Autopflege Sylt-Geschäftsführer Öger Akgün im Interview

Breit aufgestellt und engagiert

Foto: © Matthias Kerber / Sylter Spiegel GmbH

An der Kjeirstraße fing 1995 alles an. Auch heute ist APS dort immer noch vertreten. Die Kunden schätzen die zentrale Lage im Herzen Westerlands.

Mi, 11. Apr 2018
Sylt

Seit fast einem Vierteljahrhundert gibt es die Autopflege Sylt (APS) mittlerweile auf der Insel und die drei Buchstaben kommen Insulanern und Gästen sofort in den Kopf, wenn es um glänzende Fahrzeuge geht. Für die Erfolgsgeschichte von APS steht vor allem der Name Öger Akgün, der das Unternehmen 1995 zusammen mit Gerlinde Jürgensen gründete und bis heute gemeinsam führt. Wie er auf die Idee kam, APS zu gründen und wie sich das Unternehmen in den vergangenen Jahren entwickelt hat, erzählte er im Gespräch mit dem Sylter Spiegel.

Herr Akgün, wie laufen die Geschäfte momentan?
Ich kann mich nicht beschweren (lacht). Die Saison steht vor der Tür und wir sind bestens aufgestellt für die Aufgaben, die vor uns liegen.

Unterliegen Sie denn mit Ihrem Betrieb dem Saisonzyklus?
Nein. Wir haben ein Ganzjahresgeschäft. Unsere Kunden sind zu 85 Prozent Insulaner – Privatpersonen und Betriebe. Den Rest machen die Urlaubsgäste aus.

Wie sind Sie 1995 auf die Idee gekommen, einen Autopflegeservice zu gründen?
Ursprünglich komme ich schon aus der Autobranche. Ich habe früher Autos beschriftet und lackiert. Um Beschriftungen anbringen zu können, mussten wir damals die Autos immer sorgfältig von Hand waschen, damit die Folie auch richtig haftet. So entstand dann irgendwann die Idee, dass es eigentlich eine Nachfrage für eine schonende Autopflege geben müsste, gerade auch wegen der salzhaltigen Sylter Luft, die dem Lack deutlich stärker zusetzt.

Wo hatten Sie Ihren ersten Standort?
Wir waren von Anfang an unserem Standort an der Kjeirstraße. Die zentrale Lage wurde und wird von den Kunden sehr gut angenommen und geschätzt.

Auf welche Konkurrenzsituation sind Sie vor 23 Jahren gestoßen?
Am Anfang hatten wir etwa zehn bis zwölf Mitbewerber, vor allem Tankstellen, die auch eine Autoreinigung angeboten haben, aber oftmals nicht die Manpower besaßen, um die Nachfrage abzuarbeiten. Heute haben wir mit unserem umfangreichen Leistungsportfolio ein echtes Alleinstellungsmerkmal auf Sylt und in Schleswig-Holstein. Wir haben uns aber auch sukzessive weiterentwickelt.

Wie ist das Unternehmen APS denn heute aufgestellt?
APS steht auf fünf Säulen. Zum einen die Autopflege, die unser Kerngeschäft ist. Drei Jahre später haben wir den APS XXL-Wash gegründet. Auf dem Hof der SVG werden ab 18 Uhr die Busse der Sylter Verkehrsbetriebe gewaschen. Die große Waschanlage ist von 8 bis 18 Uhr aber auch für alle größeren Nutzfahrzeuge, Transporter und Lkws geöffnet. Das dritte Standbein haben wir dann im Jahr 2003 mit der Industriereinigung für Gewerbebetriebe gegründet. Hierbei reinigen wir zum Beispiel die Backstuben der Bäckerei Raffelhüschen, aber auch Supermärkte und die Hallen der SVG. Die vierte Säule von APS macht der Car Storage aus. Hierbei bieten wir vor allem Zweitwohnungsbesitzern die Möglichkeit, ihr Auto sicher unterzustellen, bei gleichzeitiger Wartung ihres Gefährts. Die 25 Plätze sind in der Regel sehr schnell ausgebucht. Die fünfte Säule des Unternehmens ist die Fahrzeuglackierung, die wir unseren Kunden seit zehn Jahren anbieten. Da auf Sylt nur noch eine einzige Autolackiererei existiert, haben wir eine Kooperation mit zwei Lackierereien in Leck und Husum. Der Shuttleservice hin und zurück wird von uns organisiert und der Kunde bekommt für die Zeit einen Ersatzwagen gestellt. Darüber hinaus sind APS, SVG und Adler Schiffe ein Joint Venture eingegangen und haben die eigenständige Autovermietung „Syltcar.com“ aus der Taufe gehoben.

Das hört sich alles nach einer sehr stringenten Erfolgsgeschichte an, bei der viele richtige Entscheidungen getroffen wurden.
Wir haben sicher gute Entscheidungen getroffen, hatten die Portion Glück, die es braucht und einige Partner, die uns das Vertrauen geschenkt haben. Vor allem zu Sven Paulsen und Broder Raffelhüschen verbindet mich nicht nur eine Geschäftsbeziehung, sondern auch eine Freundschaft. Ich habe beiden viel zu verdanken.

