Die Ergebnisse nach dem Marschbahngipfel

Mehr Personal für die Bahn

Foto: © oh / Sylter Spiegel GmbH

Jeden Tag das selbe Bild in Niebüll: Pendler drängeln sich in viel zu kurze Züge. Das Chaos will nicht enden

Do, 14. Jun 2018
Sylt
,
Nordfriesland

Kreis Nordfriesland/Insel Sylt.(hwi) Gibt es Hoffnung für Pendler, für die Sylter Wirtschaft, für Gäste, dass sich die Dinge auf der Marschbahn nach ziemlich genau 19 Monaten im Verkehrschaos nun endlich kurzfristig verbessern? Nach dem Marschbahngipfel im Bundesverkehrsministerium Ende vergangener Woche, an dem neben dem Parlamentarischen Staatssekretär Enak Ferlemann auch Vertreter von Landesregierung und Bahn sowie die CDU-Bundestagsabgeordnete Astrid Damerow und Kreispräsident Heinz Maurus (CDU) teilnahmen, sollen jetzt nach Angaben von Astrid Damerow und Heinz Maurus folgende Maßnahmen für Abhilfe sorgen:

  • Die Bahn will den personellen Problemen auf der Marschbahn, vor allem dem Ausfall von Lok- und Zugführern, mit mehr Personal für diese Strecke begegnen.
  • In Husum stehen jetzt mehr Ersatzteile für die Instandsetzung von Loks und Wagen zur Verfügung.
  • Inzwischen sind elf von 14 Lokomotiven der Baureihe 245 einer Rollkur unterzogen worden und befinden sich nach ihrer Instandsetzung bereits wieder in Betrieb.
  • Das Überholgleis im Bereich des Kreuzungsbahnhofs Lehnshallig soll auf eine Länge von vier Kilometern in Richtung Niebüll verlängert werden. Wert wird in diesem Zusammenhang allerdings auf die Aussage gelegt, dass es sich bei dieser Baumaßnahme lediglich um eine „erste Baustufe“ im Rahmen des Großbauprojekts „zweigleisiger Ausbau der Strecke Niebüll-Klanxbüll“ handeln kann. Ob diese Großbaumaßnahme in den vordringlichen Bedarf des nächsten Bundesverkehrswegeplans aufgenommen wird, darüber wird ab Juli in Berlin entschieden.
  • Bis 2025 soll die gesamte Marschbahnstrecke im Oberbau erneuert werden. Dabei muss für 150 Bahnübergänge geprüft werden, ob sie auch in Zukunft noch notwendig sein werden. Bereits in sechs Wochen soll dazu ein Grobkonzept vorliegen.
  • Die Planungen für die Verlängerung der Bahnsteige sind abgeschlossen. Wenn die entsprechenden Genehmigungen vorliegen, werden die Baumaßnahmen sofort ausgeschrieben. Bis Ende nächsten Jahres sollen sämtliche Bahnsteigverlängerungen abgeschlossen sein.
  • Bis zu diesem Zeitpunkt bietet die Bahn ab Mitte Juli Doppelstockwagen an, um die Passagierkapazität zu erhöhen. Die Doppelstockwage sind für täglich zwei Zugumläufe auf der Strecke Westerland-Altona geplant – und ab Oktober zwischen Niebüll und Westerland. Vor der endgültigen Zustimmung möchte das Land allerdings das Konzept von DB Regio hierzu prüfen.
  • Das Stellwerk Westerland soll als erstes von mechanisch auf elektronisch umgestellt werden.
  • Thema beim Marschbahngipfel war auch die Verbesserung von Sauberkeit und Service in Zügen und Bahnhöfen.

„Wir haben noch einmal zum Ausdruck gebracht, wie sehr die Menschen unter der Situation leiden. Die Vertreter der Bahn habe ich darüber hinaus aufgefordert, für die Fahrgäste einen besseren Service zu gewährleisten“, teilte Astrid Damerow in einer Pressemitteilung mit. Und weiter: „Die Zustände in den Zügen sind zum Teil menschenunwürdig!“
Kreispräsident Heinz Maurus fasste den Bahngipfel aus seiner Sicht zusammen: „Die Deutsche Bahn bemüht sich, die Situation auf der Marschbahnstrecke zu verbessern. Wir können nur hoffen, dass die beabsichtigten Kurzfristmaßnahmen zu einer Verbesserung des Zugverkehrs auf der Strecke führen.“ Bei den noch notwendigen Baumaßnahmen in den unterschiedlichsten Bereichen, so Maurus weiter, hoffe man überdies auf Planungsbeschleunigung und schnelle Umsetzung. Und weiter: „Heute rächen sich die Versäumnisse der Vergangenheit. Die Marschbahn ist seit Jahren vernachlässigt worden – und die besondere Verantwortung zur Versorgung der Insel durch die Bahn wurde sowohl von der Politik als auch von der Bahn nicht ausreichend berücksichtigt.“ Damit, so der Kreispräsident, müsse endgültig Schluss sein. Und abschließend: „Wenn die Verlässlichkeit und Zuverlässigkeit des Bahnverkehrs von und nach Sylt nicht wiederhergestellt wird, muss das Land die Kündigung des Vertrages mit dem derzeitigen Anbieter DB Regio ernsthaft prüfen!“