Luthertag in der St.-Nicolai-Schule

„Menschen sollen nett sein“

Foto: © Heiko Wiegand / Sylter Spiegel GmbH

Illiyyun Atalay (9, kleines Foto) schrieb ihre eigene These auf einen gelben Zettel und klebte ihn an die Tür der Westerländer St. Nicolai-Kirche

Mi, 01. Nov 2017
Westerland

„Alle Leute sind nett zueinander.“ Illiyyun Atalay hat vorgestern früh ihre eigene These auf einen kleinen gelben Pappzettel geschrieben und an die Tür der St.-Nicolai-Kirche geklebt – das, was ihr wichtig ist für ihre Welt. Und für die ganze Welt. „Es sind so viele Kriege überall“, sagt die Neunjährige. „Warum ist das so? Die Menschen sollen nett zueinander sein. Das wünsche ich mir. Dann gibt es auf der Welt auch keine Kriege mehr.“

Die 95 Thesen, die Martin Luther am 31. Oktober 1517 an die Tür der Wittenberger Schlosskirche nagelte, waren auch Bestandteil des Luthertages am vorgestrigen Montag in der St.-NicolaiSchule. Anlässlich des 500. Jahrestages der Reformation hatte Schulleiter Horst-Peter Feldt mit dem Kollegium und der evangelischen Kirchengemeinde Westerland einen Thementag rund um die zentrale Person der Reformation geplant: „Uns ging es einmal um den historischen Aspekt – wie hat man zur Zeit Luthers gelebt? Und es ging uns natürlich auch um den Religionsaspekt: Wie lässt sich dieser abstrakte Prozess der Reformation kindgerecht darstellen? Was sind seine Inhalte?“

In 13 Projekten konnten sich die rund 180 Kinder der St.- Nicolai-Schule und der Au- ßenstelle Am Nordkamp dem Reformator und seiner Zeit nähern. Historische Musik aus Luthers Zeit, das Schreiben mit einer Gänsefeder, das Bemalen von gläsernen Bechern, das Binden von Büchern, historische Tänze und das Herstellen eines Lederbeutels waren nur einige der Projekte, an denen die Jungen und Mädchen teilnehmen konnten. Los ging der Tag mit einem Gottesdienst in der benachbarten St.Nicolai-Kirche, die in den Projekttag mit einbezogen war.

„Wir haben mit den Kindern schon vor den Herbstferien auf diesen Tag hingearbeitet. Es war ein gewisses Risiko in diesem Vorhaben, weil die drei Wochen Ferien dazwischen lagen. Aber ich glaube, es hat ganz gut geklappt, wenn man jetzt auf diesen Tag zurückblickt“, sagte der Schulleiter am Nachmittag. Eine Abschlussveranstaltung in der Kirche, in der alle Ergebnisse des Tages prä- sentiert wurden, rundete die Veranstaltung rund um den Reformator und sein Lebenswerk ab.