Inwiefern?
Sven Paulsen hat APS nach nur drei Jahren am Markt die Reinigung seiner Busflotte übertragen, weil er von unserer Arbeit und Qualität überzeugt war. Mittlerweile kümmern wir uns seit 20 Jahren um die Fahrzeuge der SVG. Gleiches gilt für Broder Raffelhüschen. Die beiden sind Partner, mit denen ich gerne zusammenarbeite. Geschäftsbeziehungen haben wir aber auch mit dem Autohaus Rosier. Wir machen die Servicewäsche für alle Fahrzeuge von Rosier, ebenso die Aufbereitung der Autos. Zudem haben wir seit dem vergangenen Jahr einen langfristigen Vertrag mit Porsche abgeschlossen. Wir bereiten ihre Fahrzeuge auf und pflegen sie.

Was ist denn das Erfolgsgeheimnis ihres Unternehmens?
Zum einen ist es die Fähigkeit, die Nachfrage nach einer bestimmten Dienstleistung zu erkennen und zu erkennen, ob sie umsetzbar ist, zum anderen die Qualität unseres Services. Denn Qualität setzt sich auf Dauer immer durch. Deshalb investieren wir auch ständig in die Weiterbildung unserer Mitarbeiter. Wir identifizieren uns mit unserer Arbeit.

Wie messen Sie denn die Qualität?
Die Qualität ist uns ganz wichtig. Die spiegelt sich nicht nur in einem glänzenden Fahrzeug, sondern auch im Umgang mit etwaigen Beschwerden wider. Mein Bruder Ali Akgün unterzieht alle Fahrzeuge eine strengen Kontrolle, bevor sie ausgeliefert werden. Wir arbeiten mit Menschen und da passieren Fehler. Ist ein Kunden einmal nicht zufrieden, diskutieren wir nicht, sondern wir arbeiten das einfach nach. Das kommt an.

Was schätzen ihre Kunden an APS?
Zum einen natürlich unsere Qualität, aber auch den Dienstleistungsgedanken, der bei uns im Vordergrund steht. 80 Prozent unsere Kunden nehmen den Abholservice in Anspruch. Das heißt, wir holen das Fahrzeug nach vorheriger E-Mail, WhatsApp oder telefonischer Terminvereinbarung beim Kunden ab, waschen und pflegen es und stellen es dann wieder vor die Haustür. Wir haben langjährige Stammkunden, die noch nie eine unserer Filialen gesehen haben (lacht). Zum anderen machen wir keinen Unterschied bei Kunden oder Fahrzeugen. Ein Kleinwagen bekommt bei uns den gleichen Service wie eine Luxuskarosse. Wir versuchen allen Kundenwünschen gerecht zu werden. Und bei uns kann man auch ohne Termin vorbeikommen.

Wie viele Mitarbeiter beschäftigen Sie momentan?
Zur Zeit haben wir 62 Mitarbeiter. Der Großteil arbeitet direkt mit den Fahrzeugen. Ein kleiner Teil sitzt in der Verwaltung in Tinnum, die von Anfang an von Gerlinde Jürgensen geleitet wird. Viele Mitarbeiter sind bereits seit Jahren bei uns beschäftigt. Wir haben sogar vor ein paar Jahren in Personalwohnungen investiert. Wenn es meinen Mitarbeitern gut geht, geht es auch mir gut.

Ihr Unternehmen ist breit aufgestellt. Wie schwierig ist es, die einzelnen Geschäftszweige unter einen Hut zu bringen?
APS ist ein vielfältiger Betrieb, bei dem viele verschiedene Bereiche gut miteinander verzahnt sind. Das hat sich über Jahre entwickelt. Wir haben uns in der Vergangenheit auch immer wieder von Geschäftsfeldern getrennt, die nicht zu uns passten. Mein Credo lautet, dass man nicht alles machen kann und wer alles macht, macht die Sache meistens nicht richtig.

Was sind Ihre Pläne für die Zukunft?
Ein großes Zukunftsthema wird der Umweltschutz sein. Wir haben bereits unsere gesamte Beleuchtung auf LED-Technik umstellen lassen. Das spart Energie und damit Kosten. Das nächste Projekt wird eine Wiederaufbereitungsanlage sein. Denn wir waschen die Autos letztlich mit Trinkwasser. Da steht das Thema Nachhaltigkeit im Vordergrund.

Sie denken aber nicht nur an die Umwelt, sondern auch an Ihre Mitmenschen und sind sozial sehr engagiert. Welche Projekte fördern Sie?
Das soziale Engagement ist mir sehr wichtig. Ich hatte viel Glück im Leben und bin sehr zufrieden. Auf diesem Wege kann ich auch etwas zurückgeben. Vor Kurzem haben wir das Schulzentrum Sylt mit iPads ausgerüstet, um die Kinder auf dem weiteren Weg durch die digitale Welt zu unterstützen. Aber auch die musikalische Ausbildung der Kinder und Jugendlichen liegt mir am Herzen, weshalb ich jetzt einen weiteren Preis im Rahmen des Henner-Krogh-Förderpreises ausgelobt habe. Ferner setze ich mich im Lions Club für weitere soziale Projekte ein.

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