Für den Verein ließ sich kein Vorstand finden

Aids-Hilfe: Schluss zum Jahresende

Foto: © Archiv / Sylter Spiegel GmbH

Die Vorsitzende des Vereins: Elke Wenning.

Mi, 18. Okt 2017
Sylt

Am 31. Dezember diesen Jahres ist nach 22 Jahren Schluss. Dann wird der Verein „Aids-Hilfe Sylt – aktHIV für Nordfriesland“ aufgelöst. Warum es zu diesem Schritt kommt, erklärt Elke Wenning, Vorsitzende des Vereins, auf Nachfrage des Sylter Spiegels.

„Wie viele andere Vereine auch, benötigen wir einen Vorstand von mindestens drei Leuten. Nach 18 Jahren möchte eines unserer bisherigen Vorstandsmitglieder aufhören“, so Wenning. Bei der Jahreshauptversammlung, auf der auch die Neuwahl des Vorstandes angesetzt war, ist aber niemand der insgesamt 37 Mitglieder erschienen. Sie habe insgesamt zu drei Terminen eingeladen, erzählt Wenning, und jedes Mal kam nur der Vorstand. „Das ist natürlich sehr enttäuschend, aber fehlende Zeit und Engagement sind leider nicht unüblich im Vereinsleben“, erzählt sie.

In der dritten Einladung habe sie geschrieben, dass sie – wenn wieder niemand erscheint – davon ausgehen muss, dass die Aids-Hilfe nicht mehr gewünscht sei. Deshalb habe sie jetzt damit begonnen, den Verein aufzulösen. „Das geht natürlich nicht von heute auf morgen, sondern der Verwaltungsakt nimmt einige Zeit in Anspruch. Schließlich geht es auch um viel Geld“, so Wennig weiter. Der Verein wird vom Land gefördert. „Irgendwann ist Schluss“, so Wenning auf die Frage, ob es noch ein Hintertürchen gibt, sollte sich ein Bewerber für den vakanten Vorstandsposten finden. „Ein Zurück gibt es nicht mehr. Die Auflösung des Vereins ist bereits in die Wege geleitet. Aber es könnte sich natürlich ein neuer Verein gründen.“ Die Betroffenen auf Sylt und in Nordfriesland wissen bereits Bescheid, „aber ich bin natürlich auch weiterhin für sie da. Ich selbst betreue elf Menschen“, erklärt sie. Nach der Auflösung des Vereins sind für die Betroffenen das Gesundheitsamt Husum, die Aids-Hilfen in Heide, Kiel, Lübeck und Flensburg die nächstgelegenen Anlaufstellen. Mit dem Ende der „AidsHilfe“ wird es auch keine Aids-Gala mehr geben.