Abriss der Thermenruine beginnt heute - Ewald: „Stimmung gespannt-erwartungsvoll“

15.03.2017

Foto: Wybke Wiegand

Von Sabrina Müller

Keitum. Diesem Mittwoch haben die Keitumer lange entgegen gefiebert: An der Kliffkante beginnen heute die Abrissarbeiten für einen der größten Schandflecke der Insel. Der Vorsitzende des Ortsbeirats, Oliver Ewald, beschreibt die Stimmung im Ort als „gespannt-erwartungsvoll“.
Funktioniert alles wie geplant? Ist die Ruine am Ende auch wirklich restlos beseitigt? Wie wird es mit dem Abtransport des Schutts klappen? Insgesamt habe es bis hierhin viel zu lange gedauert, so Ewald, der gleichzeitig ein dickes Lob für Marcus Kopplin aussprach: Seit der Chef des Kommunalen Liegenschafts-Managements (KLM) den Auftrag zum Abriss bekommen hat, gehe es sehr zügig voran. Wie mehrfach berichtet, hatte der Keitumer Ortsbeirat im Januar einstimmig beschlossen, dass die Therme abgerissen wird.
Die sogenannte „Beweissicherung des baulichen Ist-Zustandes“ ist abgeschlossen. Mit ihrer Hilfe soll später besser geklärt werden können, ob vor Ort Schäden durch Erschütterungen entstanden sind, erläuterte Kopplin. Zudem wurden an verschiedenen Stellen rings um das Thermen-Areal Schwingungssensoren aufgestellt. Diese sind während der Abbrucharbeiten aktiv und senden bei zu schweren Erschütterungen Signale, so dass größere Beschädigungen im Vorfeld verhindert werden können.
Neben den Baggern sollen, je nach Baustellenfortschritt, weitere Abrissfahrzeuge zum Einsatz kommen. Das Altmaterial soll weiter verwendet und in die Landschaft modelliert werden. Dem Beschluss des Ortsbeirats zufolge wird der Beton vor Ort zermahlen. Mit dem zerbröselten Material sollen dann die Becken aufgefüllt und Baulöcher dicht gemacht werden. Laut KLM ist das Material „absolut unbelastet“. Die Zerkleinerung des von Bewehrungsstahl und anderweitigen Materialien getrennten Betonabbruchs wird mittels einer sogenannten Prallmühle erfolgen.
Der Transport von und zur Baustelle ist über eine vertraglich vereinbarte Route festgeschrieben: Die Baufahrzeuge sollen demnach über den Alten Kirchenweg zum Thermen-Areal gelangen. Über Sperrungen und Umleitungen soll entschieden werden, wenn die Arbeiten laufen, so Kopplin. Auch die täglichen Arbeitszeiten sowie die Frage, ob auch samstags gearbeitet werden darf, sollen dann geklärt werden.
Der KLM-Chef schätzt, dass die Abrissarbeiten zwölf Wochen in Anspruch nehmen werden. Verzögerungen durch Schäden an den Abrissmaschinen seien aber nicht auszuschließen, da die eingesetzten Gerätschaften erheblichen mechanischen Belastungen ausgesetzt würden.
„Wir wollen keine ewige Baustelle“, sagte Ewald. Wenn die Therme weg ist, soll das Areal daher begrünt und gegebenenfalls modelliert werden. Strandkörbe und Bänke sollen aufgestellt werden. Wichtig ist dem Ortsbeiratsvorsitzenden, dass in diesem Zuge auch das Arena-Konzept umgesetzt wird, das seit zwei Jahren beschlossene Sache ist. Unter anderem geht es darin um eine funktionierende Stromversorgung und sichere Fluchtwege.
Zur Finanzierung des Abrisses ist eine halbe Million Euro in den Wirtschaftsplan der zuständigen Kurverwaltung Sylt-Ost eingestellt. Im besten Fall sollen davon nicht nur der Abriss, sondern auch die anschließende Aufbereitung des Geländes bezahlt werden.
Wie berichtet, wurde vor mehr als zehn Jahren am Grünen Kliff mit dem Bau der Therme begonnen. 2008 wurden die Arbeiten jedoch nach einem heftigen Streit zwischen Planungsbüro, Investoren, Baufirmen und Gemeinde eingestellt. Seither liegen Rohbauten, Beton-Schwimmbecken und halbfertige Außenanlagen brach und verrotten.


Autor/-in: Sabrina Müller