Meerkabarett geht in 25. Jahr – und kämpft gegen Besucherrückgang

Dieses Jahr gilt‘s

Foto: © Archiv / Sylter Spiegel GmbH

Joachim Wussow geht mit dem Meerkabarett in das 25. Jahr. Höhepunkt ist die große Jubiläumsgala am Samstag, 4. August.

Mi, 28. Mär 2018
Rantum

Das Jahr 2018 wird für Joachim Wussow ein wichtiges Jahr werden – wenigstens in seiner Funktion als Chef des Meerkabaretts. Im 25. Jahr seines Bestehens steht eines der größten Kultur- und Kabarett-Festivals in Norddeutschland zur Bewährung, „denn wenn wir die durchschnittliche Besucherzahl unserer Veranstaltungen nicht über 300 bekommen, dann macht es keinen Sinn mehr, weiterzumachen“, sagte Wussow im Gespräch mit unserer Zeitung.

Hintergrund: Im vergangenen Jahr kamen zu den rund 50 Kulturveranstaltungen des Meerkabaretts im Schnitt nur noch 270 Besucher – und damit rund 60 weniger als im Jahr 2016, als sich noch durchschnittlich 330 Kulturinteressierte auf den Weg in die Abfüllhalle der Syltquelle machten. „Wir haben nicht an einem oder zwei Abenden Besucher verloren, womit der Schnitt gedrückt worden wäre, sondern die Rückgänge zogen sich durch das komplette Programm“, erläuterte Wussow.

Selbst die Top-Events des vergangenen Jahres, etwa der Abend mit Axel Prahl, zogen das Publikum nicht mehr an wie noch in den Jahren zuvor. „Positiv überrascht und gegen den Trend zugelegt hat Gitte Haenning, eine Künstlerin, die uns schon seit Jahren die Treue hält.“ Für das vergangene Jahr musste die Gemeinde Sylt mit 40.000 Euro aushelfen, um das Meerkabarett finanziell zu stützen. Davon will Wussow im 25. Meerkabarett-Jahr weg. Woran lag’s, dass sich im vergangenen Jahr weniger Kulturinteressierte auf den Weg nach Rantum respektive in den Keitumer Friesensaal machten? Ist die Konkurrenz in Sachen Kulturveranstaltungen auf Sylt inzwischen zu groß? „Daran liegt es aus meiner Sicht nicht“, sagt Joachim Wussow. „Wenn im Juli oder im August 100.000 Menschen auf der Insel zu Gast sind, sollte es nicht ins Gewicht fallen, ob an einem bestimmten Abend 300 Menschen in den Kursaal nach Wenningstedt oder Kampen fahren oder nicht.“

Joachim Wussow richtet den Blick jetzt nach vorn, stellt 2018 in den Mittelpunkt, das Jubiläumsjahr, und die Veranstaltungen, die im kommenden Sommer geplant sind. „Es werden über 50 Veranstaltungen werden, wir wollen wieder das größte und vor allem das nachgefragteste Kulturfestival im Norden werden.“ Der Keitumer Friesensaal ist mit 14 Veranstaltungen und nach fünf Jahren Pause mit dem Wissenschaftssommer Sylt im Boot. Und eigens für das Jubiläumsjahr gibt es darüber hinaus eine große Jubiläumsgala am Samstag, 4. August. Mit dabei: Künstler, die dem Meerkabarett seit vielen Jahren eng verbunden sind. Bekannt für seine unvergleichliche Musikalität und seinen humorvollen Charme wird Götz Alsmann als Conférencier alter Schule durch den Abend führen. Mit ihm werden die stets vor Energie strotzende Gayle Tufts, der intelligent-virtuose Kabarettist Florian Schroeder und der charismatische Musiker Stefan Gwildis sowie Gitte Haenning das Festprogramm gestalten. Neben den künstlerischen Genüssen darf sich das Publikum auch auf besondere kulinarische Genüsse freuen – ein exklusives Flying Buffet und Getränke sind im Ticketpreis inklusive.

Open-Air-Konzerte mit den Größen aus Rock, Pop und Schlager gehören ebenfalls zur langjährigen Geschichte des Meerkabaretts – das ist also im 25. Meerkabarett-Jahr ganz klar ein Muss – doch dieses Mal noch größer, noch knalliger: Im zukünftigen Dünenpark, dem ehemaligen Exerzierplatz der Marineversorgungsschule präsentiert das Meerkabarett XXL in List die Poplegende Anastacia und den absoluten Shooting-Star der deutschen Musikszene, Max Giesinger. Anastacia rockt am Donnerstag, 26. Juli, 19 Uhr, erstmals die nördlichste Bühne Deutschlands. Max Giesinger ist aus der deutschen Radiolandschaft mit seinen Singles „80 Millionen“, „Wenn sie tanzt“ und „Roulette“ sprichwörtlich nicht mehr wegzudenken. Am Dienstag, 31. Juli, 19.30 Uhr, steigt die Party mit Giesinger beim Meerkabarett XXL.

Dieses Jahr gilt’s also, wenn es um die Zukunft des Meerkabaretts geht: Es müssen sich im Sommer wieder mehr Menschen auf den Weg nach Rantum und Keitum – und nun auch noch nach List machen, um die Grundlagen für 2019 und weitere Jahre mit dem Meerkabarett auf Sylt zu legen. „Ich sage das klar, wenn wir eine durchschnittliche Besucherzahl von mindestens 300 dauerhaft nicht erreichen, macht es keinen Sinn“, sagte Joachim Wussow abschließend. Aber er ist optimistisch, dass er dies in diesem 25. Jahr wieder schaffen wird. Alles andere wäre für die Insel im Sommer jammerschade.