Am Sonntag wählt Schleswig-Holstein - 15.100 Sylter zur Wahl aufgerufen

04.05.2017

Von Heiko Wiegand

Insel Sylt. Ein Ergebnis steht bereits vor der nächsten Landtagswahl fest: Die Wahlbeteiligung auf Sylt wird sicherlich deutlich höher werden als vor fünf Jahren. „Wir hatten bei der letzten Landtagswahl im Mai 2012 zwei Wochen vor dem Urnengang etwa 220 Briefwähler“, sagte Karina Weyrich, Abteilungsleiterin Bürgerservice in der Inselverwaltung. „Jetzt, neun Tage vor der Wahl, sind es etwa 2.000.“
Ist die hohe Nachfrage nach Briefwahlunterlagen für die Landtagswahl, die am kommenden Sonntag, 7. Mai, von 8 bis 18 Uhr stattfindet, dem insgesamt wieder gestiegenen Interesse an Politik geschuldet? Gehen nun mehr Menschen zur Wahl, weil sie die AfD im Kieler Landtag sehen wollen? Oder weil sie genau dies verhindern möchten? Von allem ein bisschen? In vier Tagen werden abends konkrete Ergebnisse auf dem Tisch liegen.
Bis dahin haben Karina Weyrich und Barbara Hamann vom Bürgerservice sowie zwei weitere Mitarbeiter noch alle Hände voll zu tun: So müssen auf die 13 Wahl- und zwei Briefwahlbezirke insgesamt 90 ehrenamtliche Wahlhelfer verteilt werden. Zehn Freiwillige bleiben in Reserve, sollte ein Wahlhelfer kurzfristig ausfallen. Und auch die Briefwahl läuft noch bis kommenden Freitag, 5. Mai, um 12 Uhr. Bis dahin können die entsprechenden Unterlagen in den Räumen der Gemeindeverwaltung Sylt am Bahnweg abgeholt werden. Dort kann, wer will, auch gleich in die Kabine gehen, um seine beiden Stimmen abzugeben. Die Verwaltung ist täglich von 8 bis 12.30 Uhr und zusätzlich montags und donnerstags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Mitzubringen sind ein gültiger Personalausweis und die Wahlbenachrichtigungskarte.
In der Gemeinde Sylt sowie in den Gemeinden des Amtes Landschaft Sylt sind insgesamt 15.100 Sylter zur Wahl aufgerufen. Wählen dürfen erstmals auch die 16- und 17-jährigen Bürger mit deutschem Pass. Wie gewohnt, hat jeder Wähler zwei Stimmen: Mit der ersten Stimme wählt er seinen Wahlkreisabgeordneten, mit der zweiten eine Partei. Letztere Stimme ist die maßgebende für die Verteilung der einzelnen Sitze im Landtag auf die Parteien. Insgesamt stehen auf Sylt neun Wahlkreiskandidaten zur Auswahl – und 13 Parteien (siehe Wahlzettel auf dieser Seite).
„Besonders freuen wir uns darüber, dass sich diesmal mehr freiwillige Wahlhelfer gemeldet haben als wir verpflichten mussten“, sagte Karina Weyrich. Das liege auch am großen Engagement der Politik AG am Gymnasium Sylt. Allein 35 Wahlhelfer seien von dort auf die Verwaltung zugekommen, erläuterte Barbara Hamann.

Bürgerentscheid parallel
zur Landtagswahl


Parallel zur schleswig-holsteinischen Landtagswahl findet am kommenden Sonntag zeitgleich ein Bürgerentscheid zum Thema „Weiterentwicklung der Klinikum Nordfriesland gGmbH“ im Kreis Nordfriesland statt. Bei diesem Entscheid werden auf Sylt 16.876 Wahlberechtigte (auch EU-Ausländer) nach ihrer Meinung zur Zukunft des Klinikums gefragt. Die exakte Frage lautet:

„Soll der Kreis Nordfriesland die Weiterentwicklung der Klinikum Nordfriesland gGmbH mit ihren jetzigen Standorten – das heißt: Kliniken in Husum, Niebüll und Wyk auf Föhr sowie Medizinische Versorgungszentren in Tönning, Husum, Niebüll und Wyk auf Föhr – durch den Einsatz der vom Land in Aussicht gestellten Zuschüsse in Höhe von rund 30 Millionen Euro fortsetzen?“

Die Bürger können diese Frage mit „Ja“ oder „Nein“ beantworten. Eine erläuternde Begründung zum Inhalt des Bürgerentscheids liegt im Bürgerservice aus und kann auch digital auf der Homepage des Kreises Nordfriesland eingesehen werden.


Autor/-in: Heiko Wiegand