Gesa Michaelsen neue Dorfmanagerin

„Anpacken für Dorfgemeinschaft“

Foto: © Heiko Wiegand / Sylter Spiegel GmbH

Mo, 11. Feb 2019
Sylt

Gemeinde Sylt.(hwi) Der Titel dieser beruflichen Tätigkeit mutet ebenso außergewöhnlich an wie ihre Stellenbeschreibung – der Name hingegen deutet klar auf Nordfriesland hin: Gesa Michaelsen ist die neue Dorfmanagerin der Gemeinde Sylt. Das, wofür Ralf Becker beim HSV auf der Lohnliste steht, soll Michaelsen in den Ortsteilen der Gemeinde Sylt richten: professionelles Netzwerken und Qualitäten aufbauen – oder, schlichter ausgedrückt – die Truppe zusammenhalten und zu neuen Perspektiven führen.

Die 56-jährige Tinnumerin will in enger Zusammenarbeit mit Bürgermeister Nikolas Häckel in jeden Ortsteil der Gemeinde Sylt und in jedes Dorf „sehr genau hineinhören, was der Ortsteil, was das Dorf genau braucht, wo die Bedarfe liegen“, sagte sie im Gespräch mit unserer Zeitung.

Konkret? „Sicherlich lässt sich an der Biike etwas verbessern – und ich möchte aktiv etwas dafür tun, damit die Biike weiterlebt“, ergänzte Gesa Michaelsen.

Noch konkreter? „Ich könnte mir beispielsweise ein Ritual vorstellen, wie man einen Streit im Biike-Feuer sozusagen rituell verbrennen könnte.“

Das Dorf weiterführen auf seinem Weg in die Zukunft – und das möglichst gemeinsam. Gesa Michaelsen sieht in der Koordination dieses Weges ihre Aufgabe. Dafür will sie beispielsweise auch mit den Dorfvereinen eng zusammenarbeiten. Und wie Kommunikation mit den Menschen funktioniert, das hat die Nordfriesin mit Wurzeln in Koldenbüttel bei Husum gelernt: Ich war in Wenningstedt in der Touristinfo tätig – und ich habe lange im Patientenmanagement gearbeitet. Ich war mein Leben lang mit Menschen in Kontakt.“

Der Rathauschef betonte, „dass es weniger darum geht zu versuchen, das Dorfleben früherer Zeiten zu rekultivieren. Das kann nicht funktionieren. Es geht nicht um den Rückblick, sondern um die heutige Zeit. Und um die Perspektiven für die Zukunft.“ Auch Häckel wird an dieser Stelle konkret: „In Keitum gibt es einen Feierabendkreis, der von Edeka-Johannsen in das Pastorat verlegt worden ist. In diesem Kreis soll Gesa Michaelsen mit den Menschen vor Ort ins Gespräch kommen, herauskriegen, was die Keitumer bewegt und was sich aus konkreten Ideen entwickeln lassen kann. Es geht ums Anpacken für die Dorfgemeinschaft.“

In den nächsten Wochen und Monaten soll es aber zunächst darum gehen, genau hinzuhören – und auch darum, sich nicht gleich vereinnahmen zu lassen, sondern einen freien Blick auf Probleme, Chancen und Perspektiven für jedes einzelne Dorf und für Westerland zu finden. Auf Gesa Michaelsen wartet eine Menge Arbeit.

Was sie tut, wenn es mal nicht darum geht, die Dörfer zu managen? „Ich habe ein Pferd, das in Morsum zuhause ist. Außerdem bin ich großer Schottlandfan – und wenn mal etwas mehr Zeit ist, fahre ich gerne Fahrrad, sehr gerne auch mal längere Strecken, beispielsweise an Flüssen entlang. So habe ich in der Vergangenheit beispielsweise schon die Donau gut kennengelernt – und den Main“, sagte die Tinnumerin, die vor 36 Jahren dort hingezogen ist und sich dort sehr zuhause fühlt.