Tinnums Feuerwehr kämpft gegen Parkplatzmangel rund ums Gerätehaus

Vorfreude auf den neuen Standort

Do, 25. Jul 2019
Tinnum

Tinnum.(sc) Es brennt – jetzt muss es ganz schnell gehen! Doch was passiert, wenn die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Tinnum erstmal minutenlang nach einem Parkplatz suchen müssen? Man mag es sich gar nicht ausmalen, doch zurzeit ist es bittere Realität: „Wir müssen vor der Wache irgendwo auf der Straße parken. Die Seitenstreifen sind im Sommer immer belegt, oft parken wir in zweiter Reihe“, klagt der Tinnumer Wehrführer Siegfried Engel. Bisher habe es noch keine Situation gegeben, in der ein Auto durch die Feuerwehr entfernt werden musste oder beschädigt wurde, um zum Einsatz zu gelangen. „Doch die Löschwagen begegnen sich auf der engen Fahrbahn mit den anrückenden Kräften und man kommt nicht aneinander vorbei.“

Eines von vielen Problemen, das mit dem neuen Standort am Königskamp gelöst werden soll: „Wir können es kaum erwarten, dass der Bau der neuen Feuerwache beginnt.“ Auch beim Thema Ausrückezeit und Erreichbarkeit punktet der mögliche neue Standort bei Engel und seinen Kameraden: „Unser Einsatzgebiet reicht vom Flughafen bis zum Süden von Westerland – vom Königskamp ist alles sehr gut erreichbar.“

Übrigens: „Brennt das Gebäude der Westerländer Wehr, ist Tinnum zuständig“, erläuterte der Wehrführer den Zuständigkeitsbereich. Die Tinnumer Feuerwehr ist zwar vom Gewerbegebiet weiter entfernt, aber der Flughafen ist Tinnumer Gebiet – „und Ortswehr bleibt Ortswehr“. Im Ernstfall würden ohnehin beide Feuerwehren alarmiert, ebenso wie die Feuerwehr Tinnum für Westerland-Süd mit ausrückt. Die Mitalarmierung sei bei der Leitstelle in Harrislee so hinterlegt, da die Westerländer Kameraden aufgrund der Verkehrslage oft sieben bis acht Minuten benötigen, bis sie das Gerätehaus am Flughafen erreichen. „Darum sind wir oft schon am Einsatzort, bevor die Westerländer Kameraden überhaupt ihre Jacken anhaben“, so Engel. 

Derzeit werden die mögliche Größe und die Rohbaukosten für die geplante Wache ermittelt, berichtet der Wehrführer: „Es ist noch nicht bekannt, wie das alles nachher aussehen soll.“ Nur eine reine Feuerwache soll es werden, ein neues Gerätehaus – ohne Schnickschnack. Die Kritik, der neue Standort der Wache würde die Sicht auf die Tinnumburg verdecken, kann er nicht ganz nachvollziehen: „Niemand weiß bisher, wie die neue Wache aussehen wird.“ Zu- und Abfahrt links und rechts, dazu ein Grünstreifen – die entstehende Sichtachse könnte sogar mit einem Fahrradweg versehen werden, „und es ist doch viel schöner, sich die Tinnumburg aus der Nähe anzusehen“. Zumal für das Grundstück schon einmal ein anderer Plan bestanden habe, erinnert sich der Wehrführer: „KLM wollte dort Hausscheiben bauen, mit einer Höhe von neuneinhalb Metern – da hat niemand aufgeschrien.“ 

Eine Kopie der neuen Gerätehäuser aus List und Hörnum, wie von Bürgermeister Nikolas Häckel vorgeschlagen, befürwortet der Ortswehrführer nicht: „Die Zeit hat gezeigt, dass die Planungen dieser Ortswehren nicht fehlerfrei sind.“ So seien die Parkplätze der Lister Wehr zum Beispiel hinter dem Haus, die Eingangstür jedoch vorne. „Im Ernstfall sind das wertvolle Sekunden, die verloren gehen“, sagt er. Auch der Baustil in Tinnum sei ein anderer: „Wenn das Gebäude im Stil der Boy-Lornsen-Schule errichtet würde, würde es viel besser ins Ortsbild passen.“ Nun jedoch liegt es in den Händen der Gemeinde und des Architekten, über das Aussehen und den Baubeginn der neuen Wache zu befinden. „So oder so wollen wir mit Ruhe und Verstand an die Sache gehen“ betont Engel abschließend. Nur sei es schade, dass die Kameraden nicht immer in die Planung einbezogen würden.