Westerländer Feuerwehr zieht Bilanz – Im vergangenen Jahr 260-mal ausgerückt - Heiligabend gleich drei Einsätze

08.03.2017

Westerland.(sam) 211 Einsätze und 49 Brandsicherheitswachen: Das ist die Bilanz der Westerländer Feuerwehr für das Jahr 2016, die Wehrführer Jörg Elias (Foto) den Mitgliedern in der Jahresversammlung vortrug. Insgesamt wurden die Westerländer damit 260-mal angefordert.
Zu den Einsätzen gehörten unter anderem 22 Kleinbrände, zwei Mittelbrände, ein Großbrand sowie 24 Fehlalarm durch Brandmeldeanlagen. Zudem wurden die Kameraden 43-mal gerufen, als es um „Personen in Notlage“ ging, sechsmal zu „Tiere in Notlage“. Es gab 29 Unwetter-Einsätze, 21-mal waren Flüssigkeiten ausgelaufen.
Für die Feuerwehr begann die erste Hälfte des vergangenen Jahres recht ruhig: „In den ersten sechs Monaten hatten wir seit vielen Jahren unter 100 Einsätze, genauer gesagt waren es 95. In der zweiten Hälfte ging es dann richtig los. Wir wurden zu 165 Einsätzen gerufen. Die einsatzstärksten Monate waren der August mit 37 – ohne Unwettereinsätze – und der Dezember mit 41 Einsätzen. Hier waren diverse Sturmeinsätze mit dabei“, sagte Elias. Im Vergleich zum Vorjahr hatten die Feuerwehrleute rund 13 Prozent mehr Einsätze. „Das Weihnachtsfest war das erst Mal für uns sehr einsatzintensiv: Am 24. Dezember hatten wir drei Einsätze – eine Brandmeldeanlage, ein Sturm- und ein Feuereinsatz im Friedrichshain. Der 26. Dezember bescherte uns ab 13.30 Uhr 26 Sturmeinsätze.“
Den größten Einsatz hatte die Wehr Anfang März 2016 in der Dirk-Brodersen-Straße: Beim Eintreffen des Einsatzleiters stand bereits die untere Hälfte eines Hauses in Vollbrand und eine Nachbarin kam mit der Hausbewohnerin aus dem brennenden Haus. Die Hausbewohnerin war sehr ungehalten und wollte zurück ins Gebäude. Die Nachbarin erzählte, dass sie die Bewohnerin nur mit Mühe und Not aus dem Haus bekommen hatte. „Mit Unterstützung der Tinnumer Kameraden hatten wir das Feuer schnell gelöscht, vielen Dank für eure Unterstützung“, so Elias.
Den kuriosesten Einsatz gab es im September in der Asklepios Nordseeklinik, als die Einsatzmeldung lautete: „Patienten von Daumenschrauben befreien“. Konkret handelte es sich um einen Mann, der sich mit Daumenschrauben die beiden großen Zehen gefesselt hatte. Die Daumenschrauben ließen sich nicht mehr öffnen und auch die Polizei hatte schon vergeblich versucht, sie aufzubekommen. „Mit Eisensäge, Schraubendreher und Multifunktionswerkzeug haben der Gemeindewehrführer und der Ortswehrführer eine chirurgische Meisterleistung vollbracht und den Patienten aus seiner misslichen Lage befreit. Solch einen Einsatz erlebt man auch nicht alle Tage“, beschrieb Elias.
2016 ist die Westerländer Wehr zu elf Wasserrettungen alarmiert worden. „Bei zehn Einsätzen waren es mal wieder die Stand-Up-Paddler, die einfach viel zu weit rausfahren. Strandbesucher sind der Meinung, dass die SUP abgetrieben sind und rufen dann die Feuerwehr. Ein Einsatz war dabei, bei dem wir wirklich eine abtreibende Person aus dem Wasser geholt haben.“
Elias stellte fest, dass die Zusammenarbeit bei Einsätzen mit dem Deutschen Roten Kreuz, der Polizei, der Kripo und den Feuerwehren der Insel Sylt sowie den Notfallseelsorgern „hervorragend war“. Die Westerländer Feuerwehr hat aktuell 76 aktive Mitglieder, darunter sieben Frauen. Es gibt 17 Ehrenmitglieder, die Jugendabteilung besteht aus 26 Nachwuchswehrlern. Insgesamt hat die Wehr damit 119 Mitglieder.


Autor/-in: Sabrina Müller