Heiße Phase der Marschbahn-Bauarbeiten beginnt

„Die Insel muss erreichbar bleiben“

Viel Geduld brauchen die Pendler im November. Foto: Krüger

Mi, 16. Okt 2019
Sylt

Insel Sylt.(nk/red) Aufgrund der immer noch unbefriedigenden Situation auf der Marschbahn, lädt der Kreis Nordfriesland zum bereits dritten öffentlichen Bahngipfel ein. Vor allem Pendler und Unternehmer von der Insel Sylt, sind eingeladen, am kommenden Dienstag, 22. Oktober, an der Anhörung mit viel Zeit für Diskussionen teilzunehmen.

 

Imageschaden für Sylt

 

Trotz erheblicher Anstrengungen der Deutschen Bahn prägten Betriebsstörungen, Fahrzeugausfälle und teilweise erhebliche Verspätungen weiterhin das Bild, schreibt der Kreis Nordfriesland in seiner Einladung. Die Pünktlichkeit der Züge liege weiterhin unter dem Landesdurchschnitt und nehme nach zwischenzeitlicher Verbesserung sogar wieder ab. Die Pendler kämen immer noch nicht zuverlässig zur Arbeit oder nach Hause. Unternehmen und Betriebe auf Sylt stellten die Abwanderung von Fachkräften fest und könnten freie Stellen nicht mehr besetzen. Auf längere Sicht sei ein Rückgang der Urlauberzahlen zu befürchten. Der Imageschaden sei immens.

Ronald Glauth vom Sylter Unternehmer e.V. sieht optimistisch in die nahe Zukunft und geht noch einmal an den Anfang der Diskussion zurück und erinnert daran, dass man gerne in Keitum die existierenden Parkplätze ausgeweitet hätte, um Pendlern während der Baumaßnahmen mehr Platz einzuräumen. „Das hat aber im Ortsbeirat keine Mehrheit gefunden“. 

Auch waren weitere Behelfsparkplätze in anderen Gemeinden im Gespräch, denn zwischen dem 4. und 6. November fahren zwischen Keitum und Westerland keine Züge, so dass mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen gerechnet werden muss.  

Glauth sei jedoch froh, dass der Westerländer Bahnhof nicht eine ganze Woche, sondern nur an diesen drei Tagen mit der Bahn nicht erreichbar sei. „Wichtig ist doch, dass die Insel erreichbar bleibt“, findet er – am Wochenende sei das mit Personen- und Autozügen auch möglich. Glauth setzt außerdem auf die Fähre: Diese fahre weiter, es gebe sogar ein zweites Schiff (wir berichteten), die beiden Fähren transportierten auch Güter. „Es lässt sich alles lösen“, so Glauth. 

Im Moment ist der Verein mit einem Empfehlungsschreiben für die Mitglieder beschäftigt, dass alle Ausweichmöglichkeiten zusammenfasst – es solle noch in dieser Woche herauskommen. 

Noch pünktlich vor Beginn des Bahngipfels hat die Deutsche Bahn nun einen 15 Seiten umfassenden Ersatzfahrplan herausgebracht. In dem Plan ist zusammengefasst, wie zwischen dem 4. und dem 29. November Ersatz- und Notverkehre wegen der anstehenden Bauarbeiten zwischen Niebüll und Klanxbüll beziehungsweise Husum/Klanxbüll und Westerland (Sylt) ablaufen werden. 

Für manche Züge gibt es Busersatz, andere verkehren später – oder auch früher. Relativ häufig geht es nach folgendem System: Von Westerland bis Klanxbüll fährt der Zug später, von Klanxbüll bis Niebüll geht dann der Bus, ab Niebüll bis Hamburg die reguläre beziehungsweise zeitlich angepasste Verbindung – vermehrtes Umsteigen ist angesagt und Reisende müssen mehr Zeit einplanen. 

Wie gut das alles funktionieren wird, bleibt abzuwarten, die gegenwärtigen Bauarbeiten liefen nach Plan, so Egbert Meyer-Lovis, Presseprecher der Deutsche Bahn AG in Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bremen.

Die Erreichbarkeit der Insel Sylt während der Baumaßnahmen, welche Mehrbelastungen auf Pendler und Sylt-Besucher zukommnen werden, und die Frage, warum die im vergangenen Jahr umgesetzten Maßnahmen zur Steigerung der Zuverlässigkeit des Betriebes nicht zum gewünschten Erfolg geführt haben, sind nur einige der Themen, die am kommenden Dienstag, 22. Oktober, um 19 Uhr, in der Friedrich-Paulsen-Schule (Friedrich-Paulsen-Straße 5) in Niebüll mit Verantwortlichen besprochen und diskutiert werden. 

Gesprächspartner  an diesem Abend in Niebüll sind Landesverkehrsminister Dr. Bernd Buchholz, Torsten Reh (DB Regio Schleswig Holstein), Michael Körber (DB Netz AG), Burkhard Schulze (NAH.SH GmbH), Achim Bonnichsen (Pendlerinitiative), Moritz Luft (Sylt Marketing GmbH), Karl Max Hellner (Verein Sylter Unternehmer e.V.), und Burkhard Jansen vom Kreis Nordfriesland. 

Die Moderation übernimmt Landrat Florian Lorenzen.

Fragen des Publikums sind erwünscht. Der Kreis bittet um Anmeldung unter https://t1p.de/ny5e oder Telefon 04841 67362.