Generalversammlung der Sylter Bank

Ein positives Geschäftsjahr

Vorstand und Aufsichtsrat der Sylter Bank vereint zum Gruppenfoto: Claas-Erik Johannsen (Mitte) wurde für Holger Weirup (2.v.r.) in den Aufsichtsrat gewählt.

Fr, 08. Nov 2019
Westerland

Westerland.(sc) Der Termin hätte nicht besser gewählt sein können: Treffenderweise zum Weltspartag am 30. Oktober hatte die Sylter Bank ihre Mitglieder zur diesjährigen Generalversammlung ins Congress Centrum Sylt eingeladen. Die waren zahlreich erschienen: Voll besetzt waren die Tische im Veranstaltungssaal. Und hätte man die unzähligen orangefarbenen Kärtchen zählen müssen, die während der Abstimmungen in die Luft gehoben wurden, wäre der offizielle Teil vermutlich nicht in etwas über einer Stunde zu schaffen gewesen. Glücklicherweise fielen sämtliche Wahlen und Abstimmungen eindeutig aus: Vorstand und Aufsichtsrat wurden einstimmig entlastet und der Keitumer Hotelier Claas-Erik Johannsen ebenso einstimmig zum Nachfolger von Holger Weirup in den Aufsichtsrat gewählt, der im vergangenen Jahr den Vorsitz führte, nun aber aufgrund der in der Satzung festgelegten Altersgrenze von 65 Jahren seinen Platz räumen musste. Einzig bei der turnusmäßigen Wiederwahl von Wenningstedts Bürgermeisterin Katrin Fifeik in den Aufsichtsrat gab es vier Gegenstimmen und drei Enthaltungen.

Ehrungen standen sowohl für Mitglieder als auch für Mitarbeiter auf dem Programm: Angelika Böhm arbeitete in diesem Jahr 45 Jahre bei der Sylter Bank. Ute Volquardsen und Ilka Goldberg sind jeweils 30 Jahre und Daniela Tobuschat zehn Jahre Mitarbeiter. Für 50-jährige Mitgliedschaft erhielten Kurt Geßner, Ernst Gogol, Erika Henze, Manfred Holst, Horst Jessen, Helmut Morlampen, Peter Knud, Dieter Schnabel, Jens-Peter Simonsen und Rudi Wieda jeweils einen Strauß Blumen und einen Präsentkorb. 

Auch abseits der Wahlen und Ehrungen verlief die Generalversammlung harmonisch und unaufgeregt. Bürgervorsteher Peter Schnittgard überbrachte Grüße im Namen der Gemeinde Sylt und lobte die Sylter Bank dafür, „dass sie trotz Staatsverschuldung in einigen Ländern der Europäischen Union und Turbulenzen in der Finanzwirtschaft leistungs- und zukunftsfähig bleibt.“

In ihrem Geschäftsbericht für das Jahr 2018 sprachen die Vorstandsmitglieder Dirk Ehlers und Thomas Bender von den Herausforderungen, vor die sich eine Genossenschaftsbank derzeit gestellt sieht: „Wir befinden uns in einem Spannungsfeld aus regulatorischen Anforderungen durch die Digitalisierung und einer Niedrigzinspolitik, bei der wir uns in den kommenden Jahren sogar noch auf eine Verschärfung einstellen müssen“, erläuterte Bender. „Dieser Spagat gelingt uns durch eine ständige Überprüfung unserer Prozesse und darüber hinaus durch eine Ausweitung der digitalen Angebote.“ Zu diesen zählt sowohl der papiersparende, elektronische Kontoauszug als auch die VR-Banking-App, mit der sich auch die Konten anderer Banken sowie das Aktiendepot überwachen lassen.

Auch um der leicht schwindenden Mitgliederzahl von 3.945 entgegenzuwirken, hat sich die Sylter Bank etwas einfallen lassen: So gibt es für alle Sylter-Bank-Kunden, die selbst auch Mitglied der Genossenschaftsbank sind, zukünftig eine exklusive Girokarte, mit der sich Vergünstigungen beispielsweise in der Sylter Welle, bei Aral und im Westerländer Kino nutzen lassen.

Die Zahl der Mitglieder war nicht die einzige, die zum Vorjahr ein leichtes Minus zu verzeichnen hatte: Von 4,9 Millionen Euro auf knapp unter 4,8 Millionen Euro gab es auch im Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit ein kleines Minus: „Der Rückgang lag in einer negativen Entwicklung des Deutschen Aktienindex und der Aktienkurse insgesamt“, klärte Bender auf. „So mussten wir 2018 Abschreibungen vornehmen, die wir in 2019 aber aufgrund der positiven Entwicklung wieder zuschreiben konnten.“ Der Zinsertrag aus Krediten sei trotz des niedrigen Zinsniveaus die wichtigste Ertragssäule. „Durch Neukreditvergaben konnten wir den Niedrigzins gut auffangen und so auch 2018 eine gute Ertragslage erzielen“, rechnete Bender vor: Um rund 17 Millionen Euro stieg das Kreditvolumen im Vergleich zum Vorjahr auf über 325 Millionen Euro. So hat sich auch die Bilanzsumme der Bank um 2,6 Prozent auf mehr als 430 Millionen Euro erhöht. Und auch auch der Bilanzgewinn stieg um 3.000 Euro auf 540.000 Euro. Erfreulich für die Mitglieder: Bei einer Dividende von sechs Prozent wurden mehr als 161.000 Euro an sie ausgeschüttet.