Tinnums Ortsbeiratsvorsitzender Raphael Ipsen kritisiert Verwaltung

Effizienz kann auch Spaß machen

Do, 25. Jul 2019
Tinnum

Tinnum.(jpe) Sich ernstgenommen fühlen, gehört werden und mitentscheiden. Die Ortsbeiräte sind für Tinnums Ortsbeiratsvorsitzenden Raphael Ipsen (Foto) die Gremien in der Gemeinde Sylt, die aus seiner Sicht Basisdemokratie erst ermöglichen. „Leider bleibt in der Kommunikation mit der Verwaltung einiges auf der Strecke“, beklagte er jetzt im Gespräch mit dem Sylter Spiegel nach bald einjähriger Amtszeit. Da gebe es viel zu verbessern. Als ein Problem erkannte Bürgermeister Nikolaus Häckel, wie im Sylter Spiegel kompakt berichtet, unlängst die unterschiedlichen Sitzungsrhythmen von Ortsbeiräten und Ausschüssen. So landeten Vorschläge, zu denen sich die Ausschüsse bereits positioniert hatten, abermals auf deren Tagesordnung, weil zwischenzeitlich in den Ortsbeiräten dazu Beratungen stattgefunden haben, so Häckel.

„Wir brauchen nicht die Sitzungsintervalle der Ortsbeiratssitzungen zu verkürzen, wir müssten nur besser und effektiver miteinander kommunizieren“, meinte hierzu Raphael Ipsen und fügte hinzu: „Die Gemeindeordnung gibt vor, dass die Gemeindeverwaltung bei ortsbezogenen Themen die jeweiligen Ortsbeiräte informiert und einbindet. Dies ist oft nicht der Fall.“ Auch die Tatsache, dass zu vielen Ortsbeiratssitzungen keine Verwaltungsmitarbeiter aus den Fachämtern entsendet würden, kritisierte er. So bestünden eben keine Möglichkeiten, in der Sitzung Sachfragen oder bestimmte für die jeweiligen Orte wichtige Details direkt zu klären. Würden dann doch Empfehlungen beschlossen, landeten diese oft gar nicht oder zu spät in den Tagesordnungen der Fachausschüsse. Immerhin: Bei vier Sitzungen jährlich von je sechs Ortsteilbeiräten schlagen 24 Sitzungen im Kalenderjahr zu Buche, die von der Verwaltung mit vorbereitet und von Mitarbeitern begleitet werden. Den Umfang der Aufgabe für die Verwaltung erkannte Ipsen durchaus an. Da müssten die Personal-Ressourcen halt effektiv eingesetzt werden, verwies er auf entsprechende Werkzeuge des Managements.

„Da kann sich etwas verbessern“, zeigte sich Ipsen überzeugt und nannte ein Beispiel: Am 19. August werde der Schulausschuss gemeinsam mit dem Ortsbeirat Tinnum tagen. Kommunikation auf Augenhöhe, flache Hierarchien und ein gemeinsames Miteinander sind dem Unternehmer und Familienvater sehr wichtig. „Wir müssen alle an einem Strang ziehen, dann können wir auch etwas bewegen. Das ist zum einen deutlich effektiver und macht auch mehr Spaß“, erläuterte Ipsen im Gespräch. 

Deswegen wolle er als Ortsbeiratsvorsitzender nicht den Chef geben, der einfach Dinge entscheidet, sondern sieht sich eher in der Rolle des Moderators, der Kräfte und Ideen bündelt und versucht Synergien zu schaffen: „Wir arbeiten im Beirat für einen lebenswerten und familienfreundlichen Ort für Tinnumer und Gäste mit Blick auf das Wohl der gesamten Insel.“ Das gehe halt weiter darüber hinaus, als eben „nur“ Brauchtumsfeste, den Volkstrauertag oder Senioren- und Kinderfeste zu organisieren und schöne Jubiläumspräsente zu überreichen.             Foto: oh