Hafenflohmarkt Munkmarsch unter freiem Himmel lockte die Gäste an

Ausnahmsweise mal draußen

Do, 04. Jul 2019
Munkmarsch

Munkmarsch.(sc) Jeden Sommer findet in der Bootshalle des Sylter Segler-Clubs e.V. am Munkmarscher Hafen der beliebte Hafenflohmarkt statt – fast wäre diese mehr als dreißigjährige Tradition nun erstmals gebrochen worden: Ende Januar war ein Feuer in der Bootshalle ausgebrochen, zerstörte Teile der Halle und der sich darin befindlichen Boote – seitdem waren die Tore der Halle geschlossen. Ausgerechnet das teuerste und modernste Boot war der Auslöser für den Brand, wie die Polizeidirektion Flensburg im Rahmen ihrer kriminaltechnischen Untersuchung herausgefunden hat: Die Batterie des Bootes war aufgrund eines technischen Fehlers explodiert und hatte so das Feuer verursacht. „Wir hätten den Hafenflohmarkt tatsächlich beinahe ausfallen lassen“, berichtete Organisator Frank Neubauer von der Munkmarscher Hafenkneipe. „Einige Clubmitglieder haben sich aber dafür eingesetzt, den Flohmarkt dennoch stattfinden zu lassen.“ 

Und so wurde dann am Samstag und Sonntag, 29. und 30. Juni, doch wieder zum Hafenflohmarkt eingeladen – unter freiem Himmel und mit lediglich der Hälfte der Aussteller. Ohne Dach über dem Kopf war zwar das Risiko größer, im Regen zu stehen – stattdessen machte den Ausstellern an diesem Wochenende aber eher die große Hitze zu schaffen. Die zahlreichen Besucher ließen sich indes weder von der gesperrten Halle noch von den tropischen Temperaturen davon abhalten, ausgiebig zwischen den Ständen zu stöbern und stärkten sich zwischendurch am Grill- und Getränkestand. Entstanden war der Hafenflohmarkt übrigens, „um Dinge loszuwerden, die sich mit der Zeit so an einem Hafen ansammeln“, verriet Neubauer. Und auch am Wochenende fanden sich zwischen Antiquitäten, Spielsachen und Haushaltsgegenständen so manche nautischen Instrumente auf den Verkaufstischen.

Der nächste Hafenflohmarkt am 7. und 8. September wird voraussichtlich wieder in der Halle stattfinden: Bis dahin soll der Neubau bereits fertig sein, verriet Uwe Hansen, der sich als Mitglied des SSC für den Wiederaufbau der Halle verantwortlich zeichnet. Die Boote, die noch zu retten waren, wurden bereits im Februar verladen und zur Reparatur abtransportiert. „Eigentlich sollte auch die Halle lediglich repariert werden“, berichtet der Architekt. „Aber die Gutachten haben ergeben, dass die Stahlstützen durch die Hitze zu stark beschädigt sind.“ Im Juli sollen nun die Abrissarbeiten stattfinden, bevor die Halle ab August baugleich an selber Stelle neu entstehen soll. Die Kosten für den Neubau werden vollständig von der Versicherung bezahlt. Wann genau die neue Halle fertig wird, hänge auch davon ab, wann die neuen Träger geliefert werden können, fährt Hansen fort. „Bis Oktober muss sie aber stehen – dann sollen die Boote für den Winter eingelagert werden.“