Pläne für Umbau des Morsumer Kaysers vorgestellt

Ein Wirtshaus für Morsum?

Mi, 13. Mär 2019
Morsum
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Sylt

Morsum.(sc) Einst Morsumer Dorfladen, später Traditionslokal, heute nur noch Bauruine: Seit Jahren ist der Morsumer Kayser geschlossen, das Gebäude dem Verfall preisgegeben. Dies soll sich nun bald ändern – zumindest, wenn es nach Wolfgang Ruck geht. Auf einer Präsentationsveranstaltung am vergangenen Donnerstag stellte er im Muasem Hüs seine Pläne für eine mögliche Wiederbelebung der Gaststätte vor: Das Haupthaus auf der Ostseite soll erhalten bleiben, soweit es die Bausubstanz zulässt, die Gaststätte darin wiederbelebt werden. Neben dem Hauptgebäude soll ein neuer Anbau entstehen, „in dem meine Frau Gisela Mann-Gierlichs als Innenarchitektin ihr Büro und den Showroom haben wird.“ Im Obergeschoss sollen Personal- und Dauerwohnungen entstehen. „Dort, wo ich wohne, hätte ich gern ein Stammlokal“, erklärte der Bauträger sein Interesse an dem Objekt. „Meine Frau und ich haben beschlossen, unseren Lebensabend in Morsum zu verbringen, weil es hier noch eine intakte Dorfgemeinschaft gibt – dazu gehört aus meiner Sicht aber auch ein Wirtshaus, in dem sich sowohl die Morsumer als auch ihre Gäste wohlfühlen.“ Das große Geld wolle er mit dem Projekt nicht verdienen, und auch potenziellen Investoren stellte er keine hohen Renditen in Aussicht: „Mein Ziel ist es, mit dieser Gaststätte den Morsumern und deren Gästen wieder eine Begegnungsstätte zu schaffen, in der man sich wohlfühlt. Das kann nur gelingen, wenn der zukünftige Pächter die Gaststätte nachhaltig betreiben kann, die Pacht also nicht astronomisch hoch ist.“ Eine entsprechende Baugenehmigung stehe kurz vor der Erteilung: „Es fehlt nur noch ein Lärmgutachten und gegebenenfalls eine Lärmschutzwand für den entstehenden Parkplatz“, so der Unternehmer. Den Bauantrag hat er bereits gestellt, ohne selbst Eigentümer des Grundstücks zu sein: „Die Gemeinde hat mich zu diesem Schritt ermutigt. Das Gebäude befindet sich in einem Zwangsversteigerungsverfahren, dessen Fortschritt momentan ins Stocken geraten ist“, so Ruck. Der Eigentümer habe Einspruch gegen das Gutachten eingelegt, mit dem der Wert der Immobilie ermittelt wurde. „Hier spielen offenbar Spekulationsinteressen die wichtigste Rolle – ich verbinde mit dem heutigen Abend aber auch die Hoffnung, dass bei den derzeitigen Eigentümern wieder Vernunft einkehrt, und sie keine Mondpreise mehr verlangen.“

Wann konkret die Zwangsversteigerung stattfinden wird, wisse kein Mensch. Sollte er aber den Zuschlag erhalten, schätzte Ruck die Bauzeit auf anderthalb Jahre. Und sollte er den Zuschlag nicht erhalten, hoffe er dennoch darauf, dass sich die neuen Eigentümer an seine Planungen gebunden fühlen, betonte Ruck und forderte die anwesenden Morsumer auf: „Morsum hat ein anständiges Wirtshaus verdient, bitte kämpfen Sie dafür!“