Interview mit Wehrführer Christian Fröhlich

„Es geht stets um den Schutz der Bürger“

Der Westerländer Ortswehrführer Christian Fröhlich (hier im Bild mit Bürgermeister Nikolas Häckel) weist die Kritik zurück, die Westerländer Feuerwehr würde bei Einsätzen im Süden der Stadt die Zeiten nicht einhalten.

Fr, 09. Aug 2019
Westerland

Westerland. Feuerwehrleute haben einen Job, Familie und ein Privatleben. Dass sie sich im Einsatz rechtfertigen oder sogar die Polizei zur Hilfe holen müssen, um ihre Arbeit machen zu können, findet auch Christian Fröhlich, Ortswehrführer der Feuerwehr Westerland, „traurig“, wie er im Gespräch mit Sylter Spiegel-Redakteur Jörg Peterkord bestätigt.

 

Herr Fröhlich, am 1. August ist die Feuerwehr Westerland zu einem Einsatz in die Friedrichstraße ausgerückt und hat den Einsatzbereich – wie es notwendig ist – durch Absperrungen gesichert. Passanten fühlten sich dadurch belästigt und ließen sich durch die Absperrung teilweise nicht aufhalten. Passiert Ihnen das häufiger im Einsatz?

Das ist häufig gerade im Innenstadtbereich der Fall. Da gibt es leider immer wieder Gäste oder auch Einheimische, die nicht bereit sind, um die Absperrung herum zu gehen oder sich schlicht und einfach von uns behindert fühlen. Wir brauchen aber den Platz, um dort arbeiten und agieren zu können. Und natürlich geht es auch um den Schutz der Bürger, damit sie gegebenenfalls nicht von herunterfallenden Gegenständen betroffen sind.

 

Sie haben ja auch nicht die Zeit, während des Einsatzes Diskussionen zu führen. Zeigen sich die Leute wenigstens einsichtig, wenn sie einen Hinweis bekommen? 

Die zeigen sich nicht immer einsichtig. Aber dann gibt es ja noch die Polizei, die wir dann um Hilfe bitten. Die werden das dementsprechend regeln.

 

Ist es nicht traurig, dass das überhaupt notwendig ist?

Das ist definitiv so. Aber wir erleben halt immer wieder, dass andere offensichtlich vergessen, dass es noch was anderes gibt als Urlaub, Party oder einfach nur das persönliche Vergnügen. Andere wohnen hier halt, machen ihren Dienst, leisten ehrenamtliche Arbeit und das ist nicht gerade wenig Aufwand. Es ist einfach bedauerlich, dass wir diese Maßnahme ergreifen müssen, um arbeiten zu können.

 

Wie wichtig ist der Feuerwehr-Standort am Rathaus? Welche Erkenntnisse konnten Sie bei den jüngsten Einsätzen zu diesem Thema gewinnen?

Also, der Standort ist enorm wichtig. Dadurch haben wir wieder die Ausrückezeiten und Anfahrzeiten, wie wir sie zu früheren Zeiten bereits gehabt haben. Man muss wissen, dass wir von diesem Standort keine 50 oder 70 Kameraden zum Einsatz schicken. Die Probleme waren ja bekannt, dass es nämlich für diese Kameraden oft schwierig war, im gebotenen Zeitrahmen die Fahrzeuge zu erreichen. Für den Standort Rathaus sind rund 20 Kameraden vorgesehen, die dann bei bestimmten Stichworten diesen Standort anfahren. Es werden ja auch nicht immer alle gleichzeitig alarmiert. So entzerrt sich das Ganze. Außerdem wohnen und arbeiten die Kameraden für den Standort Rathaus in der Innenstadt, so dass wir unsere pflichtgemäßen Ausrückezeiten und Hilfsfristen einhalten können.

 

Die Hilfsfrist hätte von der Westerländer Wehr in jüngerer Zeit wiederholt nicht eingehalten werden können, kritisierte jedoch vor einigen Wochen der Tinnumer Gemeindewehrführer im Sylter Spiegel. Als Ursache wird die Lage der neuen Feuerwache am Flughafen gesehen. Was sagen Sie zu dieser Kritik? 

Diese Kritik hat uns sehr erschreckt. Das ist nicht so und dem widerspreche ich komplett. Seitdem wir das Fahrzeug in der Innenstadt haben, sind wir auch wieder schnell, halten unsere Zeiten ein und sind dementsprechend auch vor den Nachbarwehren im Süden im Westerland vor Ort.

 

Der Tag der offenen Tür wäre auch eine gute Gelegenheit, um auf dieses Thema aufmerksam zu machen. Werden Sie das offensiv angehen? 

Wir gehen an diesem Tag mehr auf die Tradition ein. Wenn aber jemand Fragen zu diesem Thema hat, werden wir dementsprechend dazu selbstverständlich auch Stellung nehmen.