Bahn saniert 12 Kilometer Marschbahngleis

Einmal sieben, reinigen, waschen

Foto: © Timmermann

„Katharina die Große“ heißt die riesige, 200 Meter lange Maschine, die den Schotter im Gleisbett von Verunreinigungen befreit.

Mo, 16. Sep 2019
Sylt
,
Nordfriesland

Von Bianca Timmermann

Kreis Nodfriesland/Insel Sylt. Seit Ende August werden die Modernisierungsarbeiten an der Marschbahn fortgesetzt. Für Berufspendler und Touristen sind diese Bauphasen zum Teil mit erheblichen Einschränkungen verbunden. So ist noch bis einschließlich Mittwoch, 2. Oktober, im Abschnitt zwischen Bredstedt und Stede-

sand nur eingleisiges Passieren möglich. Dort ist zurzeit eine sogenannte Bettungsreinigungsmaschine im Einsatz, deren Tun bei einem Vor-Ort-Termin für Journalisten am vergangenen Freitag vorgestellt wurde.

Eine Bettungsreinigungsmaschine ist eine – meist gleisgebundene – Arbeitsmaschine, die den Schotter in Gleisbetten von Verunreinigungen befreit. „Katharina die Große“, so der Name des Ungetüms,  kann im ersten Arbeitsschritt aufgenommenen Schotter sieben, reinigen und waschen. Runder, abgenutzter Schotter wird während des Reinigungsprozesses angeschlagen und erhält so seine scharfen Kanten. Diese Kanten werden zur Stabilisierung benötigt, damit der Schotter ineinander verkanten kann. Über Förderbänder auf dem 200 Meter langen Koloss wird recycelter dem neuen Schotter zugefügt. Der Boden wird ausgehoben, das neue Material eingebaut, planiert und verdichtet. Alle Arbeitsgänge verlaufen gleisgebunden, das heißt auf dem Gleis, das saniert wird – ohne Sperrung des Nachbargleises. Dies ermöglicht kurze Sperrzeiten. „Früher hätte man über 100 Arbeiter und mehrere Jahre für diese Arbeiten benötigt“, sagte der Pressesprecher der Deutschen Bahn, Egbert Meyer-Lovis, im Interview mit dem Sylter Spiegel. „Wir liegen dank der leistungsfähigen Maschinen genau im Zeitplan.

Nach dem Bettungsreinigungszug kommt dann der sogenannte Gleisumbauzug. Die Kosten für die Reinigung und Gleiserneuerung auf diesem zwölf Kilometer langen Streckenabschnitt belaufen sich insgesamt auf knapp 12 Millionen Euro“, so Meyer-Lovis weiter.

Ab Montag, 4. November, trifft es auch die Fahrgäste ab Niebüll richtig hart, denn zwischen Niebüll und Klanxbüll verkehrt bis einschließlich Freitag, 29. November, nur der Schienenersatzverkehr. Jeweils von Montag, 21 Uhr, bis Freitag, 5 Uhr, ist die Zugstrecke komplett gesperrt, am Wochenende gelten geänderte Fahrzeiten. Autofahrer und Lieferanten der Insel sollten dann auf die Fähre ausweichen. „Nach ersten Überlegungen, die Strecke am Wochenende zu sperren, um die Pendler nicht zu belasten, sind wir in Absprache mit Politik und Wirtschaft zu dem Entschluss gelangt, dass der wirtschaftliche Aspekt Vorrang hat. Es geht dabei um Bettenwechsel, außerdem müssen Sportvereine zu ihren Spielen kommen. Deshalb die bewusste Entscheidung der Inselverantwortlichen, von Montag bis Freitag zu sperren“, erklärte Egbert Meyer-Lovis. Auf die Frage, ob man ausreichend Möglichkeiten geschaffen habe und genug Busse ab Niebüll bereit stünden, um alle Pendler rechtzeitig auf die Insel zu bekommen, antwortete Meyer-Lovis: „Wir haben es sehr intensiv vorbereitet und besprochen, bis hin zu zusätzlichen Pendlerparkplätzen. Viele Pendler werden mit dem Auto nach Klanxbüll fahren, um dort in den Zug zu steigen. Wir schauen, ob wir weitere Parkplätze schaffen können. Das gestaltet sich schwierig, aber wir sind da dran“. Änderungen will die Deutsche Bahn rechtzeitig bekannt geben.