Die Landtagswahl auf Sylt - Klare Mehrheit für Schwarz-Gelb

10.05.2017

Wie hier im Wahlbezirk Alte Post hatten die ehrenamtlichen Wahlhelfer am Sonntagabend mit dem Auszählen der Stimmen alle Hände voll zu tun. Foto: Matthias Kerber

Von Heiko Wiegand

Insel Sylt.
(hwi) Schwarz-Gelb hätte auf der Insel eine belastbare Mehrheit. 52 Prozent der Sylter haben sich bei der Landtagswahl am vergangenen Sonntag für CDU (38,1 Prozent) bzw. FDP (13,9 Prozent) entschieden. Die Wunsch-Koalition des mutmaßlich nächsten Ministerpräsidenten Daniel Günther wäre so wenigstens auf Sylt mehrheitsfähig.
Darüber hinaus hat die AfD zwischen Hörnum und List lediglich 4,1 Prozent der Zweitstimmen bekommen. Die Rechtspopulisten wären also klar an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert, wäre das Sylt-Ergebnis das Landes-Ergebnis. Die weiteren Parteien: Die CDU ist auf der Insel die mit großem Abstand erfolgreichste Partei. Mit 38,1 Prozent Zweitstimmenanteil schnitt die Union annähernd doppelt so gut ab wie die SPD (20,0 Prozent) – und 6,1 Prozent besser als auf Landesebene. Auf Rang drei landen auf Sylt nicht die Grünen (10,4 Prozent), sondern die FDP mit 13,9 Prozent. Damit haben die Liberalen noch einmal knapp zweieinhalb Prozent mehr Stimmen bekommen als im Landesdurchschnitt. Der SSW schneidet unweit der dänischen Grenze erwartungsgemäß besser ab als im Landesdurchschnitt: 6,3 Prozent der Sylter haben sich für die Partei der dänischen Minderheit entschieden. Die Linkspartei spielt auf der Insel traditionell keine Rolle. Nur 1,9 Prozent haben dort ihr Kreuz gemacht (Land: 3,8 Prozent).
Beachtlich indes ist das Ergebnis von Zukunft.Schleswig-Holstein: Die Partei der beiden Sylter Lars Schmidt und Lasse Lorenzen holte am vergangenen Sonntag 303 Zweitstimmen oder 3,5 Prozent. Bei den Erststimmen überzeugte Kandidat Lasse Lorenzen sogar 3,9 Prozent der wahlberechtigten Sylter von seinen Zielen.
Die besten Zweitstimmen-Ergebnisse der Parteien auf Sylt: CDU in Kampen (46,5 Prozent), SPD in Rantum (31,0 Prozent), Die Grünen in Kampen (17,3 Prozent) und die FDP schließlich in Wenningstedt-Braderup mit 14,2 Prozent.
Das Erststimmen-Ergebnis: Der Sylter CDU-Kandidat Ingbert Liebing, der aus dem Deutschen Bundestag in den Kieler Landtag wechseln wird, hat mit 52,6 Prozent klar die (gar nicht nötige) absolute Mehrheit geschafft. Weit abgeschlagen: Hendrik Schwind-Hansen von der SPD: Er landete mit mageren 19,5 Prozent auf Platz 2.
Schaut man in die einzelnen Wahlbezirke auf der Insel, werden einige erwähnenswerte Ergebnisse sichtbar: Während die Union in Wenningstedt-Braderup sowie in Keitum und Archsum annähernd dreimal so stark abgeschnitten hat wie die SPD, holten die Sozialdemokraten  in Rantum 44 Stimmen und wurden damit – einzigartig auf Sylt – stärkste Kraft. Die CDU schaffte dort lediglich 41 Stimmen.
Die Wahlbeteiligung war auf der Insel deutlich schwächer als im Landesdurchschnitt: Während 64,2 Prozent der wahlberechtigten Schleswig-Holsteiner an die Urnen gingen, waren es auf der Insel mit 58,3 Prozent fast sechs Prozent weniger.

Klare Mehrheit auf Sylt
für Bürgerentscheid


Beim Bürgerentscheid über die Zukunft der Kliniken in Nordfriesland (wir berichteten ausführlich) wurden ausschließlich die Einwohner des Kreises Nordfriesland an die Urnen gerufen. Im Amt Landschaft Sylt stimmten 85,1 Prozent mit „Ja“, 14,9 Prozent mit „Nein“. In der Gemeinde Sylt machten 82,8 Prozent der Wahlberechtigten ihr Kreuz bei „Ja“ und 17,2 Prozent bei „Nein“.
Damit bleiben die Sylter in Sachen Klinik-Zukunft in Nordfriesland skeptischer als die Nordfriesen auf dem Festland, denn insgesamt erreichte das „Ja“-Lager fast 87,4 Prozent der Stimmen, während die „Nein“-Wähler lediglich 12,6 Prozent aller abgegebenen Stimmen ausmachten. Beim Bürgerentscheid ging es um die Frage, ob die Nordfriesen die Weiterentwicklung des Klinikums Nordfriesland mit Landeszuschüssen in Höhe von rund 30 Millionen Euro unterstützen. Das Klinikum unterhält Standorte in Husum, Niebüll sowie in Wyk auf Föhr.


Dateien:
Ergebnisse2017_Sylt.pdf399 K
Autor/-in: Heiko Wiegand