Sölring Foriining stellt sich neu auf

Vom Verschwinden des Apostrophs

Foto: © Matthias Kerber / Sylter Spiegel GmbH

Jürgen Ingwersen, Vorsitzender der Sölring Foriining, Insa-Mascha Matthiesen von der Agentur Markenjung, Museumsleiter Alexander Römer und Geschäftsführer Sven Lappoehn bei der Vorstellung des neuen Vereinsbildes.

Do, 11. Apr 2019
Keitum
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Sylt

Keitum.(mk) Die Sölring Foriining ist mit ihren rund 2.500 Mitgliedern nicht nur einer der größten Heimat- und Kulturvereine in Schleswig-Holstein. Sie hat mit ihren mittlerweile 113 Jahren auch schon ein gewissen Alter erreicht. Damit man dies dem Verein in seiner Außendarstellung nicht ansieht, konzipierte er in Zusammenarbeit mir der Agentur „Markenjung“ einen neuen Auftritt, der ein neues Logo, neue Internetseiten und ein neues Schriftbild beinhaltet. Denn das Apostroph im Namen des Vereins ist ab sofort passé. „Wir mussten versuchen den Spagat hinzubekommen, an alten Werten festzuhalten und gleichzeitig den Schritt in die Moderne zu gehen“, erklärte Jürgen Ingwersen, Vorsitzender der Sölring Foriing, bei einem Pressegespräch am Montag. Eine der Leitfragen war, ob die Sölring Foriing noch das ist, was sie sein soll. Um ein repräsentatives Bild vom Image der Sölring Foriing zu bekommen, versendete die Agentur „Markenjung“ insgesamt 140 Fragebögen und führte persönliche Interviews. „Mit einer tollen Rücklaufquote von rund 50 Prozent konnte ein recht konkretes Bild ermittelt werden“, erklärte Insa-Mascha Matthiesen von der Agentur. Demnach sei der Verein wichtig und solle es bleiben, aber er werde auch als alt und staubig wahrgenommen. Der Bekanntheitsgrad sei zwar bei älteren Syltern sehr hoch, aber umso geringer bei Urlaubsgästen. Der Verein werde zudem als die Stimme der Sylter wahrgenommen, der Identität und Tradition bewahre. „Die Ergebnisse haben einen gewissen Handlungsdruck ausgelöst“, sagte Wiebke Stitz, Vorstandsmitglied der Sölring Foriining.

Modern und attraktiv zu werden, lautete das Ziel, weshalb man auch eine neue Corporate Identity, ein neues Selbstbild des Vereins, entwickelte. Auch zwei neue Internetseiten wurden konzipiert – eine für die Sölring Museen, die bereits online ist, und eine für den Verein. „So bekommt der Verein mehr Luft zum Atmen, denn in der Vergangenheit haben die Museen den Verein überlagert“, erklärte Wiebke Stitz. Das neue Logo wurde in seiner Form deutlich reduziert. Der Grütztopf und der Hering erscheinen nun in stilisierter Form. „Insgesamt ein aufgeräumtes, klares und modernes Design“, so Matthiesen. Abgerundet wird das neue Logo mit dem Slogan „Wir sind Sylt“. Angelehnt an das neue Vereinslogo präsentieren sich auch die Sölring Museen in neuem Design und mit neuen Namen. Aus dem ehemaligen Sylter Heimatmuseum wurde das Sylt Museum. „Wir sind mittlerweile mehr als ein Heimatmuseum“, erklärte der Leiter Alexander Römer. Vielmehr verstehe man sich als Regionalmuseum. „Wir konnten das Wort Heimat sorglos streichen, weil wir mit dem Altfriesischen Haus sehr viel Heimatliches zeigen“, ergänzte Wiebke Stitz. Das Altfriesische Haus trägt ab sofort den Zusatz „seit 1640“. Der Denghoog heißt jetzt Steinzeitgrab Denghoog und die Vogelkoje firmiert nun unter dem neuen Namen Naturpfad Vogelkoje Kampen. Der neue Slogan der Sölring Museen lehnt sich wiederum an den des Vereins an: „Wir sind Kultur“. Die Zertifizierung der Museen Ende des vergangenen Jahres (wir berichteten ausführlich) habe den Prozess der Erneuerung weiter vorangetrieben und beschleunigt, so Sven Lappoehn abschließend.