Sölring Foriining veranstaltete Jahreshauptversammlung in Kampen

Denghoog erneut im Mittelpunkt

Foto: © SyltConnected

Rund 85 Mitglieder kamen zur Jahreshauptversammlung der Sölring Foriining, die kürzlich in Kampen stattfand. Unten im Bild: der Vorsitzende Jürgen Ingwersen.

Mi, 17. Apr 2019
Kampen
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Sylt

Kampen.(sc) „Wir sind ein Inselverein und möchten unsere Mitglieder darum jedes Jahr in einem anderen Inselort begrüßen.“ Nachdem die Jahreshauptversammlung der Sölring Foriining 2018 im Keitumer Friesensaal stattfand, begrüßte der Vorsitzende Jürgen Ingwersen die Mitglieder und Gäste kürzlich zur diesjährigen Sitzung im Kaamp Hüs in Kampen. Wichtige Themen wurden an diesem Abend besprochen: Ausführlich stellte die zweite Vorsitzende Wiebke Stitz den rund 85 Mitgliedern das neue Logo und die verjüngte Außendarstellung des Vereins vor (wir berichteten). Das Wegfallen des Apostrophs – aus Söl’ring wurde Sölring – freute besonders Inge Gieppner-Carstensen: „Für dessen Abschaffung haben wir schon vor 20 Jahren gekämpft.“ Auch von den meisten anderen Anwesenden wurde die Frischzellenkur überaus positiv aufgenommen, Kritik dazu kam lediglich von Keitums Ortsbeiratsvorsitzender Gritje Stöver, die sich vom Vorstand nicht ausreichend mitgenommen fühlte: „Ich hätte erwartet, dass die Mitglieder zu einem neuen Logo die Hand heben dürfen.“

Die Wahlen waren schnell erledigt: Wiebke Stitz als zweite stellvertretende Vorsitzende, ebenso wie Beisitzer Matthias Waldherr und Mathias Lauritzen sowie Kassenprüfer Dieter Brinkmann wurden einstimmig in ihrem Amt bestätigt. Lynn Scotti wurde neues Mitglied des Aufsichtsrates und im Beirat der Sölring Foriining sitzen weiterhin Lütje Thaysen für Archsum, Ute Petersen für Braderup und Harry Kress für Westerland. Letzterer wird seinen Ort zukünftig gemeinsam mit Elisabeth Westmore vertreten. In seinem Kassenbericht sprach Geschäftsführer Sven Lappoehn von siebenstelligen Summen, die der Verein im kommenden Geschäftsjahr bewegen wird: „Insgesamt werden wir über eine Million Euro einnehmen und die selbe Summe auch wieder ausgeben. Das muss man erstmal sacken lassen.“ Neben Projekten wie der neuen Ausstellung rund um die Morsumer Ringfibel wird besonders die Sanierung der Sylter Museen die höchsten Kosten verursachen. Die Sanierung schlug schon im vergangenen Jahr mit rund 165.000 Euro zu Buche. Das Minus von rund 19.000 Euro im Jahresabschluss wurde zur Freude aller von der Kampener Losinteressentenschaft wieder aufgefüllt: „Weil wir uns in Tradition und Herkunft mit euch verbunden fühlen“, so Sönke Andersen, der die Grußworte der Eigentümergesellschaft überbrachte.  

Größtes Thema aber war an diesem Abend erneut das Kulturdenkmal Denghoog in Wenningstedt. In direkter Nachbarschaft zu der 5000 alten Grabstätte soll ein neues Wohnhaus entstehen. Der Bau könne das Hünengrab durch Erschütterung oder Grundwasserabsenkung beschädigen, so die Befürchtung der Sölring Foriining. In ihrer Brandrede forderte die stellvertretende Vorsitzende Maren Jessen Unterstützung von den verantwortlichen Behörden: „Wir warten darauf, dass Kultusministerin Karin Prien ihr Versprechen einlöst und alles rechtlich Nötige und Mögliche tut, um den Denghoog zu schützen. Für das Unvermögen unserer steuerfinanzierten Behörden finde ich nur ein Wort: Skandal. Man traut sich offensichtlich nicht zu entscheiden, welches Gesetz hier Priorität haben sollte – das Baugesetz oder das Denkmalschutzgesetz.“ Ihre Aufforderung scheint zwischenzeitlich gefruchtet zu haben: Aufgrund eines Planungsfehlers in der Vergangenheit ist das Grundstück nicht an eine öffentliche Straße angeschlossen und kann nur über einen Geh- und Radweg erreicht werden. In ihrer jüngsten Sitzung beschlossen die Wenningstedter Gemeindevertreter wie berichtet, dem Bauherrn das für die Baugenehmigung nötige Wegerecht zu verweigern.