Sölring Museen: Sanierungsarbeiten fortgeschritten und finanziert

Auf der Zielgeraden

Der Geschäftsführer der Sölring Foriining, Sven Lappoehn, vor dem Museum – die Sanierungsmaßnahmen sind finanziert und befinden sich auf der Zielgeraden.

Fr, 09. Aug 2019
Keitum

Keitum.(hwi) Am Kliff strahlt das Dach des Sylt Museums bereits im neuen Reetkleid alle Besucher an. Derweilen sind die Tischler am Altfriesischen Haus mit der Instandsetzung der Fenster beschäftigt. In der Vogelkoje sind die geplanten Sanierungsarbeiten sogar bereits abgeschlossen. Die ersten Rechnungen müssen bezahlt werden und da kommt der Sölring Foriining als Trägerverein eine Nachricht aus Bonn gerade recht. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz wird in diesem Jahr dank der Lotterie „Glücksspirale“ und ihrer Förderer für das Reetdach auf dem Heimatmuseum 35.000 Euro zur Verfügung stellen. Der Fördervertrag erreichte Jürgen Ingwersen, den Vorsitzenden des Sylter Kultur- und Heimatvereins Sölring Foriining, in diesen Tagen. Dank der Spenden des Rotary- und Lionsclubs, der Provinzial in Wenningstedt, der Landschlachterei Keitum und der Förderungen aus dem Denkmalschutzförderprogramms des Bundes, der Deutschen Stiftung Denkmalpflege und der Sylter Gemeinden sind die Sanierungsmaßnahmen finanziert und befinden sich auf der Zielgeraden.

Als letzte Maßnahme werden im Spätherbst im Altfriesischen Haus die historischen Holzfußböden gesichert und restauriert.

Das Sylt Museum bildet historisch einen räumlichen und inhaltlichen Kontext mit dem Altfriesischen Haus Am Kliff 13. Der Bau wurde 1759 als Backsteinbau errichtet und im 19. Jahrhundert weiß verputzt. Ein Backengiebel schmückt das Haus – und eine biedermeierliche Oberlichttür mit einer darüber befindlichen Relieftafel eines Dreimasters von 1780. Im Eingangsflur befinden sich gemalte Landschaften in den vier Jahreszeiten und Figuren zwischen gedrehten Säulen. Das heutige Museumsgebäude gehört zu den mehr als 200 Projekten, die die private Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank Spenden und Lotto-Mitteln unterstützen konnte.

Bei dem uthlandfriesischen Haus handelt es sich ursprünglich um ein Langhaus, wie sie jahrhundertelang auf den Inseln, Halligen und in den Marschgebieten des heutigen Nordfriesland, also in den nordfriesischen Uthlanden, landschaftsbestimmend waren. In den Uthlandhäusern waren Stall und Wohnraum innerhalb eines Gebäudes durch einen schmalen Durchgang in der Regel in Nord-Süd-Richtung verbunden, davon ist das in Ost-West-Richtung ausgerichtete Haus eine Ausnahme. Die Uthlandhäuser sind auffallend schmal und niedrig, die Wandhöhen gering und mit entsprechend tiefen Dachtraufen und einem inneren Holzgerüst ausgestattet. Die innere Struktur bot den Bewohnern noch einen gewissen Schutz, falls Küstenstürme das Dach oder die Wände schwer beschädigen sollten.