Größtes Sportereignis der Insel am Sonntag

Erster Syltlauf ohne Beilmann

Mi, 13. Mär 2019
Sylt

Tinnum.(sc) Es war ein Schock nicht nur für Laufbegeisterte und Mitglieder des Sportvereins TSV Tinnum 66: Am 2. August 2018 verstarb Franz Beilmann, der Vater des Syltlaufs, im Alter von 80 Jahren. Bis zuletzt zeichnete er für die Organisation der größten Sylter Laufveranstaltung verantwortlich. Anfangs nahm er noch persönlich teil: Beim ersten Syltlauf 1982 belegte er den fünften Platz – von nur zehn Teilnehmern. Dr. Wolfgang Schmiedeberg war damals mit einer inoffiziellen Zeit um 3:25:00 Stunden schnellster Läufer. Mittlerweile starten alljährlich mehr als 1.000 Läufer in Richtung Inselnorden, und mit der Organisation einer derartig großen Sportveranstaltung vererbt der Inselsportler, der allen als „Mister Syltlauf“ im Gedächtnis bleiben wird, eine enorme Aufgabe. 

„Franz Beilmann muss über das Jahr verteilt wirklich eine tonnenschwere Last mit sich herumgetragen haben“, so Reiner Gutsche. Er ist Vorsitzender des für den Syltlauf verantwortlichen Sportvereins TSV Tinnum 66. „Als wir von seinem Tod erfahren haben, hat es eine Weile gedauert, bis wir den Schrecken überwunden hatten. Aber dann haben wir uns zusammengesetzt und gesagt, der Syltlauf muss weitergehen. Treibende Kraft war dabei immer auch Franz Beilmanns Tochter Susanne Thesing. Uns war jedoch vom ersten Moment an klar: Die Aufgaben müssen auf viele Schultern verteilt werden. Und so bildete sich ein Organisationsteam, dem ich überaus dankbar bin: Neben Susanne Thesing gehört dazu Nicole Lorenzen, Uta Bahnsen, Claudia Wenzlaff, Uwe Glindmeier, Oskar Hansen, Roger Laß, Edgar Kratz, Wilfried ‚Charly‘ Scheewe und Dirk Andresen.“

Zum Glück hinterließ Franz Beilmann ausführliche Aufzeichnungen über die Planungsarbeiten sowie ein mehr als 50-köpfiges Team ehrenamtlicher Helfer: „Die wussten anfangs fast besser Bescheid als wir selbst“, erinnert sich Gutsche. Gemeinsam wurden die Aufzeichnungen selektiert und geordnet, die Aufgaben verteilt und regelmäßige Treffen fanden statt: „Wir Organisatoren haben uns alle 14 Tage zusammengesetzt und besprochen, was in den einzelnen Aufgabenbereichen zu tun war. Wenn man bedenkt, dass Franz Beilmann das alles allein gestemmt hat, ohne dass man im Verein viel davon mitbekam, dann kann man nur den Hut ziehen“, so der Vorsitzende. „Ich habe einen unglaublichen Respekt vor dieser Leistung.“

Obgleich es für alle Beteiligten ein Sprung ins kalte Wasser war, verliefen die Planungen ohne größere Schwierigkeiten: „Alle Beteiligten haben uns mit Leibeskräften unterstützt“, freut sich Gutsche, „sowohl die Energieversorgung Sylt und der Insel Sylt Tourismus-Service als Hauptsponsoren als auch die für die Genehmigung zuständigen Behörden und die Polizei.“ Dass es am Tag der Veranstaltung an der einen oder anderen Stelle mal haken könnte, schließt der Tinnum 66-Vorsitzende nicht aus, „aber ich bin mir sicher, dafür hat jeder Verständnis. Wir haben auf jeden Fall ganz viel Zuspruch dafür bekommen, dass wir den Syltlauf weiterführen.“ Darum soll es auch in den nächsten Jahren wieder einen Syltlauf geben, verspricht Gutsche: „Jetzt wissen wir ja, wie es geht – und ich muss zugeben, die Organisation hat uns allen auch viel Spaß gemacht. Wenn dieser Lauf hinter uns liegt, machen wir erstmal 14 Tage Pause – aber dann geht es direkt wieder von vorne los.“