70 Freunde, Förderer und Gäste zum Tag der Einweihung anwesend

Großer Dank an Christel Zachert

Auf dem Foto zu sehen (v.l.): Regina Schnabel, Vorstand DKS; Jens Kort, Geschäftsführer DKS; Stefanie Baldes, Vorstandsmitglied DKS; Christel Zachert (IZS); Ingo Mansen (Klinikleiter, hinten), Bernhard Hane (Vorstand Playmobil-Stiftung).

Fr, 08. Nov 2019
Wenningstedt

Wenningstedt.(sc) Ob sie nun „Olle Jolle“ heißt oder, wie Klinikleiter Ingo Mansen in seiner Rede spontan vorschlug, oder doch eher „Tolle Jolle“, bleibt offen. Sicher ist jedoch: Die Syltklinik hat seit dem vergangenen Freitag nicht nur ein frisch getauftes, neues Spielschiff für die Kinder, sondern dieses Schiff ist auch an einem ganz besonderen Ort vor Anker gegangen: Das neue Spielhaus der Reha-Klinik für krebskranke Kinder und ihre Familien wurde nach Isabell Zachert benannt, die 1983 im Alter von nur 16 Jahren ihrem Krebsleiden erlag. Ihre Mutter verarbeitete zehn Jahre später den Leidensweg ihrer Tochter in dem bewegenden Buch „Wir sehen uns wieder in meinem Paradies“. Der Erlös aus dem Buchverkauf bildete 1995 das Startkapital der Isabell-Zachert-Stiftung, die nun den Bau des neuen Spielhauses der Syltklinik komplett finanzierte – mit insgesamt einer Million Euro. Gedankt wurde der Stifterin Christel Zachert am Tag der Einweihung nicht nur mit einem großen Strauß Blumen und herzlichen Worten des Klinikleiters, sondern auch mit tosendem Applaus der rund 70 anwesenden Freunde, Förderer und Gäste der Klinik. „Es war immer mein Traum, unserer Tochter ein Denkmal zu setzen“, so die sichtlich bewegte Stifterin. „Das ist mir gelungen. Nicht nur mit der Stiftung, sondern durch das Isabell-Zachert-Haus auch mit etwas, das man sehen und anfassen kann.“ 

Ansehen durften sich das Haus im Anschluss an die Festreden auch die Gäste. Auf einer deutlich größeren Fläche als bisher beinhaltet das neue Spielhaus die pädagogische Kinderbetreuung nicht nur für die erkrankten Kinder, sondern auch für ihre Geschwister: In die Syltklinik kommen die Familien, wenn die intensive Therapiephase der krebserkrankten Kinder beendet und ihre Erkrankung gestoppt ist. „Bei uns verbringen sie vier Wochen gemeinsam, entbunden von allen Verpflichtungen des Alltags, und haben Zeit für sich und füreinander. „Dabei passiert viel im psychosozialen Bereich“, erklärt der Klinikleiter. Und weiter: „Das erkrankte Kind hat während seiner Behandlung in der Regel eine Zeit erlebt, in der es in einer sehr gehobenen Position stand, die Geschwisterkinder hingegen viel zurückstecken mussten. Unsere Aufgabe ist es, die Kinder wieder in ihre normale Position zurückzuholen und die Familie wieder aneinander heranzuführen, so dass der Familienkreis wieder enger und geschlossen ist.“ Weil sich die Altersspanne der Kinder von null bis 17 Jahren erstreckt, finden sich in dem neuen Spielhaus nicht nur Spielzimmer, die an eine Kita erinnern, sondern auch passend eingerichtete Clubräume für die Jugendlichen und ein Kreativraum.

Fast fünf Jahre ist es her, dass die Deutsche Kinderkrebsstiftung (DKS) die Trägerschaft der Syltklinik von der Arbeiterwohlfahrt Hannover übernommen hat. „Die Menschen, die hier behandelt werden, sind die Menschen, um derentwillen die Deutsche Kinderkrebsstiftung gegründet worden ist“, erklärte DKS-Geschäftsführer Jens Kort. „Wer sonst hätte also die Syltklinik übernehmen sollen, wenn nicht wir?“ 

So war das Spielhaus nicht das Ende der Bauarbeiten auf dem Klinikgelände, sondern lediglich der Abschluss des zweiten von fünf Bauabschnitten: „Das zuvor erstellte Gebäude hat interimsmäßig die Kinderbetreuung beherbergt und wird fortan für Patientenwohnungen genutzt“, so Mansen. Auf die nächste Baugrube kann er bereits blicken, wenn er aus seinem Bürofenster schaut: „Dort wird die neue Produktionsküche entstehen.“ Im Frühjahr soll der Bau starten und etwa ein Dreivierteljahr später abgeschlossen sein. Im Anschluss daran soll der medizinische Bereich erneuert und eine Mehrzweckhalle für sportliche Aktivitäten geschaffen werden.

Ja, und dann ist da natürlich noch die „Tolle Jolle“, für die die Stiftung Kinderförderung von Playmobil verantwortlich zeichnet. Diese Stiftung hat für den Bau des Spielgeräts sowie für dessen Instandhaltung in den kommenden Jahren ebenfalls eine Summe in sechsstelliger Höhe gespendet. Und diese tolle Jolle stellte zumindest für die kleinen Piraten unter den feiernden Gästen den Höhepunkt des Eröffnungstages dar.