Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Westerland

Ausrückzeiten immer noch zu lang

Der ehemalige Wehrführer Jörg Elias (r.) bekam bei der Jahreshauptversammlung vom stellvertretenden Bürgermeister Carsten Kerkamm (l.) das Schleswig-Holsteinische Brandschutzehrenabzeichen in Gold verliehen.

Mi, 13. Mär 2019
Westerland
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Sylt

Westerland.(sc) Ein Jahr nach dem Führungswechsel in der Freiwilligen Feuerwehr Westerland scheint die von Wehrführer Christian Fröhlich erhoffte Ruhe eingekehrt zu sein: Unaufgeregt und ohne besondere Überraschungen ging die diesjährige Jahreshauptversammlung der Kameraden vonstatten. 54 der insgesamt 70 Mitglieder waren an diesem Abend anwesend; ihnen und den rund 40 Gästen berichtete der Wehrführer von den Geschehnissen des vergangenen Jahres: Insgesamt 283 mal wurde die Feuerwehr Westerland 2018 angefordert. Einsatzstärkster Monat war der September mit 47 Einsätzen, zu denen auch regen- und sturmbedingte Umwelteinsätze zählten. Zwei Großbrände in List und Wenningstedt erforderten im April und August nachbarschaftliche Löschhilfe durch die Westerländer: „Beide Einsätze waren aufgrund des warmen Wetters und der Einsatzlage sehr kraftraubend“, erinnerte sich der Wehrführer. Der größte Einsatz im eigenen Gebiet war das Feuer an der Strandstraße am 25. August: „Gemeldet wurde eine starke Rauchentwicklung in einer Tanzbar im Keller. Zum Glück waren die Personen dort nicht gefährdet, weil der Brand in einem angrenzenden Restaurant ausgebrochen war und Schlimmeres verhindert werden konnte.“ 

Ein großes Problem für die Westerländer Feuerwehr sei weiterhin die Erreichbarkeit der Feuerwache: „Unsere Ausrückezeiten sind nicht akzeptabel“, so Fröhlich. „Wir haben diesen Standort vorgegeben bekommen – jetzt muss auch dafür Sorge getragen werden, dass wir in den vorgeschriebenen Zeiten ausrücken können.“ Einen Teilerfolg habe man aber verzeichnen können: „Die Schranke an der L24 zur Ostseite öffnet sich im Einsatzfall nun endlich auch für die anrückenden Einsatzkräfte. Wenn wir dies nun auch noch für die Schranke an der westlichen Seite hinbekämen, wäre das schon sehr hilfreich.“ Allerdings müsse auch dafür gesorgt werden, dass an der Munkmarscher Chaussee und am Kirchenweg ein Halteverbot ausgesprochen werde, „damit die Löschfahrzeuge freie Fahrt haben.“

Ebenfalls kritisierte der Wehrführer, dass die Instandhaltung der Ausrüstung nach vielen Jahren mit einem hauptamtlichen Gerätewart nun durch Ehrenamtler durchgeführt werden soll: „Andere Wehren unserer Größe haben mindestens einen bis zwei hauptamtliche Gerätewarte.“ Zusammengerechnet fast 40 Arbeitsstunden fielen wöchentlich an, so Fröhlich weiter. „Ich bin gespannt, wie lange dieser Aufwand noch von ehrenamtlichen Kräften durchgeführt werden kann.“

Applaus aus den Reihen seiner Kameraden erhielt der Wehrführer außerdem für die Forderung, die ehrenamtliche Arbeit von Feuerwehr, DRK und anderer Rettungskräfte zum Personenkreis der öffentlichen Daseinsvorsorge zu zählen: „Es ärgert mich sehr, wenn Kameraden aufgrund ihrer Familiensituation eine Wohnung suchen, die dicht an der Wache liegt und dies bei der Wohnungsvergabe auf Sylt nicht oder nur sehr schlecht berücksichtigt wird.“

Zu den insgesamt fast 250 Veranstaltungen und Terminen, an denen Vorstandsmitglieder im vergangenen Jahr teilnahmen, zählte auch die außerordentliche Mitgliederversammlung im April, auf der Stefan Hogrebe zum neuen stellvertretenden Wehrführer gewählt wurde. Auch sonst gab es einige personelle Veränderungen: Insgesamt zehn Kameraden haben die Westerländer Wehr im vergangenen Jahr aus persönlichen oder beruflichen Gründen verlassen. Demgegenüber stehen die vorläufigen Aufnahmen von Christian Steyer, Sandro Pleß und Nico Brungs sowie Levke Artschwager, die aus der Jugendfeuerwehr übergetreten ist. Raphael Schmitz und Martin Helmvoigt wurden neue Gruppenführer der Löschgruppen Eins und Zwei, Jochen Wummel in seinem Amt als Gruppenführer der Löschgruppe Vier bestätigt. Neue Stellvertreter sind André Grunert, Michael Englisch und Bjarne Simonsen. Marko Rechlin wurde stellvertretender Kassenführer und Inken Schmeling löste Uwe Bakker als Schriftführer ab, der an diesem Abend in die Ehrenabteilung übernommen wurde. 

Ehre wurde auch dem ehemaligen Wehrführer Jörg Elias zuteil, der für 40 Jahre aktiven Feuerwehrdienst vom stellvertretenden Bürgermeister Carsten Kerkamm das Schleswig-Holsteinische Brandschutzehrenabzeichen in Gold in Empfang nehmen durfte. In Abwesenheit wurde auch Joachim Witte mit diesem Abzeichen geehrt. Das Pendant in Silber für 25 Jahre aktiven Dienst durfte Lasse Lorenzen in Empfang nehmen. Desweiteren wurde Manfred Fassmann für seine 40-jährige Mitgliedschaft, Martin Helmvoigt für 30 Jahre Mitgliedschaft, Sebastian Rosenbaum, Quirin Stadkus und Jochen Wummel für 20 sowie Sebastian Artschwager, Silke Christiansen und Jonas Schumbrutzki für zehn Jahre Mitgliedschaft in der Westerländer Feuerwehr geehrt.

Auch Beförderungen standen auf der Tagesordnung: So wurde Stefan Hogrebe zum Oberbrandmeister, Raphael Schmitz zum Löschmeister, Alexandra Westedt zur Hauptfeuerwehrfrau mit drei, Sebastian Artschwager, André Grunert und Jonas Schumbrutzki zu Hauptfeuerwehrmännern mit zwei Sternen befördert. Jannick Freimuth darf sich fortan Feuerwehrmann nennen.