Interview mit Bürgermeisterin Katrin Fifeik - „Osterweg reiht sich in Perlenkette“

21.02.2017

So soll es auf der Osterwiese in Wenningstedt einmal aussehen, wenn alles fertig ist. Geplant sind auf diesem Areal insgesamt 57 Wohnungen. Fotos: BCS GmbH und Höft Bau Sylt GmbH & Co. KG

Wenningstedt-Braderup. Viel ist passiert in den vergangenen Jahren in Wenningstedt-Braderup. Aus der Kita in Braderup ist ein über die Grenzen der Gemeinde hinaus bekannter und beliebter Bauernhof-Kindergarten geworden, aus der Kreuzung bei Feinkost Meyer ein Kreisel mit Verkehrsfluss-Garantie auch in der Hochsaison. Neue Promenade, neues Kurhaus, beeindruckender Gosch an neuem Ort und zuletzt ein Großbauprojekt für 57 neue Familienwohnungen am Osterweg – Wenning­stedt hat sich in den vergangenen Jahren entwickelt wie keine andere Kommune auf der Insel. Unser Redaktionsmitglied Heiko Wiegand ist anlässlich des geplanten Baubeginns am Osterweg mit Bürgermeisterin Katrin Fifeik ins Gespräch gekommen.

Frau Fifeik, die Gemeinde plant auf gemeindeeigener Fläche 57 Wohnungen in mehreren Häusern, vor allem für Familien. Demnächst sollen die Bauarbeiten beginnen. Welchen Effekt versprechen Sie sich von diesem Großprojekt?
Der Osterweg reiht sich in eine Perlenkette ein. In diese Perlenkette gehört beispielsweise der Bau des neuen Kurhauses. Aber es geht um mehr: Die Gemeinde soll funktionierend, lebenswert und selbständig gehalten werden. Das ist das Ziel. Und dazu gehört auch das Projekt Osterweg.

Es gibt sozusagen einen Generalplan für die Gemeinde...?
...Es geht, wie gesagt, um das generelle Ziel, diese lebenswerte, selbständige Gemeinde zu erhalten. Ein Beispiel: Wir haben – auch in Kiel – um den Erhalt unserer Norddörfer Schule gekämpft. Dort hat man uns gesagt, dass die Schule, demografisch gesehen, keine Zukunft hat. Dass wir einen Schulverband mit den anderen Gemeinden auf der Insel bilden sollen. Dass die Schule dann vielleicht höchstens noch Dependance einer anderen Schule auf Sylt sein könne. Das ist alles nicht passiert. Heute besuchen zwischen 106 und 113 Schülern die Schule. Mehr als 90 Prozent der Schüler gehen in die offene Ganztagsbetreuung.
Das ist nur ein Beispiel dafür, was erreichbar ist, wenn man etwas dafür tut.

Und im Zusammenhang mit der von Ihnen beschriebenen Perlenkette nochmal zurück zum aktuellen Projekt Osterweg. Die Gemeinde wird also als Vermieter aktiv?
Originäre Aufgabe einer Gemeinde ist es, finanzierbaren Mietwohnungsraum zur Verfügung zu stellen. Das tun wir. Wir haben den Kauf der Osterwiese von der BImA in den Jahren 2009 und 2010 verhandelt und sie anschließend gekauft. Die Wiese ist finanziell nicht belastet, insofern haben wir günstige Voraussetzungen für eine Refinanzierung.

Wenn Sie über Vergangenes und Gegenwärtiges sprechen – was planen Sie für die Zukunft?
(schmunzelt) Wir reden im Bauausschuss auch über Zukunftsvisionen, beispielsweise über ein Projekt für seniorengerechtes Wohnen auf dem Gelände Westerlandstraße 3. Diese Art des Wohnens wollen wir auf diesem Grundstück etablieren. Der Bebauungsplan wird entsprechend in nächster Zeit geändert. Wir stellen uns ein Haus mit seniorengerechten Wohnungen und darüber hinaus Platz für eine Praxis im Parterre vor. Ziel ist, dass bereits auf Sylt etablierte Ärzte dort tageweise praktizieren. Und es gibt keinen Friseur mehr im Dorf. Auch in dieser Frage gibt es Bedarf.

All diese Projekte werden von der Gemeindevertretung mitgetragen?
Darüber, dass sich die Gemeindevertretung insgesamt und fraktionsübergreifend über die aktuellen und künftigen Projekte einig ist, freue ich mich besonders. Wir arbeiten alle gemeinsam an der Grundversorgung für Wenningstedt-Braderup.


Autor/-in: Heiko Wiegand