Morsums neuer Wehrführer bereits zwei Monate im Amt

„Für‘s Ehrenamt geboren“

Jan-Christian Lauritzen ist neuer Wehrführer in Morsum

Do, 25. Jul 2019
Morsum

Morsum.(sc) Vor knapp zwei Monaten hatte die Suche nach einem neuen Morsumer Wehrführer ein Ende: Volker Bartling, 17 Jahre lang Wehrführer der Morsumer Feuerwehr, war schon bei der Jahreshauptversammlung im Februar nicht wieder zur Wahl angetreten. Ein Nachfolger stand zu diesem Zeitpunkt noch nicht zur Verfügung. Erst am 15. Mai erfüllte sich dann Bartlings Wunsch nach mehr Freizeit: Jan-Christian Lauritzen wurde in einer außerordentlichen Versammlung einstimmig zum neuen Wehrführer gewählt. Wir haben mit ihm über seine ersten zwei Monate im Amt gesprochen. 

 

Nachträglich noch einmal herzlichen Glückwunsch zu Ihrer neuen Aufgabe. Wie haben Sie die Ernennung erlebt? 

Danke. Die Wahl ging ziemlich schnell vonstatten. Es hatte sich ja im Vorfeld schon herauskristallisiert, dass ich kandidieren würde – die anderen Kameraden haben mich ja ständig darauf angesprochen. Dass ich dann aber einstimmig gewählt wurde, hat mich dennoch sehr beeindruckt. Das ist ein guter Start, weil ich weiß, dass die anderen Kameraden hinter mir stehen.

 

Für gewöhnlich rückt ja der Stellvertreter nach, wenn ein Wehrführer nicht mehr zur Wahl antritt…

…in diesem Fall hat Christian Schmitz das aber nicht gewollt. Wir haben alle ein wenig darauf gehofft. Aber er ist glücklich mit dem Posten, den er hat und hat mich von Anfang an unterstützt. 

 

Was hat für Sie den entscheidenden Anlass gegeben, sich zur Wahl zu stellen?

Das ist keine Entscheidung, die man über Nacht trifft. Ich habe ausgiebig darüber nachgedacht, aber das wichtigste war, dass meine Frau mich in der Entscheidung unterstützt hat. Ich habe bestimmt zwei Wochen lang mit ihr Pro und Contra abgewogen, bis wir die Entscheidung getroffen haben. Wenn du bei so etwas die Familie nicht im Rücken hast, dann hast du verloren. 

 

Wie haben Sie sich in den ersten zwei Monaten in das Amt eingelebt?

Ich bin jetzt fast 30 Jahre in der Morsumer Feuerwehr, war vorher schon Gruppenführer und Atemschutzbeauftragter – das meiste kannte ich also schon. Außerdem habe ich zwei erstklassige Gruppenführer, erfahre unheimlich viel Unterstützung von den anderen Kameraden und auch von den Wehrführern aus den anderen Inselorten. Mit den meisten bin ich seit Jahren privat befreundet, mit einigen sogar zur Schule gegangen. Mein Stellvertreter ist mein Nachbar, das sorgt zudem für kurze Dienstwege. Es ist etwas mehr Papierkram als vorher, das war’s aber schon. 

 

Sind Sie durch das zusätzliche Amt im Privatleben eingeschränkt?

Ich war schon immer ganz vorne mit dabei, wenn ich etwas angefangen habe. Ich bin ja auch beim Ringreiten aktiv und erster Vorsitzender im Dartverein. Das macht mir einfach Spaß – ich glaube, ich bin fürs Ehrenamt geboren.

 

Von dieser Sorte Menschen gibt es ja nicht mehr viele.

Die Morsumer Feuerwehr hatte zwar früher auch mehr Mitglieder, trotzdem sind die Nachwuchssorgen nicht so groß wie in anderen Wehren. Morsum ist da sehr langlebig: Von den fünf Kameraden, mit denen ich damals angetreten bin, sind vier noch immer in der Feuerwehr. Wir haben auch viele Junge Feuerwehrleute, die ebenfalls sehr engagiert sind: Der eine ist zusätzlich bei den Jägern, der andere beim Rettungsdienst. Es ist großartig, solche Nachwuchskameraden zu haben, die dann auch in anderen Bereichen qualifiziert helfen können. Jetzt kommen erstmals auch zwei Mädchen aus der Jugendfeuerwehr hinzu. Das freut mich besonders, auch wenn es uns vor ganz neue Herausforderungen stellt.

 

Welche Herausforderungen sind das?

Beispielsweise haben wir keine Umkleide für Damen. Unser Gerätehaus platzt aus allen Nähten, aber man kann auch nicht jeden Tag beim Bürgermeister nach einem neuen Gerätehaus fragen. Wir werden also vorerst eine Übergangslösung finden müssen. 

 

Gibt es weitere Punkte, an denen in der Morsumer Feuerwehr gearbeitet werden muss?

Kaum – Volker Bartling hat eine sehr gut funktionierende Feuerwehr übergeben. Auch, was das Equipment angeht, ist unsere Feuerwehr sehr gut aufgestellt – aber das kann meiner Meinung nach jede Sylter Feuerwehr von sich sagen. Von dem Fuhrpark hier auf Sylt können viele Feuerwehren auf dem Festland nur träumen.