Verkehrsausschuss will Tempolimit – unter anderem in Tinnum

Tempo 30 wird wohl kommen

Foto: © Wybke Wiegand / Sylter Spiegel GmbH

Demnächst Tempo 30 auch auf der Keitumer Chaussee im Ortsteil Tinnum? Dafür setzt sich der Umwelt- und Verkehrsausschuss ein – und hat gute Chancen auf Realisierung des Vorhabens.

Thu, 06. Sep 2018
Tinnum
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Westerland
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Sylt

„In der Gemeinde Sylt sind 580 Personen von Lärm betroffen“, führte Martin Seemann von der Gemeinde Sylt in der jüngsten Sitzung des Umwelt-, Küstenschutzund Verkehrsausschusses vorgestern Abend aus. Das entspreche 4,3 Prozent der Einwohner, so die Ergebnisse des Lärmaktionsplans der Insel Sylt.

Lärm ist eines der drängendsten lokalen Umweltprobleme. Eine hohe Lärmimmission stellt nicht nur eine Belästigung dar, welche die Lebensqualität negativ beeinträchtigt, sondern sie kann auch gesundheitliche Risiken zur Folge haben. Dies war im April schon Grund genug für den Bauausschuss der Gemeinde Sylt, auf Empfehlung des Ortsbeirates Westerland die Regelung für eine eingeschränkte Höchstgeschwindigkeit in den Nachtstunden von 30 km/h in den Umweltausschuss zu verweisen.

„Wir wären froh, wenn dort, wo Tempo 30 ausgeschildert ist, auch Tempo 30 gefahren wird“, bemerkte Kay Abeling. Dies sei auch für Radfahrer ungefährlicher. Dem Beschlussvorschlag, dass im gesamten Ortsteil Westerland sowie in Tinnum auf der Keitumer Chaussee in der Zeit von 22 bis 7 Uhr eine maximale Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h auf allen Straßen einzuhalten ist, wurde von Seiten der Ausschussmitglieder einstimmig zugestimmt.

Hintergrund ist die „EUUmgebungslärmrichtlinie 2002/49/EG“, die vorsieht, dass ein europaweites einheitliches Konzept festgelegt wird, um schädliche Auswirkungen durch Umgebungslärm zu mindern. Diese Richtlinie wurde im Bundes-Immissionsschutzgesetz und in der Verordnung über die Lärmkartierung national umgesetzt. Alle betroffenen Kommunen sind dazu verpflichtet, einen Lärmaktionsplan zu erstellen. Bei der Erhebung des Zahlenwerks wurde allerdings nicht erhoben, wie viele Urlaubsgäste und Zweitwohnungsbesitzer in diesen Bereichen ebenfalls von Lärm betroffen sind.

Die Umsetzung des Beschlusses des Umweltausschusses obliegt jedoch nicht der Gemeinde Sylt, sondern der Unteren Straßenbehörde. Die Gemeinde muss dort einen Antrag zur Ausführung stellen. Dass diesem dort stattgegeben werde, sei sehr wahrscheinlich, so Seemann, der einen zuversichtlichen Eindruck machte und auf andere Städte und Orte verwies, wo das Prozedere erfolgreich durchgeführt wurde.