Seit dem 1. Oktober darf man wieder

Baumschnitt wieder erlaubt

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Mi, 02. Okt 2019
Sylt

Insel Sylt.(sc) Der Herbst ist da, und für manch einen Hobbygärtner beginnt die Arbeit im Garten dann erst so richtig. Alles wird langsam winterfest gemacht, und laut Bundesnaturschutzgesetz dürfen von diesem Tag an bis Ende Februar Bäume, Hecken, Gebüsche oder lebende Zäune abgeschnitten, auf den Stock gesetzt oder beseitigt werden. In der übrigen Zeit ist der starke Baumbeschnitt verboten. Der Grund für das siebenmonatige Verbot ist das Bundesnaturschutzgesetz: Es schützt vor allem wildlebende Tiere und deren Lebensräume. Die dort aufgezählten Gehölze bieten Tieren Schutz: Vögel können in dieser Zeit ungestört brüten und Eichhörnchen in den Bäumen ihre Jungen großziehen. 

Gegen das Gesetz zu verstoßen, stellt eine Ordnungswidrigkeit dar und kann mit einem saftigen Bußgeld in Höhe von bis zu 10.000 Euro geahndet werden. Aufpassen bei großen Baumfällaktionen müssen besonders die Grundstückseigentümer aus Westerland und Keitum: Diese Orte unterliegen gleichzeitig noch der Baumschutzsatzung des jeweiligen Ortsteils. Einsehen kann man diese auf der Webseite der Gemeinde unter www.gemeinde-sylt.de. Um einen Baum in Westerland oder Keitum zu fällen, der einen Stammumfang von mehr als 60 Zentimetern, gemessen in einem Meter Höhe hat, muss man bei der Gemeinde einen kostenpflichtigen Antrag stellen. Dieses gilt ebenso für Teilrodungen, Kappungen, massive Rückschnitte oder sonstige Eingriffe an geschützten Bäumen. Zusätzlich muss an einem anderen Standort ein Ersatzbaum gepflanzt werden. 

Ganzjährig gestattet sind in allen Orten jedoch schonende Form- und Pflegeschnitte. Ausnahmen für den radikalen Beschnitt und die Entfernung dürfen zur Gefahrenabwehr und zur Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit gemacht werden. Gegen den pflegenden Obstbaumschnitt hat das Bundesnaturschutzgesetz aber keine Einwände. Bei Unklarheiten empfiehlt es sich, bei der Gemeinde nachzufragen: Die fachkundigen Mitarbeiter teilen gerne mit, ob eine Genehmigung für die Fällung eines Baumes notwendig ist. 

Während des Jahres bieten sich unterschiedliche Gelegenheiten, eine Hecke zu schneiden. Jeder Schnitt birgt das Ziel, dass die Hecke grün bleibt und ein dichtes Wachstum aufweist. Um eine schöne Hecke zu erhalten, muss allerdings nicht nur auf die Art des Schnittes geachtet werden, sondern auch auf den richtigen Zeitpunkt. Schneidet man seine Hecke bei Frost, können die Wunden schlecht heilen, und dies kann zu Krankheiten führen. Auch bei Regen und Feuchtigkeit sollte die Heckenschere lieber liegen bleiben: Durch die Feuchtigkeit können Pilze und Parasiten sich einfacher ansiedeln. Auch bei starker Hitze und Sonneneinstrahlung empfiehlt es sich, die Hecke nicht zu Schneiden: Die frisch geschnittenen Triebe trocknen aus und sterben ab.         Foto: Pixabay