Andreas Eckermann fährt für Kinderhospize 1.100 Kilometer mit dem Rad nach Sylt

Ein Abenteuer für den guten Zweck

Mi, 17. Apr 2019
Sylt

Insel Sylt. Einmal quer durch Deutschland – mit dem Fahrrad und für den guten Zweck. Das dachte sich Andreas Eckermann aus Endingen am Kaiserstuhl. Vom südlichsten Punkt Baden-Württembergs (Grenzach-Wyhlen) bis zum nördlichsten Punkt Deutschlands auf Sylt. Am 31. Juli soll es los gehen. Die rund 1.100 Kilometer auf die Insel will er bis zum 11. August geschafft haben. Wie er auf die Idee kam und wem das Geld seiner Spendenfahrradtour zugute kommt, erzählt er im Gespräch mit Sylter Spiegel-Redakteur Matthias Kerber. 

 

Herr Eckermann, wie sind Sie auf die Idee gekommen, einmal quer durch Deutschland mit dem Fahrrad zu radeln – und das Ganze auch noch für den guten Zweck?

Eigentlich ist es eine Kombination aus zwei Gründen, die mich schließlich dazu bewogen haben, dieses Projekt zu starten. Ich bin seit vier Jahren Botschafter des Bundesverbandes Kinderhospiz und habe in diesem Rahmen an dem Kinderlebenslauf teilgenommen und dafür im vergangenen Jahr eine kleine Etappe von 80 Kilometern mit dem Rad zurückgelegt. Beim darauffolgenden Familienurlaub an der Nordsee entstand nach einem Tagesausflug nach Sylt die Idee, diese wunderschöne Insel einmal mit dem Rad zu erkunden. Auf der Rückfahrt nach Hause hat mich die eintönige Autobahnfahrt ziemlich gelangweilt, so dass ich mir überlegt habe, diese Strecke mit dem Rad zurückzulegen. Und wenn ich dann schon so etwas mache, dann sollte es auch für einen guten Zweck sein (lacht).

 

Wie war denn die Resonanz auf Ihr Vorhaben bisher?

Ich habe wahnsinnig viel positives Feedback bekommen, in einer Dimension, die ich mir nicht habe vorstellen können. Auf Facebook und Instagram habe ich bereits mehr als 6.000 Follower, die dieses Projekt begleiten. Über diese Kanäle halte ich alle Interessierten über das Projekt auf dem Laufenden. 

 

Das gespendete Geld soll dem Bundesverband Kinderhospiz zugute kommen. Wie kam Ihr Engagement für diese Institution zustande?

Ich bin, wie gesagt, seit rund vier Jahren Botschafter für den Verband Kinderhospiz. Der Impuls, mich dafür zu engagieren, kam mit der Geburt meiner Tochter, die für sie und meine Frau sehr schwierig war. Nachdem beide nach drei Wochen wieder aus dem Krankenhaus entlassen wurden, hatte ich das Gefühl, etwas Gutes tun zu wollen. Über einen Freund bin ich dann mit dem Verband in Kontakt gekommen.

 

Wie ist denn der momentane Stand der Dinge in Sachen Vorbereitung? Immerhin wollen Sie in weniger als zwei Wochen rund 1.100 Kilometer mit dem Rad zurücklegen.

Zurzeit mache ich fünf- bis siebenmal Sport in der Woche und fahre rund 300 Kilometer mit dem Rad. Dazu jogge ich noch und mache Krafttraining für die Rumpf- und Rückenmuskulatur. Das ist besonders wichtig, weil man nach vier bis fünf Tagen auf dem Rad seinen Rücken definitiv merken wird (lacht). 

 

Das hört sich ziemlich anstrengend an.

Das ist es auch, aber der Vorteil bei der Sache ist, dass ich dadurch auch überschüssiges Gewicht verliere. Es gab eine Zeit, in der ich so um die 100 Kilogramm gewogen habe, jetzt bin ich bei 74 Kilo.

 

Und wie bereiten Sie sich in Sachen Ausrüstung auf die Tour vor?

Das fängt bei einer speziellen Radlerhose an, die meinen Hintern schützt, geht über Barfußschuhe, weil diese wenig Platz wegnehmen, und hört bei einer 17 Liter fassenden Satteltasche für mein Rennrad auf.

Zudem werde ich mir im Voraus ein Paket mit Wechselwäsche nach Düsseldorf schicken. 

 

Haben Sie auf Ihrer Tour festgelegte Haltepunkte, oder entscheiden Sie spontan, wo Sie übernachten werden?

Auf meiner Tour gibt es nur zwei festgelegte Stopps. Zum einen in meinem Heimatort Endingen, wo es einen kleinen Empfang geben wird, zum anderen im Kinderhospiz Bethel in Bielefeld. Ansonsten halte ich, wo es mir gefällt.

Wie können die Menschen, die Ihre Aktion unterstützen möchten, denn spenden?

Es gibt zwei Möglichkeiten, um mich und damit den Bundesverband Kinderhospiz bei meinem Projekt der ‚Spendenradtour‘ zu unterstützen. Auf der Webseite www.spendenradtour.de kann von einem Cent pro Kilometer bis zu einem individuell festgelegten Betrag gespendet werden. Die andere Variante ist eine direkte Überweisung auf das Spendenkonto IBAN: DE58 6805 1004 0004 7707 07 unter dem Verwendungszweck ‚Spendenradtour‘. 

Ich möchte betonen, dass jeder gespendete Betrag zu einhundert Prozent an den Bundesverband Kinderhospiz geht, der es dann für verschiedene Projekte einsetzen wird. Alle Kosten der Tour – Übernachtung, Verpflegung und Ausrüstung – werden komplett von mir selbst übernommen. 

 

Was für eine Spendensumme erhoffen Sie sich am Ende Ihrer Tour auf Sylt am 11. August?

Es wäre wirklich toll, wenn am Ende eine fünfstellige Summe zusammenkäme. Am Ende der ersten Etappe in meinem Heimatort Endingen werde ich die vorläufige Spendensumme bekanntgeben. 

 

Wie viele Spender und Unterstützer gibt es denn bisher?

Rund 180 Menschen haben mich bisher auf vielfältige Weise unterstützt. Sei es durch eine Geldspende oder aber durch Sachspenden. Das Hotel Sylter Hahn hat mir drei Nächte spendiert. Das eingesparte Geld für die Übernachtung spende ich somit für meine Aktion. Ein Bäcker aus meiner Region hat eigens ein Radlerbrot kreiert und der Chef eines Betonwerks am Startpunkt in Grenzach-Wyhlen, der zufälligerweise von der Insel Sylt stammt, spendet einen Euro pro Kilometer. Von 11 Euro bis 3.000 Euro ist bisher alles dabei.