Halle 28: CDU-Antrag findet Mehrheit

200.000 Euro für Sanierung

Foto: © Archiv / Sylter Spiegel GmbH

Mi, 21. Nov 2018
Sylt

Knapp zweieinhalb Jahre nach dem Bürgerentscheid zur Erhaltung der Hallen 25 und 28 ist die Politik einen entscheidenden Schritt weitergekommen, was die Zukunft der Halle 28 betrifft. Mit knapper Mehrheit stimmte die Gemeindevertretung am vergangenen Donnerstag für einen Antrag der CDU-Fraktion. Mit diesem Antrag werden weitere 200.000 Euro aus Gemeindemitteln für Investitionen in den früheren Luftwaffenhangar freigegeben. Darüber hinaus trägt die Gemeinde Sylt die Betriebskosten für die Halle von anteilig jährlich bis zu 27.000 Euro. Und: Die Flughafen Sylt GmbH sowie die Mieter werden von der Gemeinde Sylt „von unvorhersehbaren notwendigen Investitionen zum Substanzerhalt“ freigehalten.

Dafür schließt die Flughafen Sylt GmbH als Eigentümerin der Halle 28 einen Mietvertrag mit dem hiesigen Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes. Das DRK bestätigt als Nutzer der Halle 28 seine Mietzahlung, ein Investitionsbudget in Höhe von 350.000 Euro abgeltend.

In namentlicher Abstimmung votierten neben den CDUGemeindevertretern auch die jeweils beiden Vertreter der Insulaner sowie von Zukunft für die Mittelfreigabe, macht summa summarum 15 Stimmen und damit die absolute Mehrheit. Die Gemeindevertreter von SPD, Grünen, SWG und SSW stimmten erwartungsgemäß mit ihren 14 Stimmen geschlossen gegen die CDU-Initiative.

Zum Thema entwickelte sich eine kontroverse, teilweise hitzig geführte Diskussion, in der in der Hauptsache Altbekanntes aufgewärmt wieder auf den Tisch gestellt wurde. CDU-Fraktionschef Oliver Ewald wies darauf allerdings eingangs hin, „dass für die Halle 28 inzwischen Statik, Brandschutz und der Schimmelbefall geklärt sind“. Dass es aber noch einiger Investitionen bedürfe. Es sei „Aufgabe der Politik, diesen Bürgerentscheid umzusetzen. Und im übrigen: Selbst wenn das DRK aus der Halle raus wäre, müsste sie stehenbleiben – wegen des Denkmalschutzes.“ Und: „Der Streit würde weitergehen.“

Holger Weirup sprach für die SPD-Fraktion von einer „Salami-Taktik“, man werde sich scheibchenweise der realistischen Investitionssumme für die Halle 28 annähern. „200.000 Euro sind eine sehr große Scheibe, aber bis zur tatsächlichen Investitionssumme ist noch viel Luft nach oben.“

Der Winterfrost werde die nächsten Schäden an der Halle verursachen – „50.000 Euro? Und kostet dann am Ende alles mit viel Glück zwei Millionen? Oder drei?“ Weirup plädierte für die Verweisung in den Finanzausschuss.

Dr. Roland Klockenhoff von den Grünen erinnerte daran, „dass der Bürgerentscheid eine Bindungsfrist von zwei Jahren hat. Die Halle 28 ist eine Katastrophenhalle, wir werden diesem Antrag nicht zustimmen.“

SWG-Sprecher Mario Pennino bezeichnete die Halle 28 als „Fass ohne Boden. In diesem Antrag steht nicht schwarz auf weiß, was mit dem Geld genau gemacht werden soll. Die SWG wird diesen Antrag ablehnen.“ Auch SSW-Sprecher Peter Erichsen lehnt für seine Fraktion weitere Zahlungen für die Halle ab.

Lars Schmidt von der Fraktion Zukunft wies derweil darauf hin, dass „200.000 Euro bereits für Zäune und Gutachten ausgegeben worden sind. Also nicht für Investitionen in die Halle. Und diese Summe wird jetzt nachgefordert.“

Hicham Lemssiah für die Insulaner wies ebenfalls darauf hin, „dass 100.000 Euro für Gutachten beschlossen wurden. Daraus hätte man etwas anderes machen können. Die Halle ein Fass ohne Boden? Das ist tatsächlich unehrlich.“