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Stellungnahme beider Seiten

Autokino Sylt vs. ISTS

Foto: Sabine Rasmußen

Statement von Birgit Osterhage, Autokino Sylt
Meinungsänderung unverständlich

„Wir wollen Fakten liefern, so dass sich jeder ein Bild machen kann. Zu den Fragen, warum das Autokino auf Ablehnung in Politik und ISTS stößt, haben wir keine Antwort.
Tatsache ist, dass wir uns im Vorfeld während der Projektplanung mit unserer Idee persönlich an den ISTS gewandt haben und mehrmals versucht haben, mit Herrn Douven Kontakt aufzunehmen. Der war für uns nicht erreichbar, so dass die weitere Kommunikation mit der Assistenz der Geschäftsleitung, geführt wurde. Diese Gespräche waren sehr freundlich und konstruktiv. Es hat eine mündliche Absprache gegeben, die später noch einmal schriftlich bestätigt wurde, dass der ISTS gegen die Untervermietung der Parkfläche an uns keine Einwände hat. Formal muss der Pächter der Fläche die Zustimmung beim ISTS einholen. Darüber hinaus hat der ISTS sogar die von ihm genutzte Fläche auf dem Parkplatz für uns geräumt.

Am 15. Juli tagte der Hauptausschuss der Gemeinde Sylt, der sich mehrheitlich gegen das Projekt Autokino ausgesprochen hat. Darauf Bezug nehmend, hat der ISTS uns am Folgetag per Mail ,nahegelegt, auf das Projekt zu verzichten‘. Am selben Tag wurde vom Pächter das Einverständnis zum Untermietverhältnis beim ISTS formal angefragt. Der ISTS forderte für die Genehmigung weitere Unterlagen an, die unverzüglich eingereicht wurden. Bis dahin war keine Rede davon, dass das angefragte Untermietverhältnis nicht gestattet wird. Der Empfehlung, auf das Projekt zu verzichten, konnten wir zwei Tage vor Veranstaltungsbeginn nicht mehr folgen. Angebote von uns an den ISTS, über die Situation persönlich zu sprechen, wurden nicht beantwortet.
Am Freitag, 24. Juli, erhielt der Pächter eine anwaltliche Abmahnung mit der Androhung einer fristlosen Kündigung des gesamten Pachtvertrages. Es wurde mitgeteilt, dass der Untermietvertrag an uns nicht genehmigt wurde und eine sofortige Kündigung an uns auszusprechen sei. Die fristlose Kündigung haben wir am selben Tag erhalten. Daraufhin haben wir alle weiteren Veranstaltungen abgesagt.

Wir haben auf Grundlage einer rechtsgültigen Genehmigung durch Bauaufsicht und Untere Naturschutzbehörde gehandelt und den ISTS freundlich gefragt, ob auf dem Parkplatz An der Oase das Autokino stattfinden kann, was positiv beantwortet wurde. Hätte der ISTS anfangs schon ablehnend reagiert, hätten wir diesen Standort gar nicht weiterverfolgt. Die Meinungsänderung des ISTS ist uns unverständlich, und sie steht in starkem Widerspruch zu den im Vorwege geführten Absprachen. Auch wenn wir nicht Vertragspartner des ISTS sind, konnten wir auf die in Aussicht gestellte Nutzung vertrauen, weil diese auch eine rechtliche Verbindlichkeit darstellt.“

Statement von Peter Douven, ISTS
Emotionen statt Sachlichkeit

„Es ist erstaunlich, was ein Autokino als Dino der Unterhaltungsbranche plötzlich an Emotionen und Unsachlichkeit hervorbringt. Erst kürzlich, im Shutdown, erlebten die Insulaner ihre Insel still und einsam und fanden es gut, zumindest am Anfang. Einige erkannten, dass es so auf Dauer nicht weitergehen kann, andere formierten sich zu Aktivistengruppen – nach dem Motto: Mir reicht‘s, weniger ist schön, Sylt den Syltern. Und Medien griffen das Thema dankbar auf, ja befeuern es.

Dann kam die Idee des Autokinos nach Sylt, als Kopie genau solcher Aktionen in Nordrhein-Westfalen, dort als Corona-geeignetes Veranstaltungskonzept inszeniert und durchaus geeignet, Infektionsschutz und Spaß zu verbinden. Eine solche Anfrage zur Durchführung auf dem Flughafen musste abgesagt werden, da dies über mehrere Wochenenden nicht mit den betrieblichen Möglichkeiten zusammenpasst. Eine Realisierung eines Autokinos als temporäres „Corona-Angebot“, zum Beispiel auf einem Parkplatz, war durchaus vorstellbar, auch wenn es, wie immer bei neuen Angeboten, auch kritische Stimmen gab: Lichtverschmutzung, Störung der Insekten, Autoverkehr. Solche Argumente fallen möglicherweise unter Corona-Nebenwirkungen.

Allerdings gibt es immer auch notwendige geschäftliche und rechtliche Rahmenbedingungen, die auch durch das Virus nicht ausgeschaltet werden: Verträge mit klaren Regeln. Der vom Autokino genutzte Parkplatz gehört dem Insel Sylt Tourismus-Service und ist verpachtet, wie üblich, mit konkreten Auflagen. Wenn ein Pächter einen gepachteten Platz für andere als für die vereinbarten Zwecke nutzen will, muss er das vor einer Vereinbarung erfragen. Dann wird über die Nutzung und deren Intensität gesprochen.

Fehler Nummer 1: Das ist nicht erfolgt, es wurde ein unzulässiger Vertrag geschlossen. Vorstellbar wäre unabhängig von der Meinung einiger Kritiker eine eingeschränkte Nutzung durch ein Autokino während der Hochsaison an den Wochenenden gewesen, um ein infektionssicheres Unterhaltungsprogramm anzubieten. Nicht vorstellbar ist allerdings eine längerfristige und intensive Nutzung für Veranstaltungen, wie der Veranstalter völlig überraschend in einem Interview zum Besten gab.

Das war Fehler Nr. 2. Die Art und Weise der veranstalterseitigen Aufarbeitung der selbst zu verantwortenden Fehler hat eine besondere Qualität und bedarf keiner weiteren Kommentierung. Zusammenfassend ist festzustellen, dass hier unprofessionell gearbeitet, unangemessen, nicht sachlich, dafür aber umso emotionaler kommuniziert wurde. Schade.“

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