KGV-Anlage Gösing: Einbruch / 30.000 Euro Schaden

Blutige Tatspuren

Horst-Peter Feldt (l.) und Manfred Nissen vom Kleingartenverein Gösing vor den aufgebrochenen Sparclub-Fächern im Gemeinschaftshaus.

Do, 02. Mai 2019
Westerland
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Sylt

Westerland.(jpe) „Wir haben keine Feinde!“ Auch mehr als vier Wochen nach dem Einbruch von Vandalen stehen Horst-Peter Feld und Manfred Nissen ratlos vor den Verwüstungen im Gemeinschaftshaus der Kleingartenanlage Gösing am Franz-Korwan-Weg. Der Verein sieht sich mit einer Schadensumme von 30.000 Euro konfrontiert. Die Versicherungen mögen vieles regulieren und zahlen, aber die ehrenamtliche Arbeit und das Herzblut, die in dem Gemeinschaftshaus stecken, kann keiner ersetzen.

Etliche Stunden lief das Wasser ungehindert in das Gemeinschaftshaus, nachdem die Einbrecher in der Nacht vom 18. auf den 19. März eingestiegen waren, die Sparfächer geknackt hatten und sich wohl reichlich Alkohol einverleibten. „Einbrecherprofis waren die bestimmt nicht“, teilt Horst-Peter Feldt, der Vorsitzende des Vereins, die Einschätzung der Kriminalpolizei.

Dafür waren es aber leider Fortgeschrittene in Sachen Vandalismus. Sie waren unfähig die Zugangstür aufzubrechen, wie die Spuren zeigen.

 Dann haben der oder die Täter einfach eine Fensterscheibe eingeworfen und sich dann auch noch verletzt, als sie über die Bruchkante reingriffen und den Fensterhebel innen umgelegt haben. Die Blutspuren am Heizungskörper unter dem Fenster sind bereits für die DNA-Datenbank von der Kripo erfasst.

Einmal drinnen im Gebäude, machten sich die Einbrecher mit dem gefundenen Werkzeug der Kleingärtner über die in die Wand eingelassenen Fächer der Sparclubmitglieder her und räumten sie leer. Glücklicherweise waren diese erst eine Woche vorher geleert worden. Möglicherweise frustriert, ließen die Täter anschließend ihrem Verwüstungswillen freien Lauf – leider mit Erfolg: Sie schmissen Flaschen auf den Boden, demolierten den Thekenbereich, stopften Handtücher in die Waschbecken in Küche und WC und drehten die Wasserhähne auf. Rund 20.000 Liter Wasser verteilten sich im Gemeinschaftsraum.

„Wir können das so genau beziffern, weil die Wasseruhren für die Nebenkostenabrechnung gerade abgelesen worden waren“, erläuterte Horst-Peter Feldt. Das Wasser stand knöcheltief, als der Einbruch am 19. März nachmittags bemerkt wurde.

„Wir mussten den gesamten Boden entsorgen“, ergänzte Manfred Nissen, Obmann der Anlage Gösing. Das Gemeinschaftshaus ist in zwei Etappen gebaut worden und die Sohle des Erweiterungsteils liegt einige Zentimeter tiefer. Für einen Gemeinschaftshaus-Boden ohne Kante sorgte ein Holzaufbau, der nach dem Wasserschaden samt Fliesen und Dämmstoffen entfernt werden musste. Eine teure Tat.

„Wir werden jetzt eine Alarmanlage am Haus installieren“, sagte Feldt und hofft mit Manfred Nissen, dass bis zum Sommerfest am 6. und 7. Juli alles wieder fertig ist.