunde jeden Tag Briefe erhalte. Insgesamt bearbeitet die Post täglich 57 Millionen Briefe bundesweit.

Wintjen weiter: „Die Zustellung auf Sylt ist stabil. Die Sendungsmengen sind hoch, unsere Kollegen machen ihren Job.“ Manchmal sei die Qualität der Anschriften ungenügend, wenn etwa die Appartement-Nummer nicht angegeben sei. Die Sonntagsleerung der Briefkästen ist nach Angaben der Postsprecherin vor rund neun Jahren für Sylt eingestellt worden.

Für die Zweigstelle in der Kjeirstraße ist nicht die Post, sondern die Postbank – die zu einem großen Frankfurter Bankhaus gehört – zuständig.
Sprecher Ralf Palm teilt mit, auf Sylt werde „aufgrund von mehreren Personalausfällen mit einem verkleinerten Team“ gearbeitet. Durch Einsatz von Kollegen anderer Filialen könne man bis auf eine Mittagspause aber regulär öffnen. Palm räumt ein, dass es durch die angespannte Personalsituation „vereinzelt zu längeren Wartezeiten“ kommen kann. An der Rückkehr zu den regulären Öffnungszeiten werde mit Hochdruck gearbeitet.
Kontrollorgan für die Post ist die Bonner Bundesnetzagentur. Sprecherin Ulrike Platz berichtet, dieses Jahr seien aus Sylt zwei Beschwerden zu Mängeln bei der Zustellung eingegangen, eine besondere Häufung könne man aber nicht feststellen. Sylter sollten sich bei anhaltenden Mängeln nicht nur beim Postdienstleister, sondern auch beim Verbraucherservice Post der Bundesnetzagentur beschweren.
Laut Ulrike Platz dringt die Bundesnetzagentur dann auf eine Behebung. Und: „Es gibt kein gesetzliches Instrumentarium, durch das ein Postdienstleister im Einzelfall im Wege einer behördlichen Anordnung o.ä. zur Einhaltung einer bestimmten Qualität verpflichtet werden könnte.“
Das Onlineformular für Beschwerden bei der Bundesnetzagentur steht hier: www.bundesnetzagentur.de/verbraucherservice-post

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