Nach Ankündigung von Mieterhöhungen: Kritik an Gewoba Nord

Einschüchterung statt Dialog?

Do, 02. Mai 2019
Westerland
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Sylt

Insel Sylt. (jpe) Einschüchterung statt Dialog? Mit ihren Vorschlägen zur Erhöhung der Nutzungsgebühr um fünf Prozent habe die Gewoba Nord Baugenossenschaft hunderte Menschen, die kein Eigentum besitzen, in hohem Maße verunsichert, kritisierte jetzt Rolf Bünte für B90/Die Grünen List und darüber hinaus als Mitglied der Genossenschaft. Er fordert die Genossenschaft auf, Mieterhöhungen maßvoll zu gestalten und diese besser zu begründen, als dies aus seiner Sicht im aktuellen Schreiben an alle Mitglieder geschehen sei.

Immerhin: Mit dem Hinweis der Gewoba, man könne als Vermieter die Nutzungsgebühr innerhalb von drei Jahren um maximal 20 Prozent erhöhen, schwebt ein Damoklesschwert über den Mietern. Denn auch wenn auf Sylt wegen der Kappungsgrenze maximal 15 Prozent erlaubt sind, könnten bei einer Zweizimmerwohnung bei 15-prozentiger Steigerung nach drei Jahren gut und gerne 1000 Euro pro Jahr an Mehrbelastung auf die Mieter zukommen.

Steffan Liebscher, hauptamtliches Vorstandsmitglieder der Gewoba, sieht das so wörtlich: „entspannt“.

Die Forderung Büntes, in jeder Hinsicht gemeinwohlorientiert zu wirtschaften, kann er nicht nachvollziehen. „Es geht um das Wohl aller Mitglieder der Baugenossenschaft. Dem werden wir vollkommen gerecht“, sagte Liebscher auf Anfrage des Sylter Spiegel. Außerdem liege die durchschnittliche Miete der über 1.000 Gewoba-Wohneinheiten auf Sylt mit 6,84 Euro je Quadratmeter absolut im Rahmen. Begründet hat die Gewoba die Preiserhöhung mit Investitionen in Neubau und Modernisierungen. Außerdem sei der Aufwand für die Instandhaltung gestiegen, erläutern sie in einem Schreiben an ihre Mitglieder.