Volkstrauertag – auch auf Sylt wurde der Opfer von Krieg und Gewalt gedacht

„Unsere Chance ist Gastfreundschaft“

Foto: © Oliver Sippel / Sylter Spiegel GmbH

Auch in Westerland wurde anlässlich des Volkstrauertages der Opfer von Krieg und Gewalt gedacht.

Di, 21. Nov 2017
Westerland

Mit einer Ansprache von Bürgermeister Nikolas Häckel und Kranzniederlegungen der Gemeinde Sylt, der Freiwilligen Feuerwehr Westerland, des Deutschen Roten Kreuzes und weiterer Vereine wurde anlässlich des Volkstrauertages am vergangenen Sonntag der Opfer von Krieg und Gewalt gedacht.

Die Frage, ob ein solcher Gedenktag mehr als 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs noch gebraucht wird, beantwortete der Bürgermeister mit einem deutlichen Ja: „Wir brauchen diese Momente des Innehaltens, ebenso wie wir Orte des Gedenkens brauchen, damit das, was geschehen ist, nicht verdrängt wird“, so Häckel. Und weiter: „Gedenktage bringen zum Ausdruck, welche Ereignisse und Erfahrungen aus unserer Geschichte wir im Bewusstsein auch künftiger Generationen bewahren und lebendig halten müssen.

Ob wir die Lektionen der Vergangenheit gelernt haben, ist noch offen. Aber wir entscheiden mit darüber, wie das 21. Jahrhundert verlaufen wird. Die Generation, die meiner folgt, wird die letzte sein, die mit Zeitzeugen des Nationalsozialismus reden kann. Die darauffolgenden Generationen können sich nur schwer vorstellen, wie es ist, wenn Bomben fallen und man um sein Leben bangt.“

Gewalt sei aber auch heute nach wie vor weltweit verbreitet. Man dürfe nicht wegschauen, mahnte der Bürgermeister, denn obwohl diese Konflikte fern scheinen, zeigten doch die Diskussionen über Waffenlieferungen, wirtschaftliche Abhängigkeiten und nicht zuletzt die Flüchtlingsströme, wie stark Deutschland und damit jede einzelne Gemeinde betroffen sei. „Unsere große Chance heute: Der Kontakt zu den Flüchtlingen auf der Welt, die wir auf Sylt mit unserer Gastfreundschaft aufnehmen. Suchen wir weiterhin den Kontakt, integrieren wir die Flüchtlinge weiterhin, kommen wir mit ihnen ins Gespräch. Tun wir Gutes und helfen.“

Zu den rund 80 Anwesenden zählte an diesem Tag auch eine Gruppe Schüler, die ihren in freiwilliger Zusammenarbeit gemeinsam mit Inseljugendpfleger Holger Bünte geschaffenen Beitrag zum Volkstrauertag vorstellten: Ihre persönlichen Friedenssymbole, festgehalten in selbstgemalten Bildern.

Für gewöhnlich wird die alljährlich stattfindende Gedenkfeier vom Westerländer Musikverein musikalisch begleitet. In diesem Jahr allerdings musste die Gedenkfeier ohne Musik auskommen – der Musikverein musste sein Kommen wegen der Erkrankung einiger seiner Mitglieder kurzfristig absagen.