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Seit 15 Jahren lebt Barbara Witt mit einer geschenkten Lunge

Die Krise überstanden

Foto: Bettina Dethloff Barbara Witt mit Ehemann Uwe.

Von Bettina Dethloff

Insel Sylt. Barbara Witt hat innerhalb von einer Woche gleich dreimal Grund zum Feiern. Am 7. Juli haben sie und ihr Mann Uwe 53. Hochzeitstag. Am 11. Juli jährt sich ihr zweiter Geburtstag zum 15. Mal und am 13. Juli wird sie 77 Jahre alt.

Dass sie all dies erleben darf, verdankt sie in erster Linie einem Menschen, den sie nie kennenlernen durfte – einem Organspender. Ihre anderen Lebensretter kennt sie sehr wohl: „Ich habe so viel Glück mit meinen behandelnden Ärzten!“, betont sie dankbar.

Als ihr Leben am seidenen Faden hing, betreute sie Professor Hinrich Hamm, zu der Zeit Chefarzt in der Inneren Abteilung der Nordseeklinik. „Ich fühlte mich wirklich gut aufgehoben, doch konnte auch er nicht verhindern, dass die schwere Lungenerkrankung fortschritt“, erinnert sich die Patientin. „Professor Hamm setzte sich schließlich dafür ein, dass ich bei „Eurotransplant“ gelistet wurde.“

Am 11. Juli 2005 bekam sie in der Medizinischen Hochschule Hannover den lebensrettenden Lungenflügel transplantiert. Ein neues Leben lag vor ihr, ein Leben ohne Sauerstoffflasche und lange Schläuche. Kaffeeklatsch mit den Freundinnen, Spaziergänge mit ihrem Mann Uwe, Konzertbesuche des Sylter Shanty-Chors, all dies wurde wieder möglich.
Zeit-Taktungen gehören seit der Operation zu ihrem Leben: Alle zwölf Stunden muss sie lebenswichtige Medikamente einnehmen, alle vier Wochen kontrolliert Dr. Bodo Stoschus ihren Medikamentenspiegel. Halbjährlich überprüft Dr. Stefanie Kappes, Oberärztin in der Nordseeklinik, Gewebeveränderungen der Haut, die als Nebenwirkung der Medikamente häufig auftreten und in der Regel operativ beseitigt werden müssen.

Voller Dankbarkeit marschiert Barbara Witt durch das Leben, ignoriert die Prognosen nach der Transplantation, sie hätte rund „sechs Jahre geschenkt bekommen“. Doch dann kam er, der schwere Einbruch, nach 15 Jahren! Weihnachten nahte das Unheil in Form einer endlosen Diarrhoe, Heiligabend verbrachte sie im Isolierzimmer der Nordseeklinik.
„Uwe brachte mir einen friesischen Weihnachtsbaum mit“, berichtet sie und beide schmunzeln. Trotz allem.

Ihr ging es weiterhin schlechter. Der Medikamentenspiegel geriet durcheinander. Sie bekam Fieber, nahm unerbittlich Kilo für Kilo ab. Für eine Untersuchung musste sie ins Universitätsklinikum Kiel, einen Tag später kam sie zurück in die Nordseeklinik. „Zum Glück“, erklärt sie. „Hier fühlte ich mich viel wohler.“ Dennoch: Ihr Körper spielte verrückt. Der Medikamentenspiegel ließ sich nicht einstellen. „Sie müssen in ein Fachklinikum verlegt werden“, so sagte man ihr.

Das lehnte sie ab. „Ich wollte nicht mehr. Und wenn es nun sein sollte, wollte ich hier sterben.“
Nun lächelt sie schon wieder. „Doch sie gaben einfach nicht auf und machten mir immer wieder Mut.“ So wurde sie Anfang März ins UKE nach Hamburg-Eppendorf verlegt, ausgerechnet in das Krankenhaus, in dem sie geboren wurde. Sterben sollte sie dort nicht.

Nach einer intensiven Ursachenforschung und Behandlung brachte man sie drei Wochen später zurück nach Hause. „Hier wurde Barbara weiter behandelt und sehr engmaschig überwacht“, berichtet Uwe und sie fügt hinzu: „Mir geht es wieder bestens.“

Das ist auch gut so, denn ihr Mann ist krank und braucht sie. „Uwe ist dran“, erklärt sie mit einer Prise „Galgenhumor“. „Er war immer für mich da und nun ist es umgekehrt.“
Beim Fotoshooting strahlt sie in die Kamera. „Stell dich vor die Hortensien. Das passt gut zu der weißen Kleidung!“ ruft Uwe ihr zu. Sie winkt ihn zu sich. Dann lacht sie laut: „Ich bin Gott so dankbar, dass ich jetzt hier stehen darf!“

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