Green Seven Summit: Windsurf World Cup mit vielen Impulsen für den Klimaschutz

„Erhaltung, nicht Einschränkung“

Mi, 02. Okt 2019
Sylt

Insel Sylt.(sc) „Welle machen für den Klimaschutz“ lautete das Motto für den diesjährigen Mercedes-Benz Windsurf World Cup. Mit der Auftaktveranstaltung des Green Seven Summit präsentierte sich der Windsurfwettbewerb in diesem Jahr in einem grünen und umweltbewussten Gewand. Mit den Themen rund um die Umwelttage auf Sylt soll mehr Aufmerksamkeit erreicht werden, allein die große Präsenz der Medien bewies den Erfolg: 

 

Mit geschätzt 120 Gästen konnte der Kick-Off in der Surfer-Lounge am vergangenen Sonntag schon von Anfang an seine Wirkung entfalten. Bis gestern waren zahlreiche Redner aus Wissenschaft und Politik zum Thema Umweltschutz und Klimawandel von Veranstalter Matthias Neumann eingeladen. 

 

Als Gründer der blue life consulting hat Neumann es sich zur Aufgabe gemacht, zwei Events miteinander zu verbinden und so das Thema Nachhaltigkeit für Firmen attraktiv zu gestalten. Mit seiner Act Agency Agentur war Neumann Gastgeber der Naturschutzveranstaltung und Veranstalter des Windsurf World Cup zugleich und zeigte, „wie für die Zukunft ein gigantisch großer Markt im Bereich Nachhaltigkeit entstehen kann“. 

 

Als eine der ersten Rednerinnen kommentierte Professorin Maja Göpel, Generalsekretärin des wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung: „Es ist sehr typisch, dass wir denken, Spaß und Umweltschutz würden sich gegenseitig ausschließen.“ Es gehe um Erhaltung und nicht um Einschränkung, ermahnte die Sozialwissenschaftlerin und stellte sich offen gegen das allgemeine Konsumverhalten. „In unserer Wachstumsgeschichte haben wir uns immer um die Verteilungsfrage gedrückt, die mit dem Klimawandel in unsere Gesellschaft einschlägt. Wir müssen uns für einen vernünftigen, konstruktiven und nachhaltigen Umgang mit unseren Ressourcen entscheiden“, erläuterte Göpel, die eine Änderung des Konsumverhaltens als Herausforderung sieht. 

 

„Dazu muss erst starker Medienrummel entstehen und eine Aktivistin wie Greta Thunberg auf den Plan treten, um einen offenen Appell gegen die Genetik unseres Wirtschaftssystems auszusprechen.“ Immerhin sei im vergangenen Jahr dem Thema Klimaschutz mehr Aufmerksamkeit geschenkt worden, als in der ganzen Zeit zuvor, räumte die Generalsekretärin ein.

 

Conrad Albert, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der ProSiebenSat.1 Media Gruppe, war bei der Auftaktveranstaltung ebenfalls zugegen und äußerte die Meinung, „dass die Medien die Verantwortung und das Privileg haben, diese Umweltbewegung nach vorne zu treiben.“ Um dieses Ziel zu erreichen, sei der Umweltschutz bei den Sendern schon jetzt in die Hauptsendezeit gerutscht; es würden Experten zusammengebracht und starke Aufmerksamkeit generiert, erklärte Albert.Optimistische Worte fand auch Professorin Karen Helen Wiltshire, die sehr zufrieden mit der starken Unterstützung der Medien war und den Green Seven Summit auf dem Windsurfcup als einen wichtigen Input für die Öffentlichkeit sah.

 

 „Urlauber drängen an die touristisch geprägten Küstengebiete, um den Temperaturen in den Städten zu entgehen“, erklärte die Klimawissenschaftlerin am Alfred-Wegener-Institut. In Urlaubszeiten sei auf Sylt die Mobilität bereits eingeschränkt und gefährde die Attraktivität des beliebten Urlaubsziels. 

 

„Nur ein Problem für den Tourismus der Insel, an dem bereits auf unterschiedlichem Wege gearbeitet wird,“ erkannte die Professorin. Auch würden bereits jetzt Unsummen für den Küstenschutz ausgegeben, um die Insel zu erhalten. 

 

„Für die Zukunft muss nicht nur auf Sylt, sondern global überlegt werden, wie mit der Veränderung unserer Umwelt umgegangen werden soll. Die einzige Stellschraube, die uns übergeordnet eine längere Überlebenschance sichern kann, ist die Reduzierung unseres CO2 Emissionsausstoßes“, mahnte Wiltshire auch im Hinblick auf die Mobilität. 

 

Deutlich ernster war Professor Martin Zimmer, Professor für Mangrovenökologie, der eine Klimaneutralität als nicht ausreichend sieht: „Jeder muss in Zukunft in seinem täglichen Leben entscheiden, ob er sein Konsum- und Reiseverhalten gegenüber nachkommenden Generationen vertreten kann.“