C.P.-Hansen-Preis für Dr. Roland Klockenhoff

In der Sylter Natur zu Hause

Foto: © Privat

Sammler, Forscher und Naturschützer auf den Spuren C. P. Hansens: Roland Klockenhoff. Foto: privat

Mi, 25. Sep 2019
Sylt

Insel Sylt.(red) Seit 25 Jahren heißt der Vorsitzende der Naturschutzgemeinschaft Sylt Roland Klockenhoff. Er ist Preisträger 2019 des C.P.-Hansen-Preises, der bereits seit 1960 jährlich für besondere Leistungen um die Bewahrung des Brauchtums auf Sylt vergeben wird.

 

Frühe Verbundenheit 

zu C.P. Hansen 

 

Eben noch war Klockenhoff noch an einem Ort, den er so gut kennt wie kaum ein anderer – dem Morsum Kliff. Mit dieser Naturschönheit, an der Millionen Jahre Erdgeschichte sichtbar werden, hat sich Klockenhoff schon in Jugendzeiten vertraut gemacht. Dort fing alles an.

Auch mit C.P. Hansen fühlt sich der Keitumer Arzt verbunden. „Wir sind beide Sammler“, sagte Klockenhoff, „ich guckte mir als Jugendlicher die Sammlung von C.P. Hansen im Heimatmuseum an, als ich gerade meine eigene Sammlung aufbaute.“ Roland Klockenhoff hatte begonnen, Versteinerungen zu sammeln, suchte zunächst Seeigel am Weststrand und am Ellenbogen. Schließlich wurde das Morsum Kliff „sein“ Sammel- und Forschungsgebiet, das er mit seinem guten Freund Kai-Uwe Bossau erkundete. „Einer ging links, einer rechts vom Spülsaum an der Abbruchkante. Wir sammelten Versteinerungen aller Art wie Haizähne, Gehörknochen von Fischen, Muscheln und Schnecken.“ Sie schickten ihre Funde einem Paläontologen, fragten um Rat. Den Wissenschaftlern, die sich mit den Lebewesen vergangener Erdzeitalter beschäftigen, waren die beiden bald um einige Nasenlängen voraus: „Die Paläontologen machten ja nur kurze Exkursionen auf die Insel, wir aber waren vor Ort“, lachte Klockenhoff. Sein Freund und er sammelten und dokumentierten ihre Funde eifrig weiter. Es entstand eine Forschungsarbeit, die die beiden 17-Jährigen im Wettbewerb „Jugend forscht“ einreichten. Ihr Lohn war der dritte Platz auf Bundesebene im Bereich Geowissenschaften.

 

Natur- und 

heimatverbunden

 

Nach dem Abitur leistete Klockenhoff seinen Zivildienst bei der Schutzstation Wattenmeer in Hörnum. „Die Schriften C.P. Hansens waren für mich in dieser Zeit aufschlussreiche Quellen und Nachschlagewerke, was Naturkunde und Archäologie der Insel anging“, sagte Klockenhoff. „Mich mit der Geschichte zu befassen, war für mich der Schlüssel für das Verstehen des Heute“.

Bei der Erstellung seiner Doktorarbeit während des Medizinstudiums an der Uni Kiel kam dann noch einmal C.P. Hansen ins Spiel. Denn Klockenhoff beschritt einen ungewöhnlichen Weg: Zwei Jahre lang schrieb er an einem medizinhistorischen Thema, das seine Heimatinsel betraf. „Sylter Landschaftsärzte 1786 bis 1890 und ihre Vorgänger“ lautet der Titel seiner Doktorarbeit, die vom Nordfriisk Instituut herausgegeben wurde. „Das machte mir mehr Spaß als die Arbeit im Labor. Und das war die Gelegenheit, sich mit der Geschichte Sylts auseinanderzusetzen, wobei ich an den Schriften C.P. Hansens natürlich nicht vorbei kam“.

 

Vorstand in der 

Naturschutzgemeinschaft

 

 Klockenhoff hat damit ein wichtiges Kapitel lokaler Historie erschlossen. Seine Arbeit zeigt auf, wie es dazu kam, dass die Landschaft Sylt, ein kommunaler Verband, 1786 erstmalig einen Arzt anstellte und stellt diesen und seine sechs Nachfolger vor. Schon als Abiturient war Klockenhoff Beisitzer im Vorstand der Naturschutzgemeinschaft Sylt. Clara Enss war damals die Chefin, schnell stieg Klockenhoff zum „Kronprinzen“ auf. Während seines Studiums hielten die beiden engen Kontakt und telefonierten ein bis zwei Mal die Woche. Als Clara Enss nach 19 Jahren den Vorsitz an Klockenhoff abgab, wurde dieser zum dritten Vorsitzenden des ältesten Naturschutzvereins in Schleswig-Holstein. „Als ich 1994 antrat, fing auch ein Geschäftsführer an. Das stellte die Arbeit des Vereins auf eine professionelle Basis“, blickte Klockenhoff zurück. Die Naturschutzgemeinschaft Sylt betreue die Naturschutzgebiete Braderuper Heide und Morsum Kliff. Dabei stehe die Heidepflege im Vordergrund. Der Verein betreibe das Naturzentrum Braderup, „auch eine Ausbildungsschmiede für junge aktive Leute“, wies Klockenhoff stolz auf die sechs bis sieben jungen Menschen hin, die dort jedes Jahr ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr oder ihren Bundesfreiwilligendienst absolvieren. Die drei Jugendgruppen des Vereins hätten es sich zur Aufgabe gemacht, Sylter Kindern und Jugendlichen die Insel-Natur nahe zu bringen. Auch mit zwei Grundschulen kooperiere der Verein unter dem Motto „Schule raus in die Natur“. „Wir sind aber auch Träger öffentlicher Belange und mischen uns ein, wenn es um Eingriffe in Naturflächen geht“, so Klockenhoff.

 

Verleihung am 8. Dezember

im Keitumer Friesensaal

 

Für den künftigen C.P. Hansen-Preisträger „ist das ehrenamtliche Engagement eine Bürgerpflicht.“ Er empfinde bis heute eine Lust daran, die mit einem Pflichtbewusstsein einhergehe. Und das liegt auch daran, dass Roland Klockenhoff mit dem Naturschutz bereits vor Jahrzehnten ein Lebensthema gefunden hat. 

Die Verleihung des C.P.-Hansen-Preises an Roland Klockenhoff findet am Sonntag, 8. Dezember, ab 11.30 Uhr, im Keitumer Friesensaal statt.