DRK-Rettungshundestaffel aus Franken zu Besuch auf der Insel - Gemeinsames Training mit Hund

10.05.2017

Ein effektives Training absolvierten Gastgeber und Gäste in der ehemaligen Lister Kaserne. Foto: oh

List.(mk) Wo einst militärische Kommandos über den Platz schallten und inzwischen nur noch Stille zu hören ist, herrschte auf dem Gelände der früheren Marineversorgungsschule (MVS) einen Tag lang geschäftiges Treiben: Vierbeiner nahmen konzentriert Fährten auf, an den Gebäuden der früheren Kaserne brach sich der Schall von lautem Gebell, unterbrochen von kurzen Rufen der Frauchen und Herrchen. Gemeinsam trainierten 23 Hundeführer von drei Institutionen mit ihren Hunden die Suche von vermissten Personen.
„Es war ein sehr effektives Trainingslager, das allen Teilnehmern einen Blick über den Tellerrand ermöglichte: Wie trainieren die anderen, was kann man selbst optimieren?“, resümierten die beiden Staffelleiter der Rettungshundestaffel des DRK Westerland, Silke Meyer und Gert Rübsam. Gemeinsam mit den acht Hundeführen und sechs Helfern der Gastgeber trainierten sechs Hundeführer des Technischen Hilfswerks Flensburg sowie neun Hundeführer der DRK-Rettungshundestaffel Main-Spessart.
Während die Sylter mit den Flensburgern schon wiederholt gemeinsam auf dem Festland geübt hatten, war der Besuch aus Franken ein Novum: „Über Facebook kamen wir miteinander in Kontakt und als ich die Fahrt nach Sylt vorschlug, war unsere ganze Gruppe begeistert“, berichtete Thore Colhoun, Ausbilder der DRK-Rettungshundestaffel Main-Spessart. Im Fokus des Besuchs stand das Training in gemischten Gruppen: Während die einen Vier- und Zweibeiner das Mantrailing – das Verfolgen einer Spur mittels einer Geruchsprobe des Vermissten – absolvierten, übten sich die anderen in der Flächensuche, also dem Absuchen eines bestimmten Areals. Labradore, Golden Retriever, Border Collies und andere Rassen sowie Mischlinge zeigten eindrucksvoll, was sie in der Ausbildung gelernt hatten. Und die ist recht intensiv: „Bei unserer Gruppe kommen pro Woche zehn Stunden schnell zusammen“, erläuterte Rübsam.
Das gemeinsame Training mit anderen Gruppen sei sehr förderlich, unterstrich Meyer. Daher sollen diese Treffen ausgebaut werden, und natürlich ist auch ein baldiger Gegenbesuch bei der DRK-Rettungshundestaffel Main-Spessart geplant.


Autor/-in: Matthias Kerber