In Rantum wird eine Abbiegespur nicht fertig

Die unendliche Geschichte

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Der Rantumer Ortsbeiratsvorsitzende Frank Zahel (l.) und Gabor Hnizdo, Direktor des Rantumer Dorfhotels, auf der Verkehrsinsel auf der L24.

Wed, 01. Aug 2018
Rantum
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Sylt

Schon als vor mehr als zehn Jahren das Dorfhotel Rantum gebaut wurde, kam der Wunsch nach einer Linksabbiegerspur an der L24 auf, um den zunehmenden Verkehr aus Westerland in Richtung Hafenstraße zu entzerren und den Fußgängern eine sichere Querung über die vielbefahrene Straße zu ermöglichen. Dennoch wurde die Baumaßnahme immer wieder verschoben, bis das Thema im Zuge der L24-Sanierung vor zwei Jahren erneut zur Sprache kam. Trotzdem verzögerte sich der Start der Baumaßnahme noch einmal: Als die Genehmigung des Landesbetriebs vorlag, waren die Sanierungsarbeiten abgeschlossen. Anfang 2018 die erlösende Nachricht: Der Linksabbieger wird gebaut. „Im April war Baubeginn, und am Anfang haben wir uns über den zügigen Fortschritt sehr gefreut“, erinnert sich der Vorsitzende des Ortsbeirats, Frank Zahel.

Im Juni hätte eigentlich alles fertig sein sollen, doch seitdem hat sich an der Kreuzung nicht mehr viel getan: Noch immer verhindert eine Absperrung die Einfahrt in die Hafenstraße, fehlen Ampelanlagen und Fahrbahnmarkierungen. Gabor Hnizdo, Direktor des Dorfhotels, ist außer sich: „Unser Hotel beherbergt derzeit rund 600 Gäste, die täglich die Straße auf dem Weg zum Strand überqueren – ohne Sicherheitsmaßnahmen.“ Jeden Tag höre er Autos, die hupend und quietschend zum Stehen kämen. Zwar gebe es einen alternativen Weg über die Straße, der über die rund 200 Meter südlich gelegene Ampelanlage führt, „aber ohne Hinweisschilder bringt das auch nichts.“

Frank Zahel sieht das ähnlich: „Die Menschen nehmen im Allgemeinen den kürzesten Weg, und manch einer schiebt mittlerweile schon selbst die Absperrung beiseite. Wir können doch in der Hauptferienzeit diese Kreuzung nicht geschlossen halten. Von der Verwaltung als dem Bauherrn erwarte ich, dass umgehend das Telefon in die Hand genommen wird und gefragt wird, wo es hakt“, so Zahel.

Genau das habe die Gemeinde getan, betont Bürgermeister Nikolas Häckel: „Ich bin zutiefst unzufrieden. Trotz mehrfacher Aufforderung durch unsere Tiefbauabteilung hat das Ingenieurbüro Haase und Reimer es versäumt, rechtzeitig die Planungsunterlagen zu erstellen und abzustimmen. Erst Mitte Juli kamen die Unterlagen – mit dem Hinweis, dass der Planer sich in den kommenden drei Wochen im Urlaub befinde.“

Auch für Dirk Rußkamp vom Amt für Umwelt und Bauen ist der Bauablauf völlig inakzeptabel: „Für die Demontage und Neuerrichtung der Fußgänger-Ampel waren die Abstimmungen viel zu spät, was auch dort zu zeitlichen Verzögerungen geführt hat.“ Im Ingenieurbüro fühlt sich unterdessen niemand verantwortlich: „Ich kann als Vertretung gar nichts zu dem Vorfall sagen“, so Kai Reimer. Sein Kollege Frank Haase war bis Redaktionsschluss nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